Russland warnt die USA vor Aktionen in Nordkorea wie in Syrien

Russland warnt die USA vor Aktionen in Nordkorea wie in Syrien
Amphibische Kriegsschiffe der US-Marine vor der Küste der koreanischen Halbinsel, 8. März 2016.
Angesichts der neuen politischen Leitlinie der US-Regierung gegenüber Nordkorea, die keine Geduld mehr mit der Halbinsel haben will, warnte Russland die USA vor einem ähnlichen Verhalten wie in Syrien. Trotz der erneuten Raketentests sollten die USA die internationalen Gesetze wahren.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow sagte, dass die Aussagen des US-Vizepräsidenten Mike Pence gegenüber Pjöngjang die Krise nicht überwinden würden. Gleichzeitig äußerte er seinen Wunsch, dass sich der US-Anschlag auf Syrien nicht in Nordkorea wiederhole: 

Ich hoffe, dass es keine unilateralen Aktionen wie kürzlich in Syrien geben wird. 

Der amerikanische Vizepräsident landete am Ostersonntag im südkoreanischen Seoul. Seine Ankunft wurde von einem erneuten, aber scheinbar gescheiterten Raketentest Pjöngjangs begleitet. Mike Pence gab darauf das Ende der "Ära der Geduld" der Amerikaner gegenüber Nordkorea bekannt. Pence machte öffentlich, dass Trump mit seinem Schlag gegen die syrische Militärbasis die Stärke und Schlagkraft der Amerikaner bewiesen habe. 

Nordkorea hat die USA vermehrt gewarnt, dass amerikanische Manöver vor ihrer Grenze eine Aggression gegen Pjöngjang seien. Auch Pence bestätigte bei seinem Besuch in Seoul, dass alle "Optionen" gegen Nordkorea möglich seien. In einer Pressekonferenz mit dem Übergangspremierminister und derzeitigen Präsidenten Südkoreas, Hwang Kyo-ahn, gab Pence bekannt, dass sich die Trump-Regierung von vorherigen US-Regierungen dahingehend unterscheide, dass sie Nordkorea nicht durch Verhandlungen zur Beseitigung der Nuklearwaffen bringen werden. 

Hierbei dienten Pence die Angriffe auf Syrien und Afghanistan als ein Leitbild und eine Warnung an die Welt, dass seine Regierung nicht vor Taten zurückschrecke. Kim Jong-un nannte er die größte Gefahr für Sicherheit und Frieden. Im Bezug auf das umstrittene THAAD-System der USA, welches bereits in Teilen nach Südkorea geliefert wurde, verlautbarte Pence, dass die Amerikaner dieses weiterhin liefern werden, die Entscheidung aber bei der nächsten Regierung Südkoreas liegen würde. Nach einer Amtsenthebung der ehemaligen Präsidentin Park Geun-hye, die das südkoreanische Volk nach Korruptionsskandalen forderte, wird Südkorea von einer Übergangsregierung geführt. 

Auch Pence Aussage im Bezug auf die Rolle Chinas deckte sich mit der Trumps: 

Wenn China sich nicht um Nordkorea kümmert, dann werden die USA dies gemeinsam mit ihren Alliierten tun. 

Lawrow fasste zusammen, dass die derzeitige US-Politik wohl kaum als "eine Ära strategischer Geduld" bezeichnet werden kann.