Internationales Ermittlerteam hebt Kinderporno-Ring aus - 900 Festnahmen

Internationales Ermittlerteam hebt Kinderporno-Ring aus - 900 Festnahmen
Nach zwei Jahren Ermittlungsarbeit konnte ein internationales Ermittlerteam einen weltweit agierenden Kinderporno-Ring ausheben. 900 Verdächtige wurden festgenommen, fast 300 missbrauchte Kinder wurden identifiziert und teils gerettet.

Internationalen Ermittlern ist ein bedeutender Schlag gegen einen weltweiten Kinderpornoring im Darknet gelungen. Weltweit wurden rund 900 Menschen festgenommen worden, fast die Hälfte davon in Europa.

Auch konnten 296 sexuell missbrauchte Kinder identifiziert oder gerettet werden. An der Aushebung des Kinderpornorings haben die Beamten mehr als zwei Jahre gearbeitet.

Der Ermittlungserfolg ist der größte Fall in einer Reihe erfolgreicher Schläge gegen die Kinderporno-Szene. Erst vor zwei Wochen hatten Europol und Interpol gemeinsam die Festnahme von 38 Personen, darunter auch Deutsche, gemeldet. Sie hatten über den Messenger-Dienst WhatsApp kinderpornografische Bilder ausgetauscht. In den Monaten zuvor waren Fälle in Norwegen und Spanien bekannt geworden.

Ermittlungserfolg: Die Behörden von Los Angeles geben im Zuge ihrer Ermittlungen gegen Menschenhändler die Festnahme von 474 Verdächtigen bekannt. Foto:  LA County Sheriff

Anfang dieser Woche waren die drei Hauptverantwortlichen der Internet-Plattform «Playpen» in den USA zu Gefängnisstrafen von bis zu 30 Jahren verurteilt worden, darunter der 58 Jahre Schöpfer der Website aus Florida. Playpen ist nach Angaben von Europol eine der weltweit größten Kinderporno-Plattformen mit mehr als 150.000 Nutzern. Federführend für die Aktion war das amerikanische FBI.

Nach Angaben der US-Bundespolizei wurden allein in den USA 25 Menschen angeklagt, die Kinderpornografie produziert und 51 Menschen, die Kinder körperlich missbraucht haben sollen. 55 Kinder seien allein in den USA identifiziert und gerettet worden.

Playpen befand sich im verborgenen Teil des Internet, im Darknet. Über die Plattform konnten Nutzer Zugang zu großen Beständen von Kinderpornos bekommen.

Doch der Kampf gegen Kinderpornographie im Internet gleicht dem gegen eine Hydra. «Playpen ist geschlossen, aber andere machen weiter», sagte FBI-Special Agent Dan Alfin. «Wir setzen unsere Bemühungen fort, so gut wir nur können», betonte er. «Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel, mit der Einschränkung, dass es kein Spiel ist.»


(rtdeutsch/dpa)

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