Schweiz: 86-jährige Friedensaktivistin sprayt Nationalbank an und wird verhaftet

Schweiz: 86-jährige Friedensaktivistin sprayt Nationalbank an und wird verhaftet
Kaum stand der Satz von Louise Schneider an der Wand, war auch schon die Polizei zur Stelle.
«Geld für Waffen tötet!» steht seit acht Uhr prominent vor dem Gebäude der Schweizer Nationalbank in Bern. Hingesprayt hat den Satz die 86-jährige Friedensaktivistin Louise Schneider aus Bern. Die Friedensaktivistin wurde umgehend von der Polizei abgeführt.

Die Aktivistin sagte vor Ort, dass es sich um eine eigenständige Aktion handle. Dennoch erklärte die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) gleich nach der Aktion, dass sie diese nutzen wolle, um auf die heutige Lancierung ihrer Initiative «Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten» aufmerksam zu machen.

Die Initiative sieht vor, der Nationalbank, Stiftungen und Pensionskassen zu untersagen, Anteile an Herstellern von Kriegsmaterial zu erwerben oder solchen Kredite zu gewähren. Als Beispiel nennt die GSoA die Konzerne Boeing, Lockheed Martin, BAE Systems, Raytheon und Northrop Grumman, die Kampfflugzeuge, Waffen oder beides herstellen. Die Initiative GSoA  wird von den Schweizer Sozialisten (SP) und den Grünen unterstützt.

Das Gebäude der Nationalbank in Bern wurde 1922 eingeweiht. Die Fassade besteht aus Berner Sandstein, das bei der Sprayaktion keinen Schaden genommen haben soll. Das Bankgebäude wird derzeit saniert und ist von einer Bauwand umgeben, auf der das Logo der Nationalbank prangt. Das Graffiti von Schneider befindet sich auf der Bauwand. Nur wenige Stunden nach der Aktion war der „Slogan“ der 86-jährigen wieder entfernt.

Als die Aktivistin ihre Aktion durchführte, waren sofort mehrere Polizisten zur Stelle und führten sie ab. Aus Rücksicht auf das hohe Alter von Schneider habe man die Personenkontrolle nicht vor Ort, sondern auf der Polizeiwache durchgeführt, erklärte Christoph Gnägi, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern. Schneider habe die Wache noch am Dienstagvormittag wieder verlassen können.

Ob die Aktion für Louise Schneider rechtliche Konsequenzen haben wird, ist noch unklar. «Wir werden den Fall juristisch überprüfen und dann entscheiden, ob Anzeige erstattet wird», sagt Walter Meier, Mediensprecher der Nationalbank.

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