Hauptthema bei Bilderberg-Konferenz 2017: "Regierung Trump: Ein Fortschrittsbericht"

Hauptthema bei Bilderberg-Konferenz 2017: "Regierung Trump: Ein Fortschrittsbericht"
Die 65. Tagung der Bilderberg-Konferenz fand in dem Luxushotel Westfields Marriott statt.
Vom 1. bis zum 4. Juni hat in Chantilly im US-Bundestaat Virginia die alljährliche Bilderberg-Konferenz getagt. Die 65. Sitzung fand in dem Luxushotel Westfields Marriott, nur wenige Kilometer vom Weißen Haus entfernt, statt. RT Deutsch mit einer Übersicht der wichtigsten Themen und Personen beim diesjährigen Treffen.

Der klandestine Klub sei in dieser Ortschaft bisher dreimal zusammengekommen – und zwar 2002, 2008 und 2012, schreibt der russische Wirtschaftswissenschaftler Walentin Katassonow in seinem Artikel für das Online-Portal der Stiftung für Strategische Kultur. Normalerweise wechsle der Club jedes Mal den Austragungsort für seine Treffen. Deswegen sei das ein absoluter Rekord, die Plenarsitzung in ein und derselben Ortschaft viermal stattfinden zu lassen.

Auf der diesjährigen Tagesordnung der Bilderberg-Konferenz standen zwar unter anderem solche Themen wie "Transatlantische Beziehungen: Varianten und Szenarien", "NATO-Aktivitäten", "Informationskriege", "Russlands Rolle in der globalen Ordnung", "China" und "Atomwaffenverbreitung". Das allgemeine Augenmerk galt allerdings dem Referat mit dem Titel "Regierung Trump: Ein Fortschrittsbericht".

Nach der Meinung von Walentin Katassonow suggeriere die Präsentation eines solchen Berichtes, dass die jetzige Administration aus Sicht der Konferenzteilnehmer eine bestimmte Aufgabe habe. Der russische Wirtschaftswissenschaftler meint auch, der Bericht lege nahe, dass nicht alle mit den Ergebnissen von Donald Trumps Politik zufrieden seien.

Ein Blick auf die Mechanik der Macht. Quelle: Björn Wendt, Die Bilderberg-Gruppe - 
Wissen über die Macht gesellschaftlicher Eliten

Das Unbehagen reiche dabei sogar soweit, dass nur viereinhalb Monate nach der Vereidigung des Republikaners ein Bericht über dessen Tätigkeit notwendig geworden sei. Der Experte nennt die diesjährige Tagung der Bilderberg-Konferenz immerhin auch eine "außenordentliche".

Die Tagung in Chantilly legt die Annahme nahe, dass die Bilderberg-Konferenz nicht bloß irgendeine Diskussionsplattform für die globale Elite ist, sondern eine Versammlung, deren Mitglieder sich für berechtigt halten, Urteile zu fällen", so Walentin Katassonow.

Zuständig für die Präsentation des Berichtes waren der Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Herbert McMaster, der US-Handelsminister Wilbur Ross und der Leiter des Zentrums für Strategische Initiativen im Weißen Haus, Christopher Liddell. Zwei frühere CIA-Chefs, John Brennan und David Petraeus, sowie der Senator Lindsey Graham hätten bei dieser "Anhörung" als Zeugen beigewohnt, schreibt der russische Wirtschaftswissenschaftler.

An der Tagung in Chantilly nahmen 131 Persönlichkeiten aus 21 Ländern teil. Den Vorsitz führte das dritte Mal in Folge Henri de Castries, der ehemalige geschäftsführende Präsident des französischen Unternehmens AXA Group und jetzige Präsident des Montaigne-Instituts. Dieses stellt eine Denkfabrik dar, die sich für die Entwicklung Frankreichs im Rahmen der globalen Welt einsetzt. Einigen Experten zufolge soll das Montaigne-Institut eine wichtige Rolle bei der Förderung von Emmanuel Macron als Präsidentschaftskandidaten gespielt haben.

Die Gästeliste umfasste in diesem Jahr wie gewohnt zahlreiche Persönlichkeiten aus der globalen Politik, Vertreter großer IT-Unternehmen, Banker und Chefredakteure führender Medien. Unter den Geladenen waren IMF-Direktorin Christine Lagarde, der Präsident der Niederländischen Zentralbank, Klaas Knot, der LinkedIn-Gründer Reid Hoffman sowie der Alphabet-Vorstand Eric Schmidt.

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