Edward Snowden über Russland, Spionagemikrowellen und Internetsicherheit auf der CeBit

Edward Snowden über Russland, Spionagemikrowellen und Internetsicherheit auf der CeBit
Edward Snowden per Videokonferenz an der Universität in Buenos Aires, Argentinien, 14. November 2016.
Der bekannteste Whistleblower Edward Snowden sprach auf der deutschen Technikmesse CeBit per Videoschaltung über die angebliche Einflussnahme auf US-Wahlen, Überwachung und Technik. Snowden zeichnete ein düsteres Bild für unsere Privatsphäre und warnte seine Zuhörer.

Die deutsche Technologiekonferenz “CeBIT“ lud den bekanntesten Whistleblower Snowden per Videokonferenz aus Russland ein. Der einstige CIA und NSA-Mitarbeiter sprach neben Technik auch über die US-Wahlen und die Diskussion um eine fremde Einflussnahme. Der digitale Auftritt Snowdens folgt einen Tag nach der Aussage des FBI Direktors James Comey und des NSA Direktors Michael Rogers vor dem “House Select Committee on Intelligence“ zur Behauptung der russischen Einflussnahme auf die US-Wahlen.

Snowden sagte, dass es keine wirklichen Beweise für die russische Intervention in US-Wahlen gab. Auf die Frage hin, ob er ein Pfand des russischen Präsidenten gegenüber Präsident Trump sei, entgegnete Snowden, dass er nicht unentbehrlich für Russland wäre und keine Person mit Macht. Snowden sagte:

Der russische Einfluss auf die Wahlen sollte geprüft werden und falls sich herausstellt, dass sie es waren, dann müssten sie auch zur Rechenschaft gezogen werden.

Snowden aber wies darauf hin, dass ausländische Einflüsse auf Wahlen durch die Geschichte hinweg die Norm sind und fragte, weshalb ausgerechnet diese Einflussnahme so relevant sei. Trumps Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway behauptete, dass Mikrowellen Kameras installiert hätten. Dies dementierte Snowden, aber in einer Zeit, in der sich durch SmartTV`s und Spielzeuge die Privatsphäre jeden Bürgers überwachen lässt eine nicht ganz so ferne Behauptung. 

Zuletzt sprach Snowden auf der CeBIT 2015. Auch in 2017 musste er ähnliche Fragen beantworten und bekräftigte wieder, dass er nicht in Verbindung mit Julian Assange und WikiLeaks stünde. Die jüngsten Veröffentlichungen von WikiLeaks bezeichnete er als einen “aufrichtigen Dienst an der Öffentlichkeit“.

Die Firma “Jigsaw“, eine Forschungsabteilung unter dem Konzern Google, will dabei helfen, Wahlen sicherer zu gestalten und Wahlwebseiten vor Hackerangriffen künftig zu schützen. Das Instrument trägt den Namen “Protect your Election“ und soll vor sogenannten "Denial of Service Attacks“ schützen, in denen Hacker die Webseite mit so viel Zugängen fluten, dass normale Webseitenbesucher keinen Zugriff mehr auf die Inhalte haben.

Snowden warnte seine Zuhörer vor der Nutzung von Spracherkennungssoftware, wie Alexa von Amazon oder auch Apple Siri. Amerikanische Cloud-Anbieter sollte man als Endverbraucher meiden. Snowden hofft, eines Tages mit seiner Freundin wieder in die USA zurückkehren zu können.