Mutmaßliches Facebook-Leak: Social-Media-Riese will expliziten Content zulassen

Mutmaßliches Facebook-Leak: Social-Media-Riese will expliziten Content zulassen
Vermeintliche Facebook-Richtlinien für Forenmoderatoren, die vom britischen Guardian veröffentlicht wurden, besagen, Livestreams von Akten der Selbstverletzung sollten von dem sozialen Netzwerk nicht gelöscht werden.

Facebook hat auf ein mutmaßliches Leak des Guardian bezüglich der Richtlinien für Moderatoren bereits reagiert. Sollten die Dokumente echt sein, zeigen diese wie der Social-Media-Riese expliziten Content, darunter Gewaltanwendung, Hate Speech, Terrorismus, Pornografie und Rassismus, moderiert.

Facebook ist immer wieder in den Schlagzeilen. Zuletzt verhängte die EU-Kommission hohe Strafen für unwahre Angaben bei der Übernahme von WhatsApp.

Unter den hunderten Dokumenten, die der Guardian gesichtet haben will, sind auch Richtlinien in Bezug auf den Umgang mit Selbstverletzung. Diese sollen zeigen, dass das Unternehmen es Usern erlauben will, Livestreams von Versuchen der Selbstverletzung zu publizieren beziehungsweise diese „für das Verbreiten nicht bestrafen oder zensieren will.“ In dem mutmaßlichen Leak heißt es:

Experten haben uns gesagt, dass es das Beste für die Gesundheit der Menschen sei, den Livestream laufen zu lassen, so lange sie mit den Zuschauern interagieren.

Dennoch wolle Facebook einen Gesundheitscheck anbieten für den Fall, dass ein User als selbstmordgefährdet eingeordnet wird.

Problematisch ist jedoch die Tatsache, dass labile Konsumenten selbst auf Selbstmordgedanken kommen könnten, wenn sie derart explizite Inhalte in dem sozialen Netzwerk konsumieren. Die Funktion Facebook Live erlaubt es Usern, jegliche Livestreams ins Netz zu stellen, auch wenn diese Gewalt beinhalten.

Zu Beginn des Monats kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg an, 3.000 weitere Mitarbeiter einzustellen, welche Inhalte sichten sollen. Zuckerberg sagte, die neuen Mitarbeiter sollen das Unternehmen verbessern und vor allem Selbstmordcontent und Kinderpornografie unterbinden.

RT.com kontaktierte Facebook mit der Bitte einer Stellungnahme, doch das Unternehmen verweigerte einen Kommentar. Die Authentizität der vermeintlichen Dokumente aus dem Inneren von Facebook konnte bislang nicht bestätigt werden.

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