Putin zu NBC-Journalistin Kelly: „Ich habe viel engere Beziehungen zu Ihnen als zu Flynn“

Putin zu NBC-Journalistin Kelly: „Ich habe viel engere Beziehungen zu Ihnen als zu Flynn“
Putin zu NBC-Journalistin Kelly: „Ich habe viel engere Beziehungen zu Ihnen als zu Flynn“
Zwei Tage nach der Plenarsitzung des Internationalen Wirtschaftsforums hat sich Russlands Staatschef Wladimir Putin wieder mit NBC-Moderatorin Megyn Kelly zu einem Interview getroffen. Nach Angaben des Senders hatten sie ein „interessantes Gespräch“, in dem „eine Reihe von Themen, von Sanktionen bis Syrien,“ besprochen wurden.

Putin über Flynn: "Ich habe nicht einmal richtig mit ihm geredet"

„Ich fragte ihn speziell über jemanden, von dem in den Nachrichten oft die Rede ist, und das ist der nun gefeuerte nationale Sicherheitsberater von Präsident Trump, General Michael Flynn“, sagte die NBC-Journalistin in einer Vorschau des Interviews mit Russlands Staatsoberhaupt.

Bei dem Gespräch erinnerte Kelly den russischen Präsidenten an ein Foto, welches im vergangenen Jahr in Moskau aufgenommen worden war. Das Bild, das sich viral in den US-amerikanischen Medien verbreitet hat, zeigt Putin an einem Tisch bei der Feier anlässlich des 10. Jahrestages von RT. Links neben ihm ist General Flynn zu sehen.

Laut Putin demonstriere das Foto das Ausmaß seiner Bekanntschaft mit Flynn. „Ich habe zu Ihnen persönlich sehr viel engere Beziehungen als zu Herrn Flynn. Wir haben uns gestern getroffen, heute haben wir den ganzen Tag zusammengearbeitet, nun treffen wir uns wieder“, erklärte der russische Präsident.

„Als ich zu einer Veranstaltung unseres Senders Russia Today (RT) kam und mich an den Tisch setzte, saß neben mir ein Mann auf einer Seite, auf der anderen Seite saß noch jemand, dann habe ich eine Rede gehalten, danach haben wir noch einige Worte gewechselt, ich bin aufgestanden und dann weggegangen“, so Putin.

„Und danach hat man mir gesagt: „Wissen Sie, das ist ein US-Bürger, er hat sich mit dies und das beschäftigt, früher war er in Geheimdiensten tätig, und jetzt macht er dies und das.“ „Na gut, arbeiten Sie irgendwie mit ihm zusammen?“ fragte ich. „Nein, wir haben ihn als einen Gast eingeladen.“ „Na toll, Gott sei Dank“, sagte ich. Und das war’s!“

„Ich habe mit ihm praktisch nicht gesprochen. Ich habe ihn nur begrüßt, neben ihm Platz genommen, danach habe ich mich von ihm verabschiedet, bin aufgestanden und weggegangen. So habe ich Herrn Flynn kennengelernt. Wenn ich mit Flynn einen solchen Kontakt hatte, während ich mit Ihnen den ganzen Tag verbringe, und Flynn seines Amtes enthoben wurde, dann sollten Sie verhaftet und ins Gefängnis geschickt werden“, erklärte das russische Staatsoberhaupt.

Russlands Präsident Wladimir Putin und der Indische Ministerpräsident Narendra Modi sprechen mit NBC-Moderatorin Megyn Kelly am 1. Juni in St. Petersburg.

Vorwürfe der russischen Einmischung in die US-Wahl als Werkzeug für den Kampf gegen Trump

Alle Anschuldigungen der Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl sei von jemandem als „Linie des Angriffs“ auf den US-Präsidenten Trump gewählt worden, sagte Putin gegenüber NBC.

„Das ist nicht unsere Sache, das sind Eure innenpolitischen Streitereien. Also setzt Euch damit selbst auseinander“, so der russische Staatschef.

"Es gibt hier nichts zu besprechen. Es gab sogar keine konkreten Diskussionen über die Sanktionen oder sonst etwas. Mich wundert das einfach: Ihr habt aus dem Nichts eine Sensation gemacht und sie in ein Instrument für den Kampf gegen den amtierenden Präsidenten verwandelt. Wisst Ihr, Ihr seid dort alle sehr erfinderische Menschen, gute Kerle. Euer Leben scheint langweilig zu sein."

Die Journalistin bat Putin auch die angeblichen Treffen des russischen Botschafters in den USA, Sergei Kisljak, mit „irgendjemandem von Trumps Wahlkampagne“ zu kommentieren. Davon habe Russlands Staatsoberhaupt „keine Ahnung“.

„Ich sage Ihnen ganz ehrlich. Ich weiß nicht. Die aktuelle Arbeit eines Botschafters … Glauben Sie, dass jeder Botschafter aus der ganzen Welt und auch aus den Vereinigten Staaten mir mitteilt, mit wem er sich trifft und was er bespricht? Das ist Unsinn. Verstehen Sie, was Sie fragen, oder?“

„Ihr Chef ist der Außenminister. Denken Sie, dass ich Zeit habe, mit allen Botschaftern der ganzen Welt zu sprechen? Das ist ja Quatsch. Verstehen Sie nicht, dass es Quatsch ist? Ich weiß nicht einmal, mit wem er sich dort getroffen hat“, so Putin.

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