Assange gegen CIA: WikiLeaks-Gründer gibt Interview zu angeblicher Unterstützung durch Russland

Assange gegen CIA: WikiLeaks-Gründer gibt Interview zu angeblicher Unterstützung durch Russland
Nachdem der neue CIA-Chef wilde Drohungen gegen WikiLeaks und alle Unterstützer der Organisation aussprach, meldet sich Julian Assange auf CNN zu Wort. Zum wiederholten Mal dementiert er, dass die Whistleblower von staatlichen Stellen unterstützt werden.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat zum wiederholten Spekulationen über eine Zusammenarbeit der Enthüllungsplattform mit der russischen Regierung zurückgewiesen. "Wir erhalten keine Unterstützung oder Finanzierung aus Russland", so Assange gegenüber CNN Español. Seine Enthüllungsplattform habe mehr als 600.000 Dokumente über Russland und 2,3 Millionen Dokumente über dessen Verbündeten Syrien veröffentlicht.

"Es gibt keine Beziehung zwischen WikiLeaks und Russland. Im Gegenteil: WikiLeaks hat aggressiv über Russland und seine Alliierten publiziert", so Assange.

Vor wenigen Tagen hatte CIA-Chef Mike Pompeo WikiLeaks als "feindlichen Geheimdienst" bezeichnet und der Plattform vorgeworfen, von staatlichen Akteuren wie Russland „angetrieben“ zu werden. Assange dementierte energisch, dass WikiLeaks von staatlichen Stellen unterstützt werde. Die Organisation erhalte ihre Informationen nicht von Regierungen. "Unsere Quelle ist kein Staat – weder Russland noch China", sagte Assange.

Als WikiLeaks-Gründer Julian Assange seine ersten öffentlichen Auftritte hatte, rief er die Hacker-Community dazu auf, einen „Geheimdienst des Volkes“ zu gründen, um die Mächtigen dieser Welt zu überwachen. Bei dem Chaos Computer Congress (CCC) in Berlin regte er etwa an, dass Programmierer sich von Geheimdiensten anwerben lassen, um wie Edward Snowden Informationen zu veröffentlichen.

Diese Aussagen nimmt nun der neue CIA-Chef von Donald Trump, Michael Pompeo, sehr ernst. Die CIA sieht neuerdings in WikiLeaks einen „nichtstaatlichen feindlichen Geheimdienst“, so Pompeo am 13. April in einer Rede vor Beratern in Washington. In seiner Rede behandelte der neue CIA-Chef auch Nachrichtenagenturen, die über staatliche Verbrechen berichten, als Feinde der Vereinigten Staaten.

An den WikiLeaks-Gründer gerichtet, erklärte Pompeo: „Auf Julian Assange findet der erste Verfassungszusatz keine Anwendung.“ Assange hatte am 11. April WikiLeaks in einem Gastbeitrag für die Washington Post verteidigt und damit offensichtlich Pompeos Reaktion ausgelöst. Pompeo erklärte nun in seiner Rede:

„Wir haben erkannt, dass wir nicht länger zulassen können, dass Assange und seine Kollegen die Meinungsfreiheit gegen uns ausnutzen. Wenn wir zulassen, dass sie Geheimnisverrat nutzen, um uns zu vernichten, dann wird der Sinn unserer großartigen Verfassung ins Gegenteil verkehrt. Das muss aufhören.“

Pompeo bezeichnet die Enthüllungen durch Whistleblower als „ein falsches Narrativ, das unsere öffentliche Debatte in wachsendem Maß bestimmt“. WikiLeaks würde die Arbeit und die Leistungen der CIA „herabsetzen und zerstören“. Deshalb müssten derartige Aktivitäten als Verrat behandelt werden. In den Vereinigten Staaten steht auf Verrat die Todesstrafe. Vergangenen November forderte Pompeo bereits die Todesstrafe für Edward Snowden.

„In der heutigen digitalen Umgebung“, argumentierte Pompeo, könnten Whistleblower „gestohlene amerikanische Geheimnisse sofort weltweit an Terroristen, Diktatoren, Hacker und jeden anderen weiterreichen, der uns Schaden zufügen will“.

Er griff Assange auch persönlich an und nannte ihn einen „Liebling der Terroristen“, einen „Narzisst“, „Betrüger“ und „Feigling“. „Assange und seinesgleichen machen mit Diktatoren gemeinsame Sache“, behauptete Pompeo.