Nach Konflikt zwischen Bierzelt und Twitter: Trump und Merkel bemühen sich um Schadensbegrenzung

Nach Konflikt zwischen Bierzelt und Twitter: Trump und Merkel bemühen sich um Schadensbegrenzung
Trump und Merkel auf dem G7-Gipfel am vergangenen Wochenende.
Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump haben sich die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland angespannt. Der diplomatische Schlagabtausch zwischen Merkel und Trump zeugt davon. Aber es gibt auch Versuche, den Schaden zu begrenzen.

Nach dem indirekten Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel bemühen sich beide Seiten um Schadensbegrenzung. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, bezeichnete das Verhältnis Trumps zu Merkel als "ziemlich unglaublich". Beide kämen sehr gut miteinander aus.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel erklärte, die schwierige Zeit im deutsch-amerikanischen Verhältnis müsse überwunden werden. Es sei nicht angemessen, einen Konflikt "zwischen Bierzelt und Twitter" auszutragen.

Trump schlägt nach Merkel-Kritik zurück und wiederholt Anschuldigungen an Deutschland

Gabriel reagierte damit auf Aussagen Trumps im Kurznachrichtendienst, in denen er hart mit Deutschland ins Gericht ging. Am Sonntag hatte zuvor Merkel bei einer Wahlkampfveranstaltung der CSU in einem Bierzelt in München erklärt, Europa könne sich nicht mehr uneingeschränkt auf seine Partner verlassen. Das habe sie in den vergangenen Tagen erlebt. Damit spielte sie offenkundig auf ihre Treffen mit Trump beim Nato-Gipfel in Brüssel und beim G7-Gipfel auf Sizilien an.

Auch die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, betonte am Dienstag (Ortszeit) die Gemeinsamkeiten. Verbündete könnten sich weiterhin auf die USA verlassen, sagte sie dem Sender MSNBC.

Wenn es einen Politikwechsel geben würde, hätte der Präsident das gesagt", betonte Haley.

Trump hatte am Dienstagmorgen seine Vorwürfe gegen Deutschland erneuert und massive Kritik am Handelsüberschuss der Bundesrepublik sowie deren aus seiner Sicht zu geringen Militärausgaben geübt. Der Republikaner fügte hinzu:

Sehr schlecht für die USA. Das wird sich ändern."

Viele Kommentatoren deuteten dies als Trumps Reaktion auf die Bierzelt-Bemerkungen Merkels.

Auf die neuen Äußerungen Trumps ging die Kanzlerin dann nur noch indirekt ein. Die transatlantischen Beziehungen blieben von herausragender Bedeutung, sagte sie nach Aussagen von Teilnehmern bei einer Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Das heiße aber auch, dass bestimmte Dinge nicht unter den Tisch gekehrt werden könnten.

(dpa/rt deutsch)