„Sehr, sehr gut“ - Trump und Lawrow zeigen sich nach Treffen optimistisch

„Sehr, sehr gut“ - Trump und Lawrow zeigen sich nach Treffen optimistisch
Sendeten Zeichen der Annäherung: Sergei Lawrow und Donald Trump.
Verhärtete Fronten? Davon scheinen die USA und Russland offenbar wieder abzurücken. Donald Trump und der russische Außenminister Sergei Lawrow beschreiben ihr Treffen in Washington als gut. Es war der erste USA-Besuch des russischen Außenministers seit vier Jahren.

 US-Präsident Donald Trump hat sich bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow dafür ausgesprochen, die Beziehung zwischen beiden Ländern wieder zu verbessern. Das teilte das Weiße Haus am Mittwoch im Anschluss an die Begegnung mit. Trump habe zugleich die Notwendigkeit unterstrichen, dass Russland im Syrien-Konflikt seinen Einfluss geltend machen solle und die Regierung von Baschar al-Assad sowie den Iran im Zaum halten müsse.

Der US-Präsident zeigte sich optimistisch, dass die Situation in Syrien verbessert werden könne. Es passierten Dinge, die sehr positiv seien, erklärte er vor Journalisten im Weißen Haus. Man sei sich darüber einig gewesen, dass das Blutvergießen in dem Bürgerkriegsland „so schnell wie möglich“ ein Ende haben müsse. Russland ist einer der engsten Verbündeten Syriens.

Weißes Haus: Trump erwog Entlassung Comeys schon seit der Wahl

Lawrow sagte nach dem Treffen, Trump habe sein Interesse bekundet, sachlich pragmatische Beziehungen aufzubauen und offene Probleme beizulegen. Der Dialog sei frei von jener Ideologie gewesen, die charakteristisch für die Regierung von Barack Obama gewesen sei, sagte er laut Übersetzung. Trump und seine Regierung seien „Männer der Tat.“ Auch Trump beschrieb die Begegnung in seinem typischen Sprachstil als „sehr, sehr gut.“

Weder der US-Präsident noch Außenminister Rex Tillerson gaben eine gemeinsame Pressekonferenz mit Lawrow. Der russische Außenminister sprach stattdessen in der Botschaft seines Landes in Washington zu Journalisten. Mitten in die Gespräche platzte die überraschende Entlassung des FBI-Chefs James Comey durch Trump. US-Medien und die Demokraten waren schnell wieder mit den altbekannten und nach wie vor unbewiesenen Vorwürfen nach einer Verbindung zwischen dem Wahlkampfteam Trumps und Russland zur Hand.

Dies soll der „wahre Grund“ für die Entlassung Comeys sein. Lawrow wies eine Frage zu den möglichen Verbindungen am Mittwoch zurück und bezeichnete es als „Lärm.“ Es gebe keinerlei Beweise dafür, dass Russland sich in die US-Präsidentschaftswahl eingemischt habe.

Sagten am Montag vor dem US-Senat aus: Der ehemalige Nationale Geheimdienstdirektor James Clapper und Ex-Justizministerin Sally Yates.

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA hatten sich zuletzt wieder verschlechtert. Die USA hatten Anfang April nach einem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien völkerrechtswidrig eine Militärbasis der Syrischen Armee angegriffen. Moskau kritisierte das massiv. Bei einem Treffen von Lawrow und Tillerson in Moskau sprachen beide Seiten von einem „Tiefpunkt der Beziehungen.“

Nach Darstellung Lawrows werden sich der russische Präsident Wladimir Putin und Trump am Rande des G20-Gipfels im Juli in Hamburg treffen. Das Weiße Haus hat bislang nur gesagt, dass es Bestrebungen für ein solches Treffen gebe. Es war das erste Mal seit vier Jahren, dass Lawrow  für ein Treffen nach Washington reiste. Unter der Vorgängerregierung traf er sich mit seinem damaligen Amtskollegen John Kerry in Moskau oder auch in der Schweiz. (dpa / rt deutsch)

ForumVostok