Am Nationalfeiertag zeigt Pakistan seine Stärke - China mischt im Hintergrund mit

Am Nationalfeiertag zeigt Pakistan seine Stärke - China mischt im Hintergrund mit
Soldaten präsentieren pakistanische Al-Khalid-Tanker während einer Militärparade in Islamabad; Pakistan, 23. März 2017.
Zum Nationalfeiertag zeigte Pakistan seine militärische Stärke und China mischte mit. Die Gratulation aus Indien ging mit einer Warnung einher, die Pakistan zum Terrorfinanzierer erklärt. China unterstützt Pakistan, solange dieses den Terror bekämpft.

"Lang lebe Pakistan": Am Nationalfeiertag zeigte Pakistan unter den Rufen der Zuschauer seine militärische Stärke. Zum ersten Mal nahmen auch chinesische, saudische und türkische Truppen an den Feierlichkeiten teil. Einen Tag zuvor gratulierte auch der indische Präsident Pranab Mukherjee seinem pakistanischen Kollegen Mamnoon Hussain.

Die Gratulation sprach Pranab jedoch unter dem Vorbehalt aus, dass Beziehungen zu Pakistan von einer Atmosphäre abhingen, die frei von Terror und Gewalt sei. Der pakistanische Präsident Hussain konterte, Indien sei für den Kriegszustand in Kaschmir und Jemma verantwortlich. 

Der chinesische Präsident Xi Jinping (3. von rechts) und afghanische Delegierte bei einem Treffen in Peking, China, 17. Mai 2016.

Pakistan begeht seinen Nationalfeiertag in Erinnerung an die Resolution von Lahore vom 23. März 1940 sowie an die Annahme der ersten pakistanischen Verfassung am 23. März 1956. Mit dieser Konstitution avancierte Pakistan zur weltweit ersten islamischen Republik.

Der Konflikt um die Kaschmirregion gilt indessen als der längst immer noch anhaltende Konflikt weltweit. Hier stehen einander Pakistan und Indien weiterhin feindlich gegenüber. Als Indien und Pakistan 1947 ihre Unabhängigkeit von Großbritannien erlangten, sollte die Region Kaschmir aufgeteilt werden. In diesem Zusammenhang eskalierten Spannungen zwischen Muslimen und Hindus in der Region. Die bislang folgenschwerste Zuspitzung der Auseinandersetzungen ereignete sich 2001, als 4.500 Tote zu beklagen waren. Aber auch 2016 kamen 117 Menschen ums Leben. Derzeit sollen sich etwa 200 bewaffnete Kämpfer der neuen Generation in der unwegsamen Bergregion verstecken. Dies könnte zu einer neuen Eskalation des Konflikts führen. 

Vor der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen stellte Indien Pakistan im März öffentlich an den Pranger. Pakistan würde Minderheiten diskriminieren und den Terror finanzieren. Die indische Diplomatin Nabanita Chakrabarti beschuldigte Pakistan einer spärlichen Umsetzung des Kampfes gegen Terrorgruppen, die außerhalb von Pakistan operieren.

Die islamistische Gruppe der Lashkar-e-Taiba ist für eine Reihe tödlicher Angriffe auf indische Zivilisten während der letzten Jahre verantwortlich. Neu Delhi machte im Gegenzug Islamabad für dessen Ignoranz bis hin zur Unterstützung von Dschihadisten verantwortlich, die die Grenze nach Indien überquert hatten.

Indien rüstet seinerseits massiv auf und liegt mit seinen Rüstungsausgaben weltweit bereits auf Platz vier. Damit hat Neu Delhi bei den Militärausgaben bereits Großbritannien überholt. In die Diskussion um die Konflikte zwischen Indien und Pakistan reiht sich auch immer ein Vergleich der Atomwaffenarsenale zwischen den Nachbarländern ein. Pakistan verfügt derzeit über 130 Nuklearwaffen und 300 Sprengköpfe, in Indien sind es 118 Nuklearwaffen gegenüber 180 Sprengköpfen. Bedingt durch den Konflikt hat Pakistan nicht in Systeme investiert, die weiter als 3.000 Kilometer reichen. Indien aber richtet seinen militärischen Fokus auch auf China und kann auch Ziele in mehr als 3.000 Kilometern Entfernung erreichen.

Nach Raketentests mahnt China Indien bereits, seine Ambitionen herunterzufahren. Zwar sieht China Indien noch nicht als unmittelbare Gefahr. Peking beobachtet aber mit Argwohn die Ausweitung der indisch-japanischen und indisch-amerikanischen Beziehungen. Pakistan ist für Peking ein Garant, Indien entsprechend als Gegengewicht begegnen zu können. 

Indien will nun sein Verteidigungsbudget um sechs Prozent erhöhen. Experten warnen, dass dies nicht genug ist, um mit China mitzuhalten. Für diese moderate Erhöhung lasse sich im Angesicht der indischen Inflationsrate das Militär kaum modernisieren.

Zerstörung des romanischen Tempels in Palmyra durch den

Bei den Konflikten und wechselseitigen Anschuldigungen in Jemma und Kaschmir geht es neben dem Terrorismus auch um die Vorherrschaft über die Wasserressourcen. Das Abkommen von 1960, der Indus Water Treaty, regelt die Wassernutzung bezüglich der Flüsse zwischen den beiden Ländern.

Pakistan und Indien kämpfen bedingt durch den Klimawandel und ein schlechtes Wassermanagement gegen zahlreiche Dürren. Erst am Dienstag beendeten die beiden Nationen ein zweitägiges Treffen. Die pakistanische Regierung ist der Ansicht, dass Indien das Abkommen durch seine jüngsten Bauprojekte verletzt habe. Dabei handelt es sich um zwei hydroelektronische Kraftwerkskomplexe, das 330-Megawatt-Projekt Kishangana und das 850-Megawatt-Projekt Ralte in Jammu. Pakistan will Indien hierfür vor einem internationalen Gericht sehen.

Chinas Unterstützung Pakistans kann unterdessen als Garantie für die innere Stabilität des Landes gesehen werden, denn die Hilfe Pekings ist an den Kampf Islamabads gegen den Terrorismus gebunden. Für Peking darf das nicht bloß ein Lippenbekenntnis bleiben: In China kämpft die Regierung selbst gegen Anschläge von Islamisten aus den Reihen der Uighuren. Die Aufrüstung Pakistans mit chinesischer Hilfe birgt jedoch die Gefahr in sich, die Beziehungen zu Indien noch weiter zu verschlechtern. 

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