Keine Golf-Diplomatie mit China: Ende der Woche entscheiden Trump und Jinping über Freund und Feind

Keine Golf-Diplomatie mit China: Ende der Woche entscheiden Trump und Jinping über Freund und Feind
Eine 100 US-Dollar Banknote zwischen 100 chinesischen Yuan; 16. Oktober 2010.
Am Donnerstag treffen Trump und Xi Jinping zusammen, um vor allem über Nordkorea zu verhandeln - und ihre gemeinsame Zukunft. Jinping bringt seine Frau als diplomatische Geheimwaffe mit. Trump will mit Handel ködern. Drohungen im Vorfeld belasten das Treffen.

Trumps Golfplatz in Florida soll an diesem Donnerstag wieder zum Schauplatz internationaler Diplomatie werden. Aber diesmal trifft sich Trump mit einem überaus unbequemen Partner, nämlich dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Im Vorfeld machte Trump deutlich, dass China das Problem mit Nordkorea lösen solle, falls nicht, werden die Amerikaner sich selbst hierum bemühen. Während Trump und seine Regierungsmitglieder mahnen und fordern, finden auf der koreanischen Halbinsel und vor der Küste Chinas bereits intensive Übungen für einen möglichen Krieg gegen Nordkorea statt.

Für die Amerikaner liegen alle Möglichkeiten auf dem Tisch - auch ein militärisches Einschreiten. Auf der Suche nach Verbündeten forderte US-Außenminister Rex Tillerson bei seinem Besuch in Tokio und Seoul ein neues trilaterales Bündnis zwischen den USA, Japan und Südkorea. Dieser Wunsch scheint mit dem derzeitigen Großmanöver einen Schritt näher gerückt zu sein. Drei Tage lang trainieren 800 Soldaten vor der Südküste Koreas mit Helikoptern und Zerstörern.

Japanischer Premierminister Shinzo Abe beim Golfspiel in der japanischen Präfektur Yamanashi, 16. August 2015.

Am Montag erklärte Trump gegenüber der Financial Times in einem Interview:

China hat großen Einfluss auf Nordkorea. China kann sich entweder für uns entscheiden, oder sie tun es nicht. Wenn sie es tun, dann wird es sehr gut für China und wenn sie es nicht tun, wird es für keinen gut. Wenn China [das Problem mit] Nordkorea nicht lösen wird, dann werden wir es tun. Dies ist alles, was ich Ihnen sagen werde.

Eine der beliebtesten chinesischen Wirtschaftsstrategien sind so genannte zweigleisige Verhandlungen. Zwar hat China die Raketentests Nordkoreas verurteilt und einen Kohleimportstopp ausgesprochen, aber China wird Nordkorea nicht in die Knie zwingen, solange sich US-Militärgerät und Soldaten vor seiner Haustür befinden.

Einfluss Chinas auf Pjöngjang unsicher

Wer mit China Vereinbarungen erzielen will, sei es in der Politik oder Wirtschaft, braucht vor allem Geduld. Kritik und Drohungen im Voraus auszusprechen, wird von den Chinesen nicht gut aufgenommen. Während seines Wahlkampfes hatte Trump den Chinesen unfaire Handlungspraktiken vorgeworfen, ihnen gedroht Importsteuern auf chinesische Güter zu erhöhen und Peking der Währungsmanipulation bezichtigt.

Aber die tatsächliche Reichweite des Einflusses der Chinesen auf die Regierung in Pjöngjang ist zweifelhaft. Während der Vater Kim Jong-uns, Kim Jong-Il, gute Verbindungen zu Peking unterhielt, hat bisher noch nie eine Begegnung Xi Jinpings mit Kim-Jong-un stattgefunden. Kim Jong-nam, der kürzlich ermordete Halbbruder des nordkoreanischen Staatschefs, wurde auch als Joker der Chinesen angesehen für den Fall eines Zusammenbruchs des Systems in Pjöngjang. Ein Ersatz für den Fall der Fälle nach Kim Jong-un.

Kim Jong-nam und dessen Familie lebten im chinesischen Macau. Kim Jong-nam war bei seinem Vater und seinem Bruder in Ungnade gefallen und fürchtete schon seit Jahren um sein Leben. Nach der Ermordung in Malaysia stellten Experten einen tatsächlichen Einfluss Chinas auf Nordkorea in Frage.

Peking fordert von Washington Einhaltung internationaler Handelsregeln (Symbolbild)

Xi Jinping wird unterdessen seine chinesische Geheimwaffe mit auf Reisen nehmen: die chinesische First Lady, Peng Liyuan. Sie ist Sinnbild des modernen Chinas. Gebildet, schön und schlicht in der Erscheinung, wird ihr nachgesagt, viel Einfluss auf ihren Mann nehmen zu können. 

Ihre Teilnahme verspricht hinsichtlich der Zusammenkunft mit Trump auch in China viel Medienaufmerksamkeit. Als Aktivistin gegen AIDS sowie Tuberkulose wird sie auch als "Mutter Peng" bezeichnet. Beim chinesischem Militär ist sie zudem als Sängerin beliebt. Das chinesische Volk erhofft sich von Peng Liyuans Anwesenheit einen positiven diplomatischen Ausgang. "Mutter Peng" soll das Treffen zwischen den Mächtigen zweier Länder, die sich noch uneins sind, ob sie Freund oder Feind sein sollen, zum Erfolg führen. Für Donnerstag ist ein gemeinsames Abendessen geplant, bei welchem auch Trumps Ehefrau Melania zu Gast sein wird.

Nach Trumps harschen Worten im Wahlkampf begrüßte die Regierung Pekings nun Trumps Aussage, dass er die Ein-China-Politik anerkenne. Seit 1979 haben sich die USA dazu verpflichtet, mit Taiwan lediglich inoffizielle Verbindungen zu unterhalten.

Chinas KP führt Kampf gegen das Golfen

Aber neben der harschen Wortwahl im Vorfeld hätte Trump auch kaum einen schlechteren Ort für das Treffen selbst finden können. In Mar-a-Lago hatte Trump bereits den japanischen Premierminister Shinzo Abe hofiert. Die Rede war damals von Golf-Diplomatie. Abe und Trump konnten ihrem gemeinsamen Hobby frönen. Aber über die Grenzen Japans hinweg verbreiteten sich anschließend Bilder und Videos, in welchen Trump Abes Hand nicht mehr losließ. Ein Affront im Lichte japanischer Umgangsformen.

Jinping und seine Frau werden sich zu keiner Golfpartie hinreißen lassen und die Medien nur ungern mit lächelnden Bildern auf einem von Trumps Golfplätzen bedienen. Die Kommunistische Partei Chinas hat schließlich höchstselbst Golf den Kampf angesagt, Golfplätze schließen lassen und die Mitglieder von Klubs durch unbezahlbare Mitgliedsbeiträge vom Golfspielen abgehalten. Für Jinping ist Golf ein Sport der Korruption und der Millionäre. Er bevorzugt den Fußball. 

Auf die Frage hin, welche Mittel Trump den Chinesen im Gegenzug zu bieten habe, sagte er: "Den Handel." Denn um den Handel gehe es schließlich immer.

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