Russisches Außenministerium: Tillersons Worte über „russische Aggression“ sind befremdlich

Russisches Außenministerium: Tillersons Worte über „russische Aggression“ sind befremdlich
Die Außenminister Sergej Lawrow und Rex Tillerson am 20. Februar in Bonn am Rande des G20-Treffens.
Mit seinen Worten über eine „russische Aggression“ hat der US-Spitzendiplomat Rex Tillerson beim Außenministerium in Moskau „Befremden“ ausgelöst. Tillerson hatte vor dem Nato-Treffen in Brüssel angekündigt, die Allianz müsse erst noch über die Antwort auf „Russlands Aggression" in der Ukraine und andernorts" diskutieren.

Tillerson hat heute beim Treffen der NATO-Außenminister zu einer konfrontativen Rhetorik gegenüber Russland umgeschwenkt. Russisches Außenamt reagierte umgehend. In der Stellungnahme, die auf seiner Homepage veröffentlicht ist, hieß es:

Wir stellen mit Bedauern fest, dass Herr Tillerson diese Äußerungen nur einen Tag nach dem Russland-Nato-Rat auf der Botschafterebene gemacht hat, bei dem – nach Einschätzung von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg – offen und konstruktiv diskutiert wurde“.

De facto aber stelle die Nato die eigene Ideologie über die Arbeit an globalen Problemen und zwinge Russland eine Konfrontation auf, so das Amt.

Der Schluss liegt nahe: Nur eine tiefgreifende Änderung der Natur der Nato, die tief in der eigenen Vergangenheit stecken geblieben ist, könnte Chancen auf eine Wendung zum Besseren in Sachen europäische Sicherheit geben.“

Die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten bleibt das wichtigste Integrationsprojekt für die Russische Föderation. Auf dem Bild: Tagung der gemeinsamen Parlamentskommission der GUS-Staaten am 24. November 2016 in Sankt Petersburg.

Das Ministerium erklärte immer wiederkehrende aggressive Rhetorik vonseiten der NATO-Vertreter mit den Schwierigkeiten so ein großes Bündnis ohne ein Feindbild zusammenzuhalten.  

Uns wird faktisch ein Paradigma der Konfrontation aufgezwungen, das einer Kriegslogik folgt.“

Dass Russland kein Interesse an dieser Logik hat, kann man zahlreichen Partnerschaftsangeboten entnehmen, die russischer Präsident Wladimir Putin an die USA unterbreitet hat. Während einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Arktis-Forums am 30. März wiederholte er sie nochmal:

Wie sehen und behandeln die Vereinigten Staaten als eine große und mächtige Nation, mit der wir eine sehr gute Partnerschaft aufbauen wollen.