Live-Ticker zu den Wahlen in Frankreich: Macron und Le Pen in Stichwahl

Live-Ticker zu den Wahlen in Frankreich: Macron und Le Pen in Stichwahl
Die erste Wahlrunde in Frankreich steht an. Und es ist spannend, wie schon lange nicht mehr.
Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich liegen Mitte-links-Politiker Emmanuel Macron und Rechtspopulistin Marine Le Pen nach ersten Hochrechnungen vorn. Sie gehen am 7. Mai in die Stichwahl. Das offizielle Endergebnis wird für heute Nacht erwartet.

Verfolgen Sie hier den Live-Ticker von RT Deutsch zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich:

08:00 Uhr: Die Kandidatin Marine Le Pen erhielt in der Front National Hochburg Hénin-Beaumont 46,5 Prozent der Wählerstimmen. Mit 14,86 Prozent erhielt der frankreichweit Zweitplazierte Emmanuel Macron lediglich 14,86 Prozent und kam damit, noch hinter Jean-Luc Mélenchon mit 19,7 Prozent der Stimmen, auf Platz drei. In seinem eigenen Wahlkreis in der nordöstlichen Gemeinde Le Touquet kommt Macron bei den Präsidentschaftswahlen auf 30,39 Prozent der Stimmen und damit auf Platz zwei, hinter dem Konservativen François Fillon mit 50,8 Prozent den zweiten Platz.

07:00 Uhr: Die erste Runde der Präsidentenwahlen rief auch international Reaktionen hervor. Unter europäischen Politikern sorgte der knappe Wahlerfolg Emmanuel Macrons größtenteils für Erleichterung. So äußerte sich etwa Bundesaußenminister Sigmar Gabriel wie folgt über den Erfolg seines Freundes:

Ich bin sicher, dass er neuer französischer Präsident wird.

Regierungssprecher Steffen Seibert brachte es im Namen der Bundesregierung auf folgende Formel:

Gut, dass Emmanuel Macron mit seinem starken Kurs für eine starke EU und soziale Marktwirtschaft Erfolg hatte.

Auch SPD-Kanzlerkanidat Martin Schulz begrüßt den Etappensieg Macrons. Laut Schulz sei dies eine gute Nachricht für Frankreich, aber auch Deutschland und Europa. Laut dem Sozialdemokraten habe die "offene Rassistin und Anti-Europäerin" Marine Le Pen eine Niederlage erlitten. Dennoch erreichte Marine Le Pen das beste Ergebnis in der Geschichte des Front National.

06:00 Uhr: Nach seinem Erfolg in der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl äußerte sich Emmanuel Macron. Demnach wolle er "Präsident des ganzen Volks von Frankreich" werden:

Der Präsident der Patrioten angesichts der Bedrohung durch die Nationalisten.

Die Zweitplazierte Kandidatin Marine Le Pen äußerte sich wie folgt:

Es ist Zeit, das französische Volk von den arroganten Eliten zu befreien, die ihm sein Verhalten vorschreiben wollen.

Laut Prognosen des Meinungsforschungsinstitut Ipsos ist mit einem deutlichen Sieg Macrons in der Stichwahl am 7. Mai zu rechnen. Demnach würde der Kandidat Macron mit 62 Prozent der Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt. Le Pen würde auf nur 38 Prozent der Stimmen kommen.

05:00 Uhr: Nach Angaben des französischen Innenministeriums vom frühen Montagmorgen und nach Auszählung von etwa 90 Prozent aller Stimmen kommt der EU-freundliche Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron auf 23,9 Prozent der Stimmen. Seine Rivalin Marine Le Pen vom Front National kann 21, 4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

23:41 Uhr: Macron und Le Pen liefern sich ein Kopf-An-Kopf-Rennen um den ersten Platz. Das französische Innenministerium erklärt nach der Auszählung von knapp 38 Millionen Stimmen, Macron stehe bei 23,11 Prozent, Le Pen bei 23,07 Prozent. Insgesamt waren rund 47 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen. Nach Auszählung von rund 20 Millionen Stimmen lag Le Pen mit 24,38 Prozent der Stimmen noch deutlich vor Macron, der auf 22,19 Prozent kam.

23:25 Uhr: Geert Wilders von der niederländischen Partei für die Freiheit freut sich für Marine Le Pen:

23:07 Uhr: Randale in Paris. Mehrere Hundert vorwiegend jugendliche Demonstranten haben am Abend der französischen Präsidentenwahl in Paris randaliert. Ungefähr 300 Menschen folgten einem Aufruf antifaschistischer und antikapitalistischer Bewegungen und kamen am Sonntag auf dem Bastille-Platz in der Hauptstadt zusammen, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. Die Polizeipräfektur rief Autofahrer über Twitter dazu auf, den Bereich zu meiden. Einige der Versammelten warfen Flaschen und Knaller auf in großer Zahl anwesende Polizisten. Einige waren vermummt und schwarz gekleidet. Drei Personen wurden von den Sicherheitskräften festgesetzt. Zwei Menschen wurden verletzt. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt, sagten Teilnehmer einem dpa-Reporter. Einige hatten geschwollene Augen. Im Osten der Stadt beschädigten Demonstranten Bushaltestellen und stießen Mülleimer um.

22:55 Uhr: Die Bundesregierung freut sich über das erfolgreiche Abschneiden von Macron:

22:52 Uhr: Le Pen offenbar vorne. Teilergebnissen zufolge liegt die Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich vorn. Wie das Innenministerium mitteilte, kam sie auf 23,6 Prozent, Mitte-Links-Kandidat Emanuel Macron auf 22,78 Prozent - nach der ersten Auszählung lag Le Pen mit 25 zu 21,3 Prozent vorne. Prognosen sahen allerdings Macron mit 23 bis 24 Prozent vor Le Pen mit 21 bis 23 Prozent. Die Teilergebnisse stammten aus ländlichen Gegenden, die eher nach rechts tendieren, während die großen Ballungszentren erst später ausgezählt werden. Deshalb könnte sich das Ergebnis noch in Richtung des prognostizierten Sieges von Macron verschieben.

22:49 Uhr: Der Euro hat mit kräftigen Gewinnen auf den voraussichtlichen Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen reagiert. Die Gemeinschaftswährung stieg im frühen Handel am Montagmorgen (Ortszeit) im neuseeländischen Auckland zum US-Dollar auf den höchsten Stand seit fünf Monaten und kostete zuletzt 1,0933 Dollar. Das ist ein Gewinn von 1,9 Prozent im Vergleich zum Freitagabend.

22:41 Uhr: In der Stichwahl am 7. Mai würde sich Macron neuesten Umfragen zufolge klar gegen Le Pen durchsetzen. Bei Harris Interactive kommt er auf 64 Prozent. Einer Erhebung von Ipsos/Sopra zufolge vereinigt Macron 62 Prozent der Stimmen auf sich, Le Pen erreicht 38 Prozent.

22.32 Uhr: Offenbar wurden die Mitarbeiter von RT France nicht in den Saal gelassen, in dem Emmanuel Macron seine Siegesrede hält:

22:19 Uhr: Es gibt neue Zahlen, doch die Unterschiede sind minimal. Marine Le Pen, François Fillon und Jean-Luc Mélenchon machen wenige Prozentpunkte hinter dem Komma gut:

22:04 Uhr: Auch Mélenchon meldet sich per Twitter. Er bedankt sich bei seinen Anhängern und spricht keine Empfehlung für die zweite Runde aus. "Ich habe von meinen 450.000 Anhängern kein Mandat bekommen, um für die zweite Runde eine Empfehlung auszusprechen", so Mélenchon. Er erinnert gleichzeitig an die Werte der Republik:

21:30 Uhr: Ein erstes Statement von Marine Le Pen: Die Rechtspopulistin hat nach ihrem Einzug in die Stichwahl um das Amt des französischen Staatspräsidenten von einem «historischen Ergebnis» gesprochen. «Es ist Zeit, das französische Volk von den arroganten Eliten zu befreien, die ihm sein Verhalten vorschreiben wollen» sagte sie am Sonntagabend. «Die Franzosen müssen diese historische Gelegenheit ergreifen», betonte die Chefin der rechtsextremen Front National. «Denn die große Herausforderung dieser Wahl ist die wilde Globalisierung, die unsere Zivilisation gefährdet.» Sie sprach von einer Entscheidung zwischen der «totalen Deregulierung ohne Grenzen und ohne Schutz» und «Grenzen, die unsere Jobs schützen, unsere Kaufkraft, unsere Sicherheit, unsere nationale Identität».

21:17 Uhr: Erste Reaktionen auch aus Deutschland: Grünen-Chefin Simone Peter wertete den Ausgang der ersten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich als positives Zeichen. "Le Pen auf Platz zwei verwiesen", twitterte sie. "Demokratische Aufklärung wirkt, wie schon in Österreich und den Niederlanden. In Europa liegt unsere Zukunft!" Auch SPD-Fraktionsvize Axel Schäfer sieht durch den Ausgang der ersten Runde den "rechten Vormarsch" in Europa gestoppt. "Ein Signal für Europa, ein Signal der Erneuerung", twitterte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner nach ersten Hochrechnungen. "Emmanuel Macron macht auch Deutschland Mut." Der SPD-Europapolitiker Jo Leinen hingegen ist über das starke Abschneiden der Rechtspopulistin Marine Le Pen im ersten Durchgang der französischen Präsidentenwahl erschreckt. "Die Europäische Union hat den Bürgerinnen und Bürgern Stabilität und Frieden gegeben. Dies sollten die Franzosen nun nicht leichtfertig aufs Spiel setzen", sagte er.

21:05 Uhr: Hier der Jubel im Macron-Lager als das vorläufige Ergebnis bekannt gegeben wird:

20:59 Uhr: Macron meldet sich zu Wort: Franzosen wollen Erneuerung. Der sozialliberale Politiker Emmanuel Macron sieht seinen Erfolg bei der ersten Runde der Präsidentenwahl als eine Wende in der französischen Politik. „Die Franzosen haben ihren Wunsch nach einer Erneuerung ausgesprochen“, sagte Macron der französischen Nachrichtenagentur AFP

20:55 Uhr: Auch der konservative Kandidat François Fillon ruft dazu auf, nun für Emmanuel Macron zu stimmen. Er sei allein verantwortlich für seine Niederlage, sagte Fillon. Jetzt wähle er so, wie es für seine Kinder in Frankreich am besten ist, und da laute die Wahl: Macron.

20:40 Uhr: So sieht das Ergebnis der ersten Wahlrunde bis jetzt aus:

20:20 Uhr: der Kandidat der französischen Sozialisten Benoît Hamon räumt seine Niederlage ein und empfiehlt nun Macron zu wählen:

20:11 Uhr: Die erste offizielle Prognose des Abends sieht Emmanuel Macron mit 23,7 Prozent und Marine Le Pen mit 21,7 Prozent vorn. Es ist eine richtungsweisende Abstimmung für Europa: Frankreich bestimmt einen neuen Präsidenten. Und so wie es derzeit aussieht kommt es zu einer Stichwahl zwischen dem sozialliberalen Emmanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen vom Front National. Die beiden setzten sich offenbar im ersten Wahlgang gegen ihre neun Konkurrenten durch. Der zweite und entscheidende Durchgang findet am 7. Mai statt.

19:55 Uhr: Auch in London mobilisiert die Wahl offenbar viele Auslands-Franzosen:

19:50 Uhr: Die meisten Wahllokale in Frankreich haben schon geschlossen. Nur in den großen Städten haben die Wähler noch Zeit bis 20 Uhr. 

19:40 Uhr: Sahra Wagenknecht macht kein Hehl daraus, wem sie die Daumen drückt:

19:30 Uhr: Zwei von drei Instituten sehen Macron vorne, Le Pen auf Platz zwei. Laut dem belgischen Rundfunk und der belgischen Zeitung „L’Echo“ liegt der sozialliberale Ex-Wirtschaftsminister Macron mit etwa 24 Prozent vorn. Le Pen, Fillon und Mélenchon lägen mit 18 bis 20 Prozent dahinter, berichtete der Sender RTBF am Abend. Doch noch immer gilt: Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Das belgische Magazin L’Echo nannte als Quelle mehrere französische Meinungsforschungsinstitute. L’Echo schreibt, zwei von drei Instituten sähen Le Pen auf dem zweiten Platz. Das dritte Institut sehe noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei. Die erste offizielle Prognose wird für 20 Uhr erwartet - dranbleiben!

19:14 Uhr: Der belgische Fernsehsender RTBF hat neue Ergebnisse von Nachwahlbefragungen veröffentlicht. Der liberale Kandidat Emmanuel Macron bleibt bei 24 Prozent, seine Kontrahenten Le Pen, Mélechon und Fillon sollen hingegen Werte zwischen 18 und 20 Prozent erreicht haben. Es wird spannend!

19:02 Uhr: Der US-amerikanische Präsident Donald Trump meldete sich schon um 16:05 Uhr zu Wort. Natürlich per Twitter:

18:52 Uhr: Rund 88.000 Franzosen in Deutschland sind am Sonntag ebenfalls aufgerufen, bei der Präsidentschaftswahl ihr Kreuz zu machen. Hier einige Impressionen aus Berlin:

17:55 Uhr: Wahlbeteiligung bei von etwa 80 Prozent erwartet. Nach Schätzungen der Meinungsforscher von Ifop-Fiducial und Harris Interactive dürften sich knapp 20 Prozent der Wahlberechtigten nicht an den Wahlen beteiligt haben. Damit würde die Wahlbeteiligung in etwa wie 2012 bei rund 80 Prozent liegen.

17:25 Uhr: Auch in Großbritannien wird mitgewählt. Zehntausende Franzosen haben sich von Großbritannien aus an der ersten Wahlrunde beteiligt. Besonders lang waren am Sonntag die Schlangen vor den 25 Wahllokalen in einer französischen Schule in London. Die Organisatoren rechneten dort mit insgesamt 50.000 Menschen. Auch in London sicherten Polizisten das Areal ab. In ganz Großbritannien wurden 70 Wahllokale eingerichtet, darunter in Birmingham, Leeds und Edinburgh.

16:55 Uhr: Umfrage des Belgischen Rundfunks sieht Macron bis Mittag vor Le Pen. In einer Nachwahlbefragung habe Macron bis zum Mittag 24 Prozent erreicht, dicht gefolgt von der Rechtspopulistin Marine Le Pen mit 22 Prozent, berichtete der Sender RTBF. Der Konservative François Fillon kam demnach auf 20,5 Prozent der befragten Wähler, der linke Kandidat Mélenchon bisher nur auf 18 Prozent.

Doch die Zahlen sind noch nicht entscheidend. Auch ist nicht klar, ob sie repräsentativ sind. RTBF sagte nicht, wo oder von welchem Institut die Umfrage durchgeführt wurde oder wie viele Personen befragt wurden. Die Wahllokale sind noch bis 19.00 Uhr geöffnet, in großen Städten sogar bis 20.00 Uhr.

Erst dann sind offizielle Hochrechnungen zu erwarten. In Frankreich ist die Veröffentlichung von Umfragewerten und Teilergebnissen untersagt, solange noch gewählt wird. Die Stichwahl ist am 7. Mai.