Syrischer UN-Gesandter: Russland hat Israel jegliche Angriffe in Syrien untersagt

Syrischer UN-Gesandter: Russland hat Israel jegliche Angriffe in Syrien untersagt
Israels Luftwaffe hat seit Ausbruch des Krieges in Syrien mehrfach Ziele jenseits der Grenze ins Visier genommen. Die Regierung in Jerusalem möchte damit verhindern, dass Waffen aus dem Kampfgebiet der libanesischen Hisbollah in die Hände fallen.
Der syrische UN-Botschafter Baschar Dschaaferi hat am Montag erklärt, dass die syrische Benutzung von Luftabwehrsystemen gegen israelische Kampfjets eine deutliche Botschaft darstellt. Auch Russland soll deutliche Worte an Israel gerichtet haben.

Moskau habe Israel gewarnt, dass sich die Spielregeln für die Regierung in Jerusalem in Syrien geändert hätten, zitierte das israelische Nachrichtenportal Haaretz Syriens Botschafter bei den Vereinten Nationen am Sonntagabend.

Ein F-15

Putin sandte eine klare Botschaft", sagte Baschar Dschaaferi gegenüber dem syrischen Staatsfernsehen. "Fakt ist, dass der israelische Botschafter in der Russischen Föderation einberufen wurde und man ihm kategorisch gesagt hat, dass dieses Spiel vorbei ist."

Syriens Reaktion mit Luftabwehrsystemen auf einen israelischen Angriff am vergangenen Donnerstag veränderte die Spielregeln, behauptete Dschaaferi. Syrien werde angesichts der israelischen Bedrohung nicht tatenlos zusehen, fügte er hinzu.

RT Deutsch sprach mit dem syrischen Redakteur des Nachrichtenportals Al Masdar, Suliman Mulhem, der von einer signifikanten Verschärfung der Situation zwischen Syrien und Israel spricht. Mulhem erläuterte:

Obwohl Berichte über den Vorfall widersprüchlich sind, haben alle beteiligten Parteien bestätigt, dass Syriens Luftverteidigung die israelische Luftwaffe ins Visier nahm. Das ist eine Entwicklung, vor der Syrien in der Vergangenheit zurückschreckte. Es ist unbekannt, in welcher Weise genau die Russen beteiligt sind oder ob sie die treibende Kraft für diesen politischen Wandel sind. Angesichts der engen Beziehungen zwischen Russland und der Regierung in Damaskus kann mit hoher Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass die syrische Reaktion zumindest mit russischer Genehmigung erfolgte. Wie auch immer: Israel erwarten schwere Zeiten, wenn es darum geht, Angriffe über syrischem Boden durchzuführen.

Bezüglich eines anderen Vorfalls berichteten syrische Medien am Sonntag, dass die israelische Luftwaffe einen hochrangigen Kommandanten einer regierungsnahen Miliz tötete, die in Kuneitra auf den Golanhöhen operiert. Israelische Analysten-Quellen, mit denen RT Deutsch in Verbindung steht, kommentierten den Zwischenfall als Zeichen, dass Israels Drohung, die gesamte syrische Luftverteidigung auszuschalten, ernstgemeint sei.

Israelische Soldaten und ein Grenzpolizist verhaften einen palästinensischen Demonstranten nach Zusammenstößen in der Nähe einer jüdischen Siedlung in der West Bank, 27. Februar 2015.

Der Hisbollah-nahe libanesische Fernsehsender Al Mayadeen identifizierte den getöteten Kommandeur als Yasser Assayed von der Nationalen Verteidigungsmiliz (NDF). Eine Quelle, die der syrischen Armee nahesteht, sagte, dass Assayed die Golan-Brigade geführt habe, eine drusische Miliz, die mit der syrischen Armee kooperiert.

Zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen griffen israelische Kampfflugzeuge in Syrien mehrere Ziele an und lösten Zusammenstöße mit der syrischen Armee aus. Als Reaktion auf die Luftangriffe schoss die syrische Armee Luftabwehrraketen ab. Laut israelischen Berichten fing das Luftabwehrsystem Arrow der IDF eine syrische Rakete ab, die auf Israel gerichtet war. Der Vorfall führte dazu, dass die Regierung in Jerusalem erstmals öffentlich einen Luftangriff in Syrien einräumte.

Israel und Syrien befinden sich offiziell seit dem Ende des Sechs-Tage-Krieges im Jahre 1967 immer noch im Kriegszustand. Vor allem um die seit dieser Zeit von Israel besetzten Golanhöhen an der Grenze zwischen beiden Staaten schwelt ein nicht gelöster Territorialkonflikt. Israel rechtfertigt seine Luftangriffe auf Stellungen jenseits der syrischen Grenze mit der Notwendigkeit, Waffenlieferungen an die libanesische Hisbollah zu unterbinden.

Im Anschluss an die jüngste Eskalation berief Moskau Israels Botschafter zu Russland, Gary Koren, ins Außenministerium zu einer Unterredung mit dem stellvertretenden Außenminister Michail Bogdanow. Dies wird als außenordentlicher Schritt Russlands gewertet. Im Jahr 2016 hatte Russland mit Israel eine Vereinbarung über den Einsatz in Syrien getroffen, die verhindern soll, dass die militärischen Einheiten beider Länder einander wechselseitig in die Quere kommen. 

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