Friedliche Arktis: Was auf dem Arktisforum diskutiert wurde

Friedliche Arktis: Was auf dem Arktisforum diskutiert wurde
Nordliches Eismeer. Blick aus dem Helikopter.
Das Forum "Arktis als Territorium zum Dialog" fand am 29. und 30. März in der russischen Stadt Archangelsk statt. An der Veranstaltung nahmen etwa 1.500 Menschen teil. Darunter waren auch hochrangige Politiker wie Russlands Präsident Wladimir Putin.

Der russische Vize-Premier Dmitri Rogosin eröffnete das Arktis-Forum und sprach dabei von der enormen Wichtigkeit der Region für Russland und dessen weitere Entwicklung.

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"Für Russland war und bleibt die Arktis eine Region besonderen Interesses", betonte der Politiker. "Dabei ist ihre Bewahrung als ein Territorium des Friedens und der Zusammenarbeit das wichtigste nationale Interesse Russlands in der Arktis."

Außerdem betonte Rogosin, dass Russland die ökologische Lage in der Arktis verbessern wird:

Heute wird die Arbeit von Unternehmen, die in der Arktis arbeiten, in Bezug auf die Umwelt genau reguliert. Jede dieser Firmen hat einen eigenen Plan zum Umweltschutz in dieser Region. Sie richten sich während ihrer Arbeit danach. Wir haben große Arbeit geleistet, als wir die angesammelten Umweltschäden aus der vergangenen Epoche der Industrialisierung  beseitigten. Wir haben tatsächlich viel erreicht und planen noch mehr zu tun, damit unser Zuhause, die Arktis, zu einem ökologischen und komfortablen Ort nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Gäste und Geschäftspartner wird. […] Heute haben wir ernstzunehmende Projekte in den Sphären des  Transports, der Kommunikation, des Ausbaus der Informationstechnologie, der Navigation, der Energiewirtschaft, der Medizin und der Wohnungswirtschaft.

David Balton, der stellvertretende Assistent des US-Außenministers Rex Tillerson, unterstrich:

Die USA sind vollkommen zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Russland in der Arktis und zählen diese Region zu den friedlichen und politisch stabilen. […] Die US-Regierung haben einen uneingeschränkt positiven Eindruck von dem Niveau der Zusammenarbeit zwischen allen Staaten des Arktischen Rats, einschließlich Russlands.

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Auch Vertreter von Staaten, die nicht Teil dieses Zusammenschlusses sind, traten bei dem Forum auf. So auch der Vize-Ministerpräsident des Staatsrates der Volksrepublik China, Wang Yang:

China möchte hier mehrere Vorschläge zum Ausdruck bringen. Erstens: das arktische Ökosystem zu festigen. Zweitens: die wissenschaftliche Erforschung stetig zu vertiefen. Drittens: arktische Ressourcen auf einer rationalen Grundlage zu gewinnen und zu verwenden. Viertens: die Institute und die Mechanismen in der Verwaltung der Arktis zu perfektionieren.

Der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten in Fragen der internationalen Zusammenarbeit in der Arktis und Antarktis, Artur Tschilingarow, ist der Meinung, dass Russland ein Arktisgesetz benötige, das die Entwicklung der Region reguliert:

Ich denke, dass das Arktisgesetz notwendig ist. Wir müssen eine Entscheidung treffen und enger mit der Staatsduma zusammenarbeiten.

Bei der Entwicklung der russischen Arktis könnten auch staatliche Förderprogramme für die Wirtschaft hilfreich sein. Leonid Michelson, der Vorstandsvorsitzende der Firma Nowatek, schlug in diesem Zusammenhang seine Variante vor. Er ist der Meinung, dass der Staat die russischen Hersteller dabei unterstützen soll, die Ausrüstung für ihre Arbeit in der Arktis zu beschaffen oder herzustellen.

"Auf diese Weise können wir aus der Erschließung der arktischen Ressourcen den maximalen Nutzen für unsere Branche erhalten", unterstrich der Geschäftsmann.

Auch Beamte äußerten sich zu der Frage, wie der russische Staat der Wirtschaft in der Region helfen kann. Der bevollmächtigte Vertreter des russischen Präsidenten im nordwestlichen Föderationskreis, Nikolai Zukanow, betonte in Bezug auf die in der Arktis arbeitenden Unternehmen:

Es muss ein Gesetz geben, welches das Besteuerungssystem, den Energiepreis und noch weitere Bedingungen für diese Firmen festlegt. Dazu gehören natürlich auch eine staatliche Unterstützung sowie eine Kompensation für bestimmte Ausgaben, wie wir es auch schon im Rahmen anderer Programmen in anderen Regionen unseres Landes handhaben.

Außerdem unterstrich der Bevollmächtigte des Präsidenten, dass es mit seiner Aussage nicht in erster Linie über Unternehmen spricht, die Ressourcen fördern.

Ein weiteres Gesprächsthema während des Forums war der so genannte Nördliche Seeweg und dessen Rolle als Transportroute. Den Worten von Dmitri Rogosin nach wird die Transportmenge, die über diese Handelsroute pro Jahr verschifft wird, bald 40 Millionen Tonnen erreichen.

Die Transportmenge wird noch weiter steigen. Bei einer bescheidenen Schätzung sowie in Verbindung mit dem Ausbau der Nutzung des Schelfs und der gesamten Hafeninfrastruktur könnten wir die 40 Millionen Tonnen Marke schon zum Jahr 2022 erreichen. Das ist praktisch das Zehnfache dessen, was wir 2014 gehabt haben", so der Politiker.

Die zunehmende Nutzung der Seestraße könnte auch einen großen Vorteil für die Rentierzüchter bringen, die in der Arktisregion tätig sind. Die Rentierzüchter aus Russland beklagten, dass der Transport ihrer Produktion in die südlichen Teile des Landes infolge mangelhafter oder fehlender Infrastruktur nur schwer zu bewerkstelligen sei. Auch die Vertreter ihrer norwegischen Kollegen wiesen darauf hin, dass diese Transportroute künftig eine bedeutende Rolle in der Entwicklung ihrer Branche spielen könnte.