Nordkorea - wo liegt das? Zwei Drittel der Amerikaner sind ahnungslos

Nordkorea - wo liegt das? Zwei Drittel der Amerikaner sind ahnungslos
Wandkarte des nordkoreanischen Deserteurs Lee Min-bok, der sich nach einer Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea sehnt. Über seiner Heimat Nordkorea hat er daher die südkoreanische Flagge und ein Kreuz befestigt; Südkorea, 15. Oktober 2014.
Nordkorea ist die größte Bedrohung für die USA. Angesichts des Feindbildes machte die N.Y. Times den Test und bat Amerikaner, es auf der Weltkarte zu finden. Nur ein Drittel bestand den Test. Dabei sind Menschen mit Geografiekenntnissen eher diplomatieaffin.

Ingesamt 1.746 Teilnehmer nahmen an der Studie teil, im Zuge derer Amerikaner den größten Feind der USA (Nordkorea) auf der Weltkarte finden sollten. Aber 64 Prozent lagen falsch und waren ahnungslos, wo genau das Land unter der Führung Kim Jong-uns liegt. 

Wissen schützt vor Kriegswillen 

Die Studie ergab auch, dass Menschen, die sich der Geografie bewusst sind, Befürworter der Diplomatie sind. Diese wünschten sich statt einer militärischen Lösung mehr Sanktionen, einen stärkeren Druck auf China oder Cyberangriffe auf militärische Ziele Nordkoreas. Die Ergebnisse erinnerten auch an eine Studie aus dem Jahr 2014, in denen nach der Ukraine gefragt wurde. Auch hier zeigte sich die gleiche Tendenz: Wissen schützt vor Kriegswillen. Die Stimmung in der südkoreanischen Bevölkerung kippte, nachdem Donald Trump offenkundig wenig Ahnung über die derzeitige Führung und die Geschichte der koreanischen Halbinsel aufwies.

Der US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Mar-a-Lago Resort Palm Beach; Florida, USA, 6. April, 2017.

In einem Fox-News-Interview sprach er, statt Kim Jong-un namentlich zu nennen, von einem "Gentleman". Darüber hinaus wusste Trump nicht, dass die Obama-Regierung sich mit dem Vater Kim Jong-uns beschäftigte und nicht mit Kim Jong-un. Ein Buch, das er zitierte, bezog sich gar auf den Großvater der Herrscherdynastie Nordkoreas. Aber für Trump waren sie alle nur "the Gentleman". Dann, nach einem Treffen mit Xi Jinping, erklärte sich Trump dankbar für die Geschichtsstunde durch den "neuen Freund" aus China. Aber seine Aussage, dass Nordkorea einst chinesisch war, führte zu Protesten in Südkorea. Historiker gingen auf die Straßen und der Rückhalt für US-Truppen auf südkoreanischem Boden schwand. 

Eine Untersuchung der US-Regierung zu Beginn des Jahres, in der die Sympathie und Antipathie der US-Bürger im Bezug auf verschiedene Länder abgefragt wurde, brachte Nordkorea den ersten Platz als Feind der USA ein. Dahinter folgten der Iran, gefolgt von Syrien und dem Irak.