Assange fordert Schweden zur Aufhebung des Haftbefehls auf und nennt Clinton "Schlächter Libyens"

Assange fordert Schweden zur Aufhebung des Haftbefehls auf und nennt Clinton "Schlächter Libyens"
Julian Assanges Anwalt hat in Stockholm die Aufhebung des Haftbefehls gegen seinen Mandanten beantragt. WikiLeaks-Gründer Assange wird versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Jüngste Äußerungen des CIA-Direktors verstärken jedoch den Eindruck eines abgekarteten Spiels.

Bereits seit dem Jahr 2012 verweilt Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London, die dem Gründer von WikiLeaks Schutz gewährt. Julian Assange machte tausende geheime Dokumente über die Plattform öffentlich und fürchtet, im Fall einer Anklage in Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Im November 2016 kam es in der Botschaft Ecuadors in London zu einem Verhör bezüglich der angeblichen Vergewaltigung, die sich im Jahr 2010 zugetragen haben soll. Assange sieht den Vorwurf als ein Mittel, um seine Verhaftung und Auslieferung in die USA herbeiführen zu können. 

Der Anwalt Assanges, Per E Samuelson, hofft unterdessen darauf, dass die Anklage gegen Assange nun fallengelassen wird. Samuelson gegenüber der schwedischen Nachrichtenagentur TT:

Das verbliebene Problem muss neu aufgerollt werden - auf der Basis, dass eine reale Gefahr besteht, dass die USA seine Ausweisung fordern. 

Die Befürchtungen Assanges sind berechtigt. Die USA haben seine Verhaftung zu einem Ziel von höchster Priorität erklärt. Der Direktor der CIA, Mike Pompeo, nannte WikiLeaks einen "feindseligen Nachrichtendienst". 

Wenn die Anklage gegen ihn fallengelassen würde, könnte Assange in Ecuador politisches Asyl beantragen. Samuelson sagte außerdem: 

Da die Tatsache gegeben ist, dass die USA ihn offensichtlich jagen, muss er sich um sein politisches Asyl kümmern können und es ist Schwedens Pflicht, sicherzustellen, dass Schweden nicht mehr der Grund ist, dass er sich in der Botschaft aufhält. 

Zuvor hatte das schwedische Gericht einem ähnlichen Gesuch eine Absage erteilt. Jetzt aber sei es laut Samuelson einfach, zu beweisen, dass Assange gejagt wird. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen wird das schwedische Gericht über Assanges Gesuch entscheiden.

Die Enthüllungen von WikiLeaks waren dem US-Präsidenten Donald Trump während seines Wahlkampfes nützlich, da diese die Kandidatin Hillary Clinton in einem äußerst unvorteilhaften Licht erscheinen ließen. Die Einstufung WikiLeaks als "feindlicher Geheimdienst" ist hingegen jetzt, wo Assange zur Belastung wird, ein hilfreiches Mittel, um ihn weiterhin zu einer Persona non grata zu erklären. 

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