Vault-7: US-Geheimdienste fahnden fieberhaft nach CIA-Maulwurf

Vault-7: US-Geheimdienste fahnden fieberhaft nach CIA-Maulwurf
Der US-Geheimdienst fahndet zusammen mit dem FBI unter seinen eigenen Leuten nach "Verrätern" die streng geheime Daten an Wikileaks weitergaben
Die US-Geheimdienste CIA und FBI bündeln ihre Ressourcen, um gemeinsam im Fall der Vault-7-Enthüllungen zu ermitteln. Sie suchen die Quelle eines der größten Geheimdienst-Datenlecks, das die Plattform Wikileaks im Vormonat veröffentlicht hatte.

Wie das Nachrichtenportal CBS News informierte, werden derzeit Hunderte von Verdächtigen im Zusammenhang mit einem der größten Fälle von Geheimdienstenthüllungen unter die Lupe genommen. Die Dienste FBI und CIA ermitteln zusammen und vermuten, dass sich die Quelle der Enthüllungen unter diesen Hunderten von Agenten befindet oder aber der Sicherheitsdienstleister ist, der direkten Zugriff auf das Material hatte.

Schattenmacht ohne Kontrolle

Am 7. März veröffentlichte Wikileaks über 8.000 streng geheime Dokumente, aus denen hervorging, dass Hacker des US-Geheimdienstes vom US-Konsulat in Frankfurt am Main aus Schadsoftware, Viren sowie Trojaner für das gezielte Ausnutzen von System-Schwachstellen verwenden. Damit verschaffen sie sich nicht nur Zugang zu alltäglichen Geräte wie Smartphones, sondern instrumentalisieren diese auch für so genannte False-Flag-Angriffe, also Cyberangriffe unter falscher Flagge, mittels derer sie jederzeit unliebsame politische Gegner diskreditieren können.

WikiLeaks enthüllt CIA-Instrumente zur Fernsteuerung von Smartphones

Die Tätigkeiten des US-Geheimdienste entziehen sich somit nicht nur der demokratischen Kontrolle der Regierungen von Ländern vieler betroffener Bürger, sondern auch jener durch die US-Regierung. Immerhin hat die CIA in diesem Fall de facto ihre "eigene NSA“ installiert.

Diese neue Abteilung ist also faktisch noch weniger als je zuvor der Kontrolle durch die Regierungen und die Öffentlichkeit ausgesetzt. Die im März unter dem Namen "Year Zero" veröffentlichten Dokumente stellen laut Wikileaks nur ein Prozent der diesmal aus dem US-Geheimdienst nach außen gedrungenen Daten dar.

Geheimdienstmitarbeiter gaben gegenüber dem Nachrichtenportal Reuters im März an, dass sie seit Ende des vergangenen Jahres mit dieser Enthüllung gerechnet hatten.

Datenleck kommt mutmaßlich von innen

Noch am Tag der Bekanntgabe eröffneten die zuständigen Behörden ein Strafverfahren. Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass die Enthüllung das Werk eines externen Hackers war, sondern jenes eines internen Mitarbeiters. Diese Einschätzung stimmt auch mit dem Inhalt der öffentlichen Bekanntgabe von Wikileaks überein, die das Whistleblower-Portal parallel zur Vault-7-Veröffentlichung lancierte. Demnach zirkulierte das entsprechende Datenarchiv ohne Genehmigung zwischen ehemals staatlichen Hackern und Dienstleistern, von denen einer den bisher veröffentlichten Teil an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergab.

Auch der frühere stellvertretende CIA Direktor Mike Morell betonte kurz darauf, dass ein Insider die Information weitergegeben haben musste, da diese sich in streng geheimen innerdienstlichen Netzwerken befand. Der bekannte Geheimdienst-Whistleblower Edward Snowden gab über Twitter eine ähnliche Einschätzung ab.

Die auf RT veröffentlichten Anschuldigungen im ersten öffentlichen Auftritt des neuen CIA-Direktors Mike Pompeo gegen Wikileaks, die Plattform sei ein "nicht-staatlicher, feindlicher Geheimdienst", wies Assange als PR-Trick zurück. Damit versuche der CIA-Direktor, sich angesichts der nun klaren Beweislage bezüglich der illegalen Aktivitäten des Geheimdienstes CIA zu verteidigen.

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