„Kreuz gegen Halbmond“: Erdoğan wirft Europa Religionskrieg vor

„Kreuz gegen Halbmond“: Erdoğan wirft Europa Religionskrieg vor
Der türkische Staatspräsident warf Deutschland vor, eine europaweite Kampagne gegen sein Land zu organisieren.
Der Streit zwischen der Türkei und der EU eskaliert weiter. Das türkische Staatsoberhaupt hat Europa vorgeworfen, „einen Kampf Kreuz gegen Halbmond“ angezettelt zu haben. Ihn erzürnte das Kopftuchurteil des Europäischen Gerichtshofes.

Deutschland habe, so der türkische Präsident Recep Tayyıp Erdoğan, eine antitürkische Kampagne in Europa eingeleitet. Als Reaktion auf das Kopftuchurteil des Europäischen Gerichtshofes erklärte er, dass die EU-Staaten einen Religionskrieg gegen den Islam führen. Das Gericht hatte geurteilt, dass unter bestimmten Umständen Unternehmen ihren Beschäftigten das Tragen von Kopftüchern verbieten können.

Eine Kuh in den Farben der niederländischen Nationalflagge mit der Aufschrift: Faire Milch vor dem EU-Parlament; während einer Milchbauern-Demonstration in Brüssel; Belgien, 4. Mai 2011.

Wo ist die Glaubensfreiheit? Wo ist die Religionsfreiheit?“, fragte Erdoğan am Freitag. „Sie haben einen Kreuzzug gegen den Halbmond angefangen. Es gibt keine andere Erklärung dafür.“

Den Niederlanden warf er einen „neuen Nationalsozialismus“ vor. Die EU-Staaten warnte er, von ihrem, so Erdoğan, „befehlendem Diskurs“ abzusehen.

Die Türkei befiehlt!“, erklärte der türkische Staatschef. „Deshalb könnt ihr mit der Türkei nicht im Befehlston sprechen. Ihr müsst anständig reden, ihr könnt um etwas bitten.“

Auch der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sprach von der Gefahr neuer „Religionskriege in Europa.“  Die Islamfeindlichkeit steige in Europa rasant an. Das werde Europa an den Abgrund führen, prophezeite der Minister.

Indessen beschloss die Stadtregierung Hannovers am Freitag, die Erlaubnis für eine Wahlkampfveranstaltung eines AKP-Politikers in einem kommunalen Gebäude zurückzuziehen.