Rechte Gruppierung sammelt erfolgreich Gelder zum Aufspüren von Flüchtlingsbooten

Rechte Gruppierung sammelt erfolgreich Gelder zum Aufspüren von Flüchtlingsbooten
Flüchtlinge während einer Rettungsaktion im Mittelmeer, 20. Oktober 2016.
Eine rechte Gruppierung in Europa hat sich zum Ziel gesetzt, auf dem Mittelmeer Flüchtlingsboote aufzuspüren und bei Rettungsaktionen von Hilfsorganisationen zu intervenieren. Über Crowdfunding sammelten sie erfolgreich Gelder für ihr Vorhaben.

Mitglieder der Identitären Bewegung, einem Bündnis gegen Islam und Einwanderung, haben nun 56.489 britische Pfund in weniger als drei Wochen gesammelt, um eine Kampagne auf See starten zu können, die Flüchtlingsboote aufspüren soll. 

Zusammengetragen wurden die Gelder durch eine Crowdfunding-Kampagne mit einem ursprünglichen Ziel von 50.000 Euro. Die Gelder sollen die Anheuerung von Schiffen sowie Reisekosten und Filmausrüstung decken. Am Samstag gab die Gruppe bekannt, dass sie ihr Ziel erreicht hätten, aber immer noch Spendengelder sammeln würden. 

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Im letzten Monat hatte eine rechte Gruppe aus Frankreich ein Boot angemietet und einen Probelauf im Mittelmeer gestartet. Das Schiff der französischen Mitglieder der Identitären Bewegung verhinderte die Suche eines NGO-Bootes, bis die italienische Küstenwache eingriff. 

Noch immer nehmen tausende Flüchtlinge die gefährliche Route über das Mittelmeer mit unseetüchtigen Booten und Schwimmwesten, die nicht mehr funktionieren, auf sich. Dabei sind diesem Jahr bisher 1.650 Menschen ertrunken. Rund 6.453 Migranten wurden vor der libyschen Küste in Seenot aufgegriffen. Frauen und Kinder machen die Hälfte der Flüchtlinge aus. 

Neben der Sorge um Menschenleben müssen sich Hilfsorganisationen nun mit der Gefahr von rechten Gruppierungen in Europa beschäftigen. Ein Regierungsoffizieller, der anonym bleiben wollte, gegenüber dem britischen Guardian: 

Wenn die britische Regierung und dessen europäischen Gegenüber von "Schwärmen" von Migranten sprechen oder von dem Mythos, dass die Rettungsaktionen ein "Antriebsmotor" oder ein "Taxi-Service" sind, dann gibt dies den extremen Gruppen Schub. 

Die französische Identitäre Bewegung "Génération Identitaire" veröffentlichte eine Webseite, auf der sie vor einer Masseninvasion nach Europa warnte, die dazu führe, dass man in Europa seine Sicherheit verlöre und die Europäer selbst zu einer Minderheit würden.

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