Sinneswandel bei den Amerikanern im Syrien-Krieg: Assad muss nicht mehr unbedingt weg

Sinneswandel bei den Amerikanern im Syrien-Krieg: Assad muss nicht mehr unbedingt weg
Der syrische Präsident Bashar al-Assad im Interview mit "Yahoo News", Syrien 10. Februar 2017
Gibt es Hoffnung auf Frieden in Syrien? Unter der neuen Trump-Administration haben sich Washingtons Prioritäten gewandelt. Die USA werden sich nicht mehr auf die Machtenthebung des syrischen Präsidenten Assad konzentrieren und wollen neue Wege zur Konfliktlösung beschreiten.

Die USA weichen von ihrer vorherigen Linie ab. Zuvor hatte es unnachgiebig geheißen, dass sich der nun bereits sechs Jahre andauernde Krieg erst nach der Machtenthebung Assads beenden ließe. 

Botschafterin Nikki Haley gegenüber einer kleinen Gruppe von Journalisten: 

Unsere Priorität ist nicht länger, hier zu sitzen und uns darauf zu konzentrieren, Assad des Amtes zu entheben. Unsere Priorität ist es, zu sehen, wie wir etwas erreichen können, mit wem wir arbeiten können, um eine Änderung, um Veränderung in Syrien herbeizuführen. 

Zuvor hatte Rex Tillerson gesagt, dass die Zukunft Syriens in den Händen der Syrer selbst läge. Tillerson war in Ankara, um seinen türkischen Kollegen Mevlut Cavusoglu zu treffen. Einige ihrer Diskussionen rankten sich um die Involvierung der Türkei in die US geführte Koalition gegen den Islamischen Staat im Irak und Syrien. 

Russische Minenräumaktion in Aleppo.

Seit 2011, als der Konflikt in Syrien entbrannte, war die unabdingbare Doktrin Washingtons "Assad muss weg!". Nur so sollte für die Amerikaner Frieden im Land entstehen. Die USA lieferten Waffen und trainierten die als "moderate Rebellen" beschriebenen Gruppen vornehmlich im Kampf gegen den IS - und nicht gegen die Regierung Assads.  

Der ehemalige Außenminister John Kerry machte öffentlich, dass die Obama-Regierung plante, die Rebellen zu unterstützen, um Assad des Amtes zu entheben. Aber dies hätte sich geändert, als Russland im September 2015 auf die Bildfläche trat.

Die Türkei intervenierte auch in Syrien mit der Operation "Euphrates Shield", im August 2016. Ankara gab das offizielle Ende der Operation am Mittwoch bekannt, aber sagte nicht, wann und ob die türkische Armee sich aus der besetzten Zone des nördlichen Syriens zurückziehen werde.