Griechenland: Acht weitere Paketbomben abgefangen

Griechenland: Acht weitere Paketbomben abgefangen
Die neuen Paketbomben waren an „Personen in europäischen Ländern“ adressiert.
Nachdem schon das Berliner Finanzministerium und der Internationale Währungsfonds (IWF) in Paris Paketbomben bekamen, hat die griechische Polizei nun in Athen acht weitere verdächtige Pakete abgefangen. Die Pakete waren an Beamte in Europa adressiert.

Griechische Sicherheitskräfte haben weitere Paketbomben abgefangen. Die Pakete waren an verschiedene Persönlichkeiten und Institutionen außerhalb Griechenlands adressiert. Letzte Woche Mittwoch war in der Poststelle des Bundesfinanzministeriums ein Paket mit einem explosiven Stoff eingegangen. Die Berliner Polizei konnte die Sendung jedoch unschädlich machen. Am Donnerstag kam es am Pariser IWF-Sitz dann aber zu einer Explosion. Eine Mitarbeiterin verletzte sich an Gesicht und Händen, als sie eine mit Sprengstoff gefüllte Sendung öffnete.

In beiden Fällen war der mutmaßliche Absender die linksextreme griechische Gruppierung "Verschwörung der Feuerzellen." Die Gruppe galt eigentlich schon seit Jahren als zerschlagen. Ihr werden dutzende nicht tödlicher Brand- und Paketbombenanschläge in Griechenland zur Last gelegt. Die Gruppe begann 2010 Briefbomben an griechische Politiker und Regierungseinrichtungen in Frankreich und Deutschland zu verschicken.

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Bei den Sendungen der letzten Woche ging die Gruppe besonders heimtückisch vor: Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Pakete geöffnet werden, hatten die Täter griechische Finanzbeamte und Gelehrte als Absender vorgetäuscht. Laut Informationen aus französischen Ermittlerkreisen bestand die Paketbombe in Paris aus zwei Röhrchen Schwarzpulver und einem selbstgebauten Zünder. Wie ein griechischer Polizeivertreter sagte, enthielten die nun in Griechenland abgefangenen Pakete "einen ähnlichen Mechanismus".

Das Bundesfinanzministerium und der IWF spielen eine gewichtige Rolle in den Verhandlungen zur Überwindung der griechischen Schuldenkrise. Durch ihre harten Forderungen nach Sparmaßnahmen wurden sie für viele Griechen zu Feindbildern. Viele Kritiker werfen den internationalen Gläubigern vor, eine Erholung der griechischen Wirtschaft durch drakonische Auflagen zum Abbau des Schuldenbergs verhindert zu haben.

Aktuell wird in Brüssel wieder über weitere Sparmaßnahmen verhandelt. Es geht um frisches Geld für Athen aus dem 2015 beschlossenen Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro.