Zur Förderung von Frauen: Ivanka Trump sammelt Großspende von Saudi-Arabien ein

Zur Förderung von Frauen: Ivanka Trump sammelt Großspende von Saudi-Arabien ein
Hat gut Lachen: Zu Beginn ihres Vortrags in Riad winkt Ivanka Trump dem Publikum zu.
Während des Aufenthalts von US-Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien konnte dessen Tochter Ivanka die Saudis zu einer Großspende bewegen. Die Gelder sollen der Frauenförderung dienen. Im Vorjahr hatte Trump Hillary Clinton wegen Spenden aus Riad kritisiert.

Im Wahlkampf hatte Donald Trump seiner Kontrahentin Hillary Clinton noch vorgeworfen, ihr Amt als Außenministerin missbraucht zu haben, um Spenden für ihre gemeinsam mit Ehemann Bill geführte Stiftung einzusammeln. Auch aus Saudi-Arabien und Katar waren Millionenbeträge an die Clinton-Stiftung geflossen.

Gerade Hillary Clinton als selbsternannte Frauenrechtlerin könne doch nicht Spenden aus Ländern annehmen, die Frauen und Homosexuelle "entsetzlich" behandeln, empörte sich Trump noch vergangenes Jahr. Er forderte Clinton zur Rückgabe der Spenden auf.

Auch Merkel hatte für den Weltbank-Fonds geworben

Doch das ist Schnee von gestern. Nun war es ausgerechnet die Tochter des Präsidenten, die im Schatten des gigantischen Rüstungsdeals mit Saudi-Arabien eine Riesenspende aus dem Königreich akquirieren konnte. Als offizielle Beraterin des US-Präsidenten hatte Ivanka Trump ihren Vater bei der Reise begleitet.

Gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten will Riad 100 Millionen US-Dollar an einen von Ivanka Trump initiierten Fonds spenden, der Unternehmerinnen fördern soll. Für das von der Weltbank kontrollierte Zweckvermögen hatte Ivanka Trump bereits während des W20-Gipfels in Berlin gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geworben.

Bei einem Besuch des saudischen Kronprinzen und Verteidigungsministers Mohammed bin Salman bereitet Donald Trump die bisher umfangreichsten Waffengeschäfte mit der Golfmonarchie vor, 14. März 2017.

Die Großspende wurde am Sonntag von Weltbankchef Jim Yong-kim in Gegenwart von Ivanka Trump zum Abschluss des Präsidenten-Besuchs in Saudi-Arabien verkündet.

Das ist wirklich eine erstaunliche Entwicklung. Ich habe noch nie etwas so schnell zustandekommen sehen. Ivankas Federführung war wirklich fantastisch", sagte der Weltbank-Präsident.

Die Großspende spiegele "unseren Einsatz für die Stärkung der Frauen in der Region" wider, erklärte der US-Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Yoused Al Otaiba. Sie verdeutliche den "Fortschritt unseres Landes, wo Frauen in jedem Bereich der Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen".

Trump zu kopftuchloser Michelle Obama: "Wir haben genug Feinde"

Laut Amnesty International werden Frauen in den Emiraten allerdings "weiterhin durch Gesetze und im täglichen Leben diskriminiert". Noch schlechter ist es um die Rechte von Frauen im saudischen Königreich bestellt, wo sie noch nicht einmal Autos fahren dürfen.

Und natürlich wachen die saudischen Sittenwächter penibel über die Einhaltung der Kleidervorschriften für Frauen. Bei hohem Staatsbesuch machen sie schon mal eine Ausnahme: So konnten sich Donald Trumps Ehefrau Melania und Tochter Ivanka trotz fehlenden Kopftuchs im saudischen Königreich bewegen, ohne mit ihrer Festnahme rechnen zu müssen.

Da ich in Saudi-Arabien gelebt habe, weiß ich, dass Melania öffentlich ausgepeitscht und ihr Kopf rasiert worden wäre, wenn sie nicht Frau Trump oder die First Lady wäre", kommentierte dazu der afghanische Blogger Schudscha Rabbani. 

Der Ehefrau seines Amtsvorgängers hatte Donald Trump noch vorgeworfen, bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien Anfang 2015 mit offenen Haaren erschienen zu sein. Michelle Obama hatte damals auf das Tragen eines Kopftuches verzichtet und sich damit Trumps Unmut hinzugezogen. Auf Twitter schrieb er:

Viele sagen, es sei wunderbar gewesen, dass Frau Obama sich geweigert habe, ein Kopftuch in Saudi-Arabien zu tragen, aber sie wurden beleidigt. Wir haben genug Feinde.

(rt deutsch/dpa)