London: Wahlen trotz Terror-Attacke, Gefahrenstufe bleibt kritisch

London: Wahlen trotz Terror-Attacke, Gefahrenstufe bleibt kritisch
London vier Tage vor der Wahl, nach einem weiteren Anschlag auf die Metropole
Nach einem weiteren schweren Anschlag in London bleiben die Menschen in der britischen Hauptstadt wachsam, gehen aber ihrem Alltag nach. Wahlen sollen am Donnerstag stattfinden.

Der Bürgermeister Londons, Sadiq Khan, spricht sich dafür aus, die für Donnerstag geplanten Wahlen trotz des erneuten Anschlags durchzuführen, obwohl die Wahl-Kampagne heute ausgesetzt ist, denn:

Ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger der Demokratie. Eines der Dinge, die diese Terroristen hassen ist die Demokratie."

Er forderte die Menschen auf, ruhig aber wachsam zu bleiben und ihrem normalen Alltag nachzugehen. Allerdings fügte er hinzu, die Gefahrenstufe bleibe hoch, da ein Angriff durch das Land noch sehr wahrscheinlich sei. Derzeit wird die Bedrohung durch internationale Terrorgefahr in Großbritannien auf der vierten von fünf Gefahrenstufen eingeschätzt.

In Londoner gibt es heute eine erhöhte Polizeipräsenz und auch in den kommenden Tagen werden bewaffnete Offiziere zu sehen sein. Khan sagte, dass London eine der sichersten Metropolen der Welt sei.

Auch inmitten der Panik zeigte sich gestern laut Beobachtern Menschlichkeit.

Sofort bieten Taxifahrer Fahrten in die Sicherheit an, Uber stoppt, Menschen werden Freunde  um einander zu helfen. Menschlichkeit lässt sich nicht zerstören.

Erst vor zwei Wochen sind bei einem Anschlag in Manchester 22 Menschen getöten und mehr als 100 verletzt worden.

Am 22. März war ein Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in die Fußgänger gefahren und tötete anschließend mit einem Messer einen unbewaffneten Polizisten.

Am späten Samstagabend gab es einen erneuten Anschlag. Nach bisherigen Erkenntnissen töteten in London drei mutmaßliche Täter mindestens sieben Menschen, wie die Polizei mitteilte. Mindestens 48 weitere Menschen wurden verletzt. Drei mutmaßliche Angreifer wurden nach Polizeiangaben erschossen. Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley erklärte am frühen Sonntagmorgen, die Polizei behandle die Angriffe als "terroristische Vorfälle".

Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. Jedoch verwies Rita Katz, Direktorin der auf dschihadistische Propaganda spezialisierten Site Intelligence Group, darauf, dass Anhänger der IS-Terrorgruppe den Anschlag in ihren Foren und Chat-Kanälen feierten und den IS hinter der Tat vermuteten.

Die Konservative Partei von Premierministerin Theresa May setzte offiziell am Sonntag ihren Wahlkampf vorübergehend aus. Am Donnerstag wählt Großbritannien ein neues Parlament.

Die Attacke begann am späten Samstagabend auf der London Bridge im Zentrum und setzte sich auf dem nahe gelegenen Borough Market fort. Die Täter griffen ihre Opfer zuerst mit einem Kleintransporter und dann mit Messern an.

Premierministerin Theresa May hatte zuerst von einem möglichen Terrorakt gesprochen. Die Polizei ging am Morgen davon aus, dass es über die drei erschossenen Verdächtigen hinaus keine weiteren Täter gebe. Man müsse aber noch weiter ermitteln, um dies mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, erklärte Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley.

May berief Medienberichten zufolge für Sonntagmorgen eine Sondersitzung des Cobra-Komitees, des höchsten britischen Sicherheitsgremiums, ein.

ForumVostok
MAKS 2017