Opfer der Anschläge von 9/11 verklagen Saudi-Arabien wegen Terrorunterstützung

Opfer der Anschläge von 9/11 verklagen Saudi-Arabien wegen Terrorunterstützung
Eine Frau legt ihren Kopf auf das National September-11 Memorial, in welches die Namen der Opfer eingraviert wurden; USA, New York, 20. September 2016
Saudi-Arabien hatte sich von Trump erhofft, dass dieser ein Gesetz außer Kraft setzt, das Angehörigen von 9/11-Opfern Klagen gegen Riad ermöglicht. Nach kurzer Hoffnung auf bessere saudisch-amerikanischer Beziehungen erreicht die Saudis nun eine Sammelklage.

Gerade erst hatte Saudi-Arabien nach einem Treffen seiner Spitzenpolitiker mit Donald Trump in Washington voll des Lobes von einer historischen Kehrtwende in den saudisch-amerikanischen Beziehungen gesprochen. Eine neue Richtung der amerikanischen Politik zeichnete sich ab, die sich primär gegen den neuen gemeinsamen Erzfeind Iran richten würde. 

Die saudische Delegation hatte sich jedoch vor allem erhofft, die USA würden unter Trump ein Gesetz wieder rückgängig machen, dass den Angehörigen der Anschlagsopfer des 11. Septembers 2001 den Weg zu Klagen gegen Riad ermöglicht. Das Gesetz gegen die Finanzierung von Terror mit dem Namen Justice Against Sponsor of Terrorism Act (JASTA) hat es den Angehörigen der Opfer von 9/11 ermöglicht, Saudis für mögliche Verstrickungen in den Anschlag zur Rechenschaft zu ziehen. Gerechtigkeit nach sechzehn Jahren? Saudi-Arabien hatte den USA gedroht, all seine Gelder aus der amerikanischen Wirtschaft abzuziehen, falls JASTA Realität wird.

Auf Anordnung des saudi-arabischen Königs Abdullah bin Abdul-Aziz beten die Kinder für Regen, Saudi-Arabien, 5. April 2010.

Am 11. September 2001 kam es in den USA zu vier Flugzeugentführungen mit anschließenden Selbstmordattentaten. Die Terroristen lenkten zwei der entführten Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York gelenkt und lieferten damit unvorstellbare Bilder. Ein weiteres Flugzeug hatte das Pentagon zum Ziel. Das vierte Flugzeug wurde von den Passagieren an Bord zum Absturz gebracht, bevor es eines der Regierungsgebäude in Washington anvisieren konnte. 

Saudi-Arabien vertritt als Staatsideologie die strengste Form des Islam, den Wahhabismus, auf welchen sich auch der so genannte Islamische Staat beruft. Nach den Anschlägen übten die USA Druck auf Saudi-Arabien aus, radikales Gedankengut aus den Schulbüchern zu eliminieren, die Schüler zum Dschihad aufriefen und den Kampf der Gläubigen gegen die Ungläubigen lehrten. 

Nun reichten Angehörige im Namen der Opfer von 9/11 Klage in New York ein. Saudi-Arabien als Staat wird teilweise selbst für die Anschläge verantwortlich gemacht.

In der Klageschrift heißt es, dass neun Stiftungen, die als offizielle Vertreter für die Regierung des Königreichs agierten, terroristische Trainingszentren in Afghanistan unterhielten und mit Osama bin Laden zusammenarbeiteten, dem ehemaligen Anführer von Al-Kaida. Diesem wird nachgesagt, Drahtzieher der Anschläge zu sein.

In der Klage wird die saudische Regierung in Riad darüber hinaus der Unterstützung von Al-Kaida-Mitgliedern beschuldigt. Die Terroristen Salem al-Hazmi und Khalid Al-Mihdhar weilten zum Zeitpunkt der Anschläge bereits achtzehn Monate in den USA. Riad soll sie mit Pässen ausgestattet und den Transport finanziert haben.

Die Regierungen Bush und Obama hatten es vermieden, Saudi-Arabien zur Verantwortung zu ziehen. Sie argumentierten, dass eine Klage der Hinterbliebenen wegen der 9/11-Anschläge zu Folgeklagen gegen US-amerikanische Staatsbürger in anderen Ländern führen könnte. Die insgesamt 19 Flugzeugentführer gehörten Al-Kaida an. Von ihnen stammten 15 aus Saudi-Arabien.

Kreindler & Kreindler heißt die US-Kanzlei, die die Klage der Angehörigen von 850 Todesopfern und 1.500 Verletzten erhob. Die Firma kann auf eine 16-jährige Erfahrung in der Arbeit mit den Familien der Hinterbliebenen zurückblicken.

Präsident Trump und Mohammed bin Salman bei einem Treffen im Weißen Haus; Washington, USA, 14. März 2017.

Jim Kreindler erklärte gegenüber den PIX11-Nachrichten:

Sie [Anmerkung Redaktion: Saudi-Arabiens Regierende] geben vor, Verbündete zu sein, die mit den USA gegen den Iran kämpfen, während sie zur gleichen Zeit mit den Terroristen zusammenarbeiten. Es steht außer Frage, dass sie bei den Angriffen vom 11. September ihre Hand im Spiel hatten.

Die Anschläge werden als terroristischer Massenmord deklariert, dem nahezu 3.000 Menschen zum Opfer fielen. Riad weist jede Schuld von sich. Trump hatte sich bisher ganz auf der Linie Saudi-Arabiens gezeigt und den Iran als den eigentlichen Herd für Terrorismus deklariert. 

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