Nach Raketentests: UN-Sicherheitsrat plant neue Sanktionen gegen Nordkorea

Nach Raketentests: UN-Sicherheitsrat plant neue Sanktionen gegen Nordkorea
Der UN-Sicherheitsrat berät über neue Sanktionen gegen Nordkorea.
Nach einigem Warten haben die UN-Mitglieder auf die Raketentests von Pjöngjang reagiert. Mit neuen Sanktionen will der UN-Sicherheitsrat das Land im sich zuspitzenden Konflikt unter Druck setzen. Für die USA bleibe das Land eine "eindeutige Gefahr".

Die Vereinten Nationen erhöhen den Druck auf Nordkorea. Der UN-Sicherheitsrat stimmte am Freitag einstimmig für eine Resolution, die Strafmaßnahmen gegen zwei staatliche Unternehmen des Landes, die Staatsbank Koryo sowie die Streitkräfte für strategische Raketen der nordkoreanischen Armee vorsieht. Deren Vermögen müssen weltweit eingefroren werden. Dasselbe gilt für 14 Einzelpersonen, die zudem mit Reiseverboten belegt wurden.

Es ist die siebte UN-Resolution dieser Art seit 2006, Wirkung gezeigt hat bisher keine von ihnen. Nordkorea setzt seine Raketentests und sein Atomprogramm unbeirrt fort.

Explosionen während einer Militärübung zwischen Amerikanern und Südkoreanern nahe der Demilitarisierten Zone (DMZ); Südkorea, 21. April 2017.

US-Verteidigungsminister James Mattis bezeichnete das Land angesichts seiner nuklearen Ambitionen und wiederholten Raketentests als "eindeutige und aktuelle Gefahr".

Selbst China müsse seinen Schützling Pjöngjang eher als Belastung denn als Aktivposten sehen, so Mattis am Samstag bei einer regionalen Sicherheitskonferenz in Singapur. Daher setzte er auf Unterstützung Chinas, das Nordkorea schon mehrfach zur Kooperation aufgerufen hatte.

Diesen Worten müssen Taten folgen", sagte Mattis.

In der zweiseitigen Resolution verurteilte der Sicherheitsrat das Raketenprogramm Nordkoreas und dessen Entwicklung von Atomwaffen auf das Schärfste.

Hören Sie auf, ballistische Raketen abzufeuern oder tragen Sie die Konsequenzen", sagte die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, im Saal an die Führung in Pjöngjang gerichtet.

Der internationale Druck werde nicht nachlassen, ehe Nordkorea sich nicht an bisherige UN-Resolutionen halte, die dem Land den Test ballistischer Raketen verbieten.

Die anhaltenden Provokationen zertrampeln internationale Bemühungen um eine friedliche Lösung", sagte Japans UN-Botschafter Koro Bessho.

Der nordkoreanische Führer Kim Jong-un beobachtet den Test eines Flugabwehrraketensystems.

Nordkorea hatte zuletzt mehrere Raketen getestet und erklärt, es arbeite auch an Langstreckenraketen, mit deren Reichweite auch die USA getroffen werden könnten. Vor allem Japan und Südkorea fürchten als Nachbarn in der Region, von den Raketen getroffen zu werden. Nach zwei Atomtests und mehreren Raketentests ist die Lage in der Region angespannt. Auch das US-Festland und das US-Einsatzgebiet im Pazifik sind nach Angaben aus Pjöngjang in Reichweite für dessen Angriffe.

Unter den 14 mit Sanktionen belegten Einzelpersonen ist unter anderem Cho Il U, der mutmaßlich für die Spionagearbeit Nordkoreas im Ausland verantwortlich ist. Auf der Sanktionsliste stehen zudem Angehörige der regierenden Arbeiterpartei Koreas (PdAK) sowie Personen, die an Waffen- und Raketenverkäufen beteiligt sind.

Seit 2006 verhängte das UN-Gremium etwa Handelssanktionen und Sperren auf die Einfuhr von Technik für den Bau ballistischer Raketen. Auch ein Verkaufsverbot für Waffen, Flugzeug- und Raketentreibstoff sowie für Gegenstände, die dem Militär zugutekommen könnten, wurde verhängt; jede Fracht mit Ziel oder Herkunft Nordkorea wird untersucht. Zuletzt verhängte der Rat ein Exportverbot für Metall- Rohstoffe, um das Land wirtschaftlich stärker unter Druck zu setzen. (dpa/rt deutsch)

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