UN bestätigen Tod von 50 bis 80 Zivilisten bei Luftangriffen der US-Koalition auf Mossul

UN bestätigen Tod von 50 bis 80 Zivilisten bei Luftangriffen der US-Koalition auf Mossul
Im Mai beschloss die NATO, der Anti-IS-Koalition beizutreten. Allerdings vorerst ohne eine direkte Beteiligung an Kampfeinsätzen.
Der Hohe Kommissar der UN für Menschenrechte (UNHCR) bestätigte am Donnerstag in Genf, dass es bei einem Luftangriff der US-Koalition am 31. Mai zwischen 50 und 80 tote Zivilisten gegeben hat. Zudem seien durch den IS seit dem 26. Mai mehr als 230 Zivilisten getötet worden.

Laut dem Hohen Kommissar für Menschenrechte, Seid al-Hussein, sollen bei einem Luftangriff am 31. Mai auf den Zanjili-Bezirk Mossuls zwischen 50 und 80 Zivilisten umgekommen sein. Zeid drängte die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition erneut,

sicherzustellen, dass ihre Operationen voll und ganz dem humanitären Völkerrecht entsprechen und dass alle möglichen Maßnahmen ergriffen werden, um den Verlust des zivilen Lebens zu vermeiden.

Ein Mitglied der irakischen Emergency Response Division posiert für ein Foto in Mossul. Angehörige der von den USA unterstützten Einheit sollen Gefangene zu Tode gefoltert haben.

Schon bei einem Luftangriff am 17. März hatten mehr als 100 Zivilisten in Mossul ihr Leben verloren. Die Anti-IS-Koalition hatte damals ein Gebäude angegriffen. Das Pentagon bestätigte damals die zivilen Verluste. Zugleich beklagte Zeid die Tötung von Zivilisten durch den IS. Bereits am Dienstag hatte er der Terrormiliz vorgeworfen, am 1. Juni in Mosuls Al-Shifa-Nachbarschaft 163 Zivilisten getötet zu haben.

Am Donnerstag erhob Zeid neue Vorwürfe gegen den IS. So soll es am 26. Mai zu einem Vorfall gekommen sein, bei dem der IS 27 Menschen, darunter fünf Kinder, erschoss, die versuchten, aus dem Bezirk al-Shifa zu fliehen. Am 3. Juni soll der IS weitere 41 Zivilisten erschossen haben, die versuchten zur Irakischen Armee durchzubrechen.

Kinder zu erschießen, die versuchen, mit ihren Familien in Sicherheit zu gelangen - es gibt keine Worte, die für solche verabscheuungswürdigen Taten stark genug sind, um sie zu verurteilen,  

sagte Zeid. Zivilisten als Ziele anzuvisieren, "die nicht direkt an Feindseligkeiten teilnehmen, ist ein Kriegsverbrechen", fügte Zeid hinzu. Und ergänzte:

Glaubwürdige Berichte zeigen, dass mehr als 231 Zivilisten, die versuchen, aus dem westlichen Mossul zu fliehen, seit dem 26. Mai getötet worden sind, darunter mindestens 204 über drei Tage letzte Woche allein,

Zaid warnte eindringlich vor einer „signifikanten Eskalation“ im Hinblick auf getötete Zivilisten. 

 

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