Frieden, Energie und Rüstungsdeals: Trump reist nach Saudi-Arabien

Frieden, Energie und Rüstungsdeals: Trump reist nach Saudi-Arabien
Am April 19. 2017 traf König Salman bin Abdulaziz Al-Saud bereits den US-Verteidigungsminister James Mattis, die stellvertretende Sicherheitsberaterin im Weißen Haus, Dina Powell und den Diplomaten Christopher Henzel
Heute tritt US-Präsident Donald Trump seine erste Auslandsreise an. Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten strategischen Partner der Vereinigten Staaten im Nahen Osten. Es soll um eine Zusammenarbeit gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" gehen, um Frieden und um Geschäfte.

Präsident Trumps erste Auslandsreise führt ihn heute nach Saudi-Arabien, wo er bis Montag bleibt. Die vom Präsidenten vergleichbar spät angetretene Auslandsreise soll nach Angabe des nationalen Sicherheitsberaters H.R. McMaster dazu dienen, Menschen aller Religionen mit einer Botschaft des Friedens und Fortschritts zu vereinen. Der Sprecher des Präsidenten, Sean Spicer, verkündete, die Reise sei mit keiner geringeren Absicht verbunden, als die Probleme der Welt zu lösen.

In Riad trifft Trump den saudischen König Salman, weiterhin steht bis Montag ein Gipfeltreffen von 50 muslimischen Ländern an. Trump baue auf die Partnerschaft mit diesen muslimischen Staaten und wolle dazu aufrufen, eine friedvolle Botschaft des Islam zu verbreiten.

Als erste Station Saudi-Arabien und die Geburtsstätte des Islam einzuplanen, hat wohl damit zu tun, dass das autoritär regierte sunnitische Königreich von großer strategischer und militärischer Bedeutung für die USA ist. Saudi-Arabien ist Verbündeter im Kampf gegen den Terror und die USA wollen von den Golfstaaten mehr Untersützung im Kampf gegen den "Islamischen Staat". Angeblich könnte Trump in Riad etwas wie eine arabische NATO fordern. Saudi-Arabien hingegen erhofft sich mehr Unterstützung von Washington im Hinblick auf seinen Erzrivalen Iran.

Bei einem Besuch des saudischen Kronprinzen und Verteidigungsministers Mohammed bin Salman bereitet Donald Trump die bisher umfangreichsten Waffengeschäfte mit der Golfmonarchie vor, 14. März 2017.

Weiterhin stehen am Samstag Treffen von zahlreichen namhaften Unternehmen an. Nach Angaben der Zeitung Arab News wollen daran 90 Firmenchefs aus beiden Ländern teilnehmen, darunter Vertreter von Unternehmen aus dem Finanz- und Energiesektor wie Citigroup, BlackRock und Aramco. Auch der Energie- und der Finanzminister Saudi-Arabiens werden erwartet. Die beiden Länder unterhalten seit den 1930er Jahren wichtige Wirtschaftsbeziehungen, zunächst vor allem im Bereich Energie, doch mittlerweile umfassen diese auch hohe Investitionen Saudi-Arabiens in den USA. So beteiligte sich der reichste Saudi, Prinz al-Walid ibn Talal, bereits vor über zehn Jahren mit hohen Summen an namhaften US-Unternehmen in unterschiedlichen Sektoren. Insbesondere als Energielieferant ist Saudi-Arabien für die Vereinigten Staaten mit täglich 1,1 Millionen Barrel Öl unersetzlich.

Umgekehrt sind die USA - neben Deutschland - ein wichtiger Waffenlieferant für die Golf-Monarchie. Es heißt, im Rahmen dieser Reise sollen neue Rüstungsgeschäfte in Höhe zwischen 98 und 128 Milliarden US-Dollar abgeschlossen werden, die in den kommenden Jahren noch auf bis zu 350 Milliarden wachsen sollen.

Es gibt also neben der Botschaft des Friedens und Fortschritts noch einige andere Punkte auf der Tagesordnung. Am Montag geht Trumps Reise weiter nach Israel, dann in die Palästinensischen Autonomiegebiete, anschließend zum Vatikan, nach Brüssel und nach Sizilien.