Frankreich: Ermittlungsverfahren auch gegen die Frau von François Fillon

Frankreich: Ermittlungsverfahren auch gegen die Frau von François Fillon
François Fillon und Penelope Fillon, eine gebürtige Waliserin, sind seit 1980 verheiratet und haben fünf Kinder.
Gegen den Präsidentschaftskandidaten François Fillon läuft schon seit Mitte März ein Ermittlungsverfahren. Nun hat die französische Staatsanwaltschaft auch seine Frau Penelope im Visier. Währenddessen ruft Ex-Premier Manuel Valls zur Wahl Emmanuel Macrons auf.

Wie mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Justizkreise berichten, kommt es in der Affäre um eine angebliche Scheinbeschäftigung zu einer weiteren Eskalation. Die französische Justiz soll nun auch Ermittlungen gegen die Ehefrau des bürgerlich-konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon aufgenommen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Penelope Fillon unter anderem Beihilfe zur Hinterziehung von Staatsgeldern vor.

Die 61-jährige gebürtige Britin war über Jahre als parlamentarische Assistentin für ihren Mann und dessen Nachfolger in der Nationalversammlung angestellt gewesen und wurde entsprechend bezahlt. Nach Angaben Fillons geht es dabei abzüglich der Sozialbeiträge um etwa 680.000 Euro.

François Fillon musste in den letzten Monaten einiges einstecken. Nun versucht er offenbar den Spieß umzudrehen.

Es sollen jedoch Belege fehlen, die beweisen, dass Penelope Fillon auch tatsächlich gearbeitet hat. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es sich bei dem Dienstverhältnis um eine Scheinbeschäftigung handelte.

Auch in einer zweiten Scheinbeschäftigungsaffäre rund um Penelope Fillon wird weiterermittelt: Es geht es um eine Beschäftigung von Penelope Fillon beim Magazin La Revue des Deux Mondes. Auch hier wird vermutet, dass Gelder ohne Gegenleistung geflossen sind.

Im Zusammenhang mit der Affäre verdächtigt die Staatsanwaltschaft auch den früheren konservativen Abgeordneten Marc Joulaud formell der Veruntreuung von Staatsgeldern. Der 49-Jährige Vertraute von François Fillon hatte Penelope Fillon jahrelang als parlamentarische Assistentin beschäftigt. 

Die Summe der Vorwürfe hat Fillon, der ursprünglich als Favorit ins Rennen gegangen war, im Wahlkampf zurückgeworfen. Der Ex-Premierminister hält bisher aber an seiner Kandidatur fest und spricht von einer politischen Kampagne gegen ihn. Zuletzt hatte er den Staatspräsidenten François Hollande beschuldigt, ihn systematisch überwacht und Dokumente über ihn an die Presse lanciert zu haben.

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Auch was den Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl betrifft, gibt es eine neue Entwicklung. Der frühere französische Regierungschef Manuel Valls hat erklärt, dass er bei der Präsidentschaftswahl für den nicht parteigebundenen Kandidaten Emmanuel Macron stimmen will. Er werde bereits in der ersten Wahlrunde am 23. April für den früheren Wirtschaftsminister stimmen, sagte Valls gegenüber dem Sender RMC.

Valls begründete seine Entscheidung mit der Gefahr eines Wahlsiegs der Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Er [Macron] ist derjenige, der den Front National verhindern kann",

so der Sozialist. Man dürfe bei der Wahl kein Risiko für die Republik eingehen.

Mit der Entscheidung, für seinen einstigen Wirtschaftsminister zu stimmen, fällt Valls dem sozialistischen Kandidaten Benoît Hamon in den Rücken. Valls war Hamon bei der Präsidentschaftsvorwahl seiner Partei im Januar unterlegen. Im Vorfeld dieser Vorwahl hatte sich der Ex-Premier eigentlich dazu verpflichtet, im Falle einer Niederlage den Sieger zu unterstützen. Nun lief Valls offiziell zu Macron über.

Der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron gilt mittlerweile als Favorit für die Präsidentschaftswahl. Der sozialistische Kandidat Hamon dagegen ist so gut wie chancenlos. Aktuelle Umfragen sagen derzeit in der zweiten Runde eine Stichwahl zwischen Macron und Le Pen voraus, die der Politik-Jungstar dann gewinnen dürfte.

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