"Keine weiteren US-Angriffe auf Syrien!" fordern Außenminister von Russland, Syrien und Iran

"Keine weiteren US-Angriffe auf Syrien!" fordern Außenminister von Russland, Syrien und Iran
Nach einem Treffen in Moskau haben die Außenminister von Russland, Syrien und Iran die Vereinigten Staaten aufgefordert, keine weiteren Angriffe auf Syrien durchzuführen.

Der US-Raketenangriff auf Syrien war ein Akt der internationalen Aggression, erklärten die Außenminister am Freitag. Sie forderten die Vereinigten Staaten auf, von weiteren Angriffen abzusehen. Die Trump-Regierung müsse die Souveränität des syrischen Staates achten.

Wir haben unsere Position erneut bekräftigt und waren uns einig, zu sagen, dass der Angriff ein Aggressionsakt war, der die Prinzipien des internationalen Rechts und der UN-Charta eklatant verletzte", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow.

"Wir rufen die USA und ihre Verbündeten auf, Syriens Souveränität zu respektieren und von Aktionen wie der am 7. April abzusehen", fügte er hinzu.

Der US-Angriff habe "ernste Auswirkungen nicht nur für die regionale Sicherheit, sondern auch für die globale."

Lawrow bezog sich auf den US-Raketenangriff auf eine syrische Luftwaffenbasis in der Provinz Homs. Die US-Regierung befahl den Angriff, nachdem sie Damaskus beschuldigt hatte, von der Basis aus einen angeblichen Giftgasangriff auf eine von Dschihadisten besetzte Stadt in der Region Idlib durchgeführt zu haben. Russland verurteilte den Angriff. Es gebe keine Beweise dafür, dass für den angeblichen Angriff die syrische Armee verantwortlich ist.

Während des Treffens mit seinen syrischen und iranischen Amtskollegen sicherte Larwow erneut der syrischen Regierung Russlands Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus und für die Wiederherstellung des Friedens zu.

Moskau vermute, dass der Vorfall in Idlib eine Provokation war, die darauf abzielte, die Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und den so genannten moderaten Rebellen zu sabotieren, so Lawrow. Die Verantwortlichen für den Giftgasangriff müssten ermittelt werden, erklärte er. 

Wir bestehen auf eine ausführliche, objektive und unvoreingenommene Untersuchung der Umstände des Einsatzes chemischer Stoffe in Chan Schaichun am 4. April", sagte Lawrow.

Um die Objektivität der Untersuchung zu gewährleisten, müsse das Untersuchungsteam aus Mitgliedern unterschiedlicher Nationen bestehen.

Der syrische Außenminister Walid al-Muallem sicherte die volle Kooperation von Damaskus für eine solche Untersuchung zu.

Verweisend auf den Raketenangriff warf Lawrow der USA vor, das Ziel der Obama-Regierung wieder aufgenommen zu haben, die syrische Regierung zu stürzen, statt eine politische Lösung anzustreben.

Solche Aggressionsakte bezwecken offenkundig, den Friedensprozess zu sabotieren, den eine einstimmig angenommenen Resolution des UN-Sicherheitsrates festgeschrieben hatte." Aus der UN-Resolution folge, dass "nur das syrische Volk das Schicksal Syriens bestimmen kann. Die Aktion [der USA] wich offensichtlich von diesem fundamentalen Prinzip ab."

Lawrow zufolge gibt es eine wachsende Anzahl an Indizen, die nahelegen, dass der Vorfall in Idlib dazu dienen sollte, der syrischen Regierung eine Falle zu stellen.

Veröffentlichungen professioneller Experten, einschließlich einiger aus den USA und Großbritannien, konstatieren, dass es in der Version der Ereignisse, die die [US-]Aggression legitimieren soll, zu viele Unstimmigkeiten und Lücken gibt", sagte Lawrow.

Berufend auf die iranische Erfahrung von Giftgasanschlägen seitens der irakischen Armee während der 1980er Jahre warf der iranische Außenminister Dschawad Sarif "einigen Ländern" Heuchelei vor. CIA-Dokumente, die kürzlich freigegeben wurden, zeigen, dass die Vereinigten Staaten über die Chemiewaffenangriffe Saddam Husseins informiert waren, aber dagegen nichts unternahmen und sogar geheimdienstliche Erkenntnisse an den Irak für seine Giftgaseinsätze lieferten.

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