Großbritanniens Außenminister Boris Johnson sagt Russland-Besuch wegen Syrien-Krise ab

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson sagt Russland-Besuch wegen Syrien-Krise ab
Der Außenminister Großbritanniens sollte ursprünglich am 10. April in Moskau eintreffen. Doch die zunehmenden Spannungen nach dem Angriff der US-Amerikaner auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt haben Johnson offenbar dazu veranlaßt, seine Pläne zu ändern.

Der britische Außenminister Boris Johnson hat seinen für den 10. April geplanten Besuch in Moskau kurzfristig abgesagt. Als Begründung gab er die aktuellen Vorkommnisse in Syrien an.

Die Entwicklungen in Syrien haben die Situation fundamental verändert,

sagte Johnson in einem Statement. Die Entscheidung nicht nach Russland zu fliegen kam nach einem Gespräch mit dem US-amerikanischen Außenminister Rex Tillerson zustande. Johnson wird nun vorerst nur seine G7-Amtskollegen treffen, um über die Unterstützung Russlands für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu sprechen.

Ich habe diese Pläne ausführlich mit dem US-Außenminister Tillerson besprochen. Er wird wie geplant nach der G7-Sitzung Moskau besuchen und eine klare und koordinierte Stellungnahme an die Russe übergeben.

Meine Priorität ist es nun weiter mit den USA und anderen im Kontakt zu bleiben, um die Vorbereitung des G7-Treffens am 10. und 11. April voranzutreiben und um die Bemühungen für eine Waffenruhe und eine politische Lösung zu intensivieren.

Das russische Außenministerium hat die Absage des geplanten Besuchs von Boris Johnson in Moskau kommentiert. Behördensprecherin Maria Sacharowa nannte den Grund dafür absurd. Die Absage des Besuchs sei gleich nach dessen Aufschub erfolgt. Dabei habe die britische Seite verschiedene Gründe dafür genannt, betonte die russische Diplomatin.

Man bekommt den Eindruck, dass unsere westlichen Kollegen in irgendeiner eigenen Realität leben, in der sie versuchen, zuerst eigenmächtig kollektive Pläne zu schmieden, um sie dann wiederum eigenmächtig zu ändern. Dabei erdenken sie dafür absurde Gründe. Wir haben immer für stabile Beziehungen auf einer festen völkerrechtlichen Grundlage plädiert. Leider sind Stabilität und Konsequenz mehr keine charakteristischen Züge der westlichen Außenpolitik,

erklärte Maria Sacharowa.

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