Welche Motive hatten die russischen Cyber-Angreifer auf Yahoo?

Welche Motive hatten die russischen Cyber-Angreifer auf Yahoo?
Das U.S. Justizministerium hat russische Geheimdienstmitarbeiter für den Cyber- Angriff auf Yahoo im Jahr 2014 verantwortlich gemacht und damit Zusammenhänge zum russischen Staat hergestellt. Allerdings wurde ein Hauptverdächtiger zuvor von Russland für Hochverrat angeklagt.

Nach einer zweijährigen Untersuchung des FBI hat ein Gericht in Kalifornien vier Angeklagte für Hacking, Wirtschaftsspionage und weitere kriminelle Handlungen angeklagt.

In dem Fall wurden zwei russische Spione und zwei weitere kriminelle Hacker beschuldigt, seit Januar 2014 auf Yahoos Netzwerk und 500 Millionen Emailkonten zugegriffen zu haben. Es war einer der größten Cyberangriffe der Geschichte bis dahin. Die Spione sollen dem russischen Geheimdienst FSB angehören und die Hacker in ihrem Auftrag gehandelt haben.

US-Justizministerium beschuldigt drei Russen Hackerangriffe auf Yahoo-Accounts

Das Urteil wurde von FBI-Chef James Comey verkündet. Er wurde im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2016 stark dafür kritisiert, dass er sich unter Eid dafür aussprach die Affäre um dienstliche Emails Hillary Clintons einzustellen.

Im Fall der Vorwürfe Präsident Trumps, dass Präsident Obama ihn im Vorfeld der Wahlen abhören ließ, weil russische Wahlkampfmanipulation vermutet wurde, hat Comey das U.S. Justizministerium angewiesen, diese öffentlich zurückzuweisen.

Zwar wird durch diese Anklage kein Zusammenhang zwischen dem Yahoo-Hack und den Vorwürfen der Cyberangriffe auf das DNC hergestellt. Daran soll sich Russland mit dem vorgeblichen Ziel, die U.S. Wahlen im Jahr 2016 zu beeinflussen, beteiligt haben. Die russische Regierung weist dies mit Hinweis auf mangelnde Beweise zurück.

Auch in diesem Fall zeichnen internationaleMedien klar den russischen Staat verantwortlich, obwohl Russland Dmitri Dokutschajew, einen der Täter, zuvor wegen Hochverrats angeklagt hatte, da er zusammen mit einem weiteren FSB-Mitarbeiter im Interesse der USA gehandelt habe.

Weiterhin wird ausgeklammert, dass dieser und ein weiterer Angriff im Jahr 2013 starke wirtschaftliche Auswirkungen hatten. Der zunächst vereinbarte Kaufpreis von 4,8 Milliarden Dollar für Yahoo durch den US-Telekom-Konzern Verizon fiel um 350 Millionen.

Laut US-Justizministerium bleiben die Anschuldigungen, welche dennoch in internationalen Medien verbreitet wurden, bisher ohne Beweise.