Trumps Unwissenheit über Nordkorea und die Folgen für den Weltfrieden

Trumps Unwissenheit über Nordkorea und die Folgen für den Weltfrieden
Präsident Donald Trump in Washington, USA, 4. April 2017.
Ein kurzes Interview des US-Präsidenten Donald Trump mit Fox News offenbarte dessen sehr oberflächliches Wissen über Nordkorea. Eine amerikanische Kriegsflotte ist nicht dort, wo man sie wähnt, und verbale Drohungen bringen die Welt nahe an einen Atomkrieg.

Trumps chinesischer Charakter "Te" wird in China als Namensgeber gemieden, denn er bedeutet "Feuer". Die Vorboten seines Namens scheinen sich - für die Chinesen und die Weltgemeinschaft - nun zu bewahrheiten, denn Trump befeuert die sozialen Medien immer wieder mit Drohungen an Nordkorea. Unwahrheiten der US-Regierung über die Verlegung von Kriegsschiffen und nun auch noch öffentlich gewordene Informationsdefizite des neuen amerikanischen Präsidenten stellen ein großes Gefahrenpotenzial dar.

Ein Interview mit dem US-Kanal Fox News machte deutlich, dass Donald Trump von Nordkorea nicht so viel Ahnung zu haben scheint, wie man von ihm erwarten könnte. 

Hierin bezeichnete er das Regierungsoberhaupt Nordkoreas, ohne einen Namen zu nennen, als "Gentleman" und zog einen Vergleich zur Regierung Obama und deren vermeintlichem Umgang mit demselben in einem Friedensabkommen. Dabei spricht Trump über Beziehungen mit drei unterschiedlichen Regierungsoberhäuptern in Nordkorea, als ob es sich um ein und dieselbe Person handelte:

Ich will nicht bekannt geben, was ich mache und denke. Ich bin nicht wie andere Regierende, die sagen, wir werden dies oder das in vier Wochen tun – dies ist nicht meine Art. Wir werden sehen, was passiert. [...] Ich hoffe, dass es Frieden geben wird. Wissen Sie, die haben mit diesem Gentleman über lange Zeit gesprochen. Man liest Clintons Buch, er sagte "wir haben ein gutes Friedensabkommen geschaffen" und es war ein Witz. [...] Jeder wurde von diesem Gentleman übertrumpft. Wir werden sehen, was passiert.

Friedenstauben und Raketenattrappen während einer Militärparade in Pjöngjang, Nordkorea, 15. April 2017.

Kim Jong-un, das derzeitige Regierungsoberhaupt Nordkoreas, nahm erst 2011 diese Position ein, während der Amtszeit Obamas. Vorgänger war dessen Vater Kim Jong-il, mit dem sich die Regierung Obamas auseinanderzusetzen hatte. Und es war Kim Jong-uns Großvater Kim Il-sung, mit welchem die Amerikaner jenes Nuklearwaffenabkommen schlossen, auf welches Trump anspielt.

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Auf die Aussage der Moderatorin: "Sie haben eine Marine-Flotte, die auf dem Weg in das Japanische Meer ist", nickte Trump. Aber nein - auch dies war, zu dem Zeitpunkt des Interviews, nicht richtig. Denn da war die Kriegsflotte, angeführt von der USS Carl Vinson, auf dem Weg nach Australien, anstatt wie angekündigt die koreanische Halbinsel anzusteuern. Inzwischen soll die Kriegsflotte umgekehrt sein und sich doch zum angekündigten Ziel bewegen. 

Das Weiße Haus führte den Fehler auf eine schlechte Kommunikation zwischen dem Militär und der Regierung zurück. Aber dieser Fauxpas führte dazu, dass die Chinesen sich gezwungen sahen, eigene Aufklärungsschiffe einzusetzen, um sicherzugehen, welche Schritte die Amerikaner vor ihrer Haustür unternehmen. In Peking ist man nicht erst seit kurzem der Überzeugung, dass den Aussagen der US-Regierung nicht zu trauen ist.

Gegenüber dem Wall Street Journal bestätigte Trump, dass er einen Schlag gegen Nordkorea als einfach erachtete, bis ihm der chinesische Präsident zehn Minuten lang die komplexe Geschichte rund um Nordkorea zusammenfasste, was auch Trump davon überzeugte, dass es doch nicht so einfach sei, Nordkorea anzugreifen. Aber bis zu dieser Erkenntnis hatten beide Seiten bereits nicht rücknehmbare verbale Drohungen in die Welt getragen. Kritiker Trumps beschreiben seine Politik bereits mit dem Spruch: "Fake it, 'til you make it." - Es ist so lange falsch, bis es richtig ist.