Verbale Konfrontation: Türkischer Außenminister twittert "Hunde von Wilders"

Verbale Konfrontation: Türkischer Außenminister twittert "Hunde von Wilders"
Meinte Çavuşoğlu nur die Polizeihunde oder auch die niederländischen Behörden, die den Auftritt der türkischen Familienministerin blockierten und sie zurück nach Deutschland brachten?
Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hat in einem Tweet die niederländischen Behörden möglicherweise als "Hunde von Wilders" bezeichnet. Zudem versprach er eine scharfe Reaktion auf ihr Vorgehen. Eine Entschuldigung reiche nicht aus.

Die türkischen Regierungsmitglieder sind nicht gerade für ihre zurückhaltende Rhetorik bekannt. Ein äußerst undiplomatischer neuer Tweet des türkischen Spitzendiplomaten dürfte die Stimmung zwischen Amsterdam und Ankara weiter anheizen. Çavuşoğlu schrieb "Hunde von Wilders". Er fügte seinem Tweet Bilder von niederländischen Polizeihunden hinzu, die gegen die randalierenden AKP-Anhänger in Rotterdam eingesetzt wurden. Ob er damit tatsächlich nur die Polizeihunde oder auch die niederländischen Behörden meinte stellte er nicht klar.

Während einer Rede in Paris versprach er eine harte Reaktion auf den Vorfall, der sich gestern in Rotterdam ereignet hatte. Es reiche nicht aus, wenn sich die niederländische Regierung dafür entschuldige. Die Türkei werde zuerst Gegenmaßnahmen ergreifen. Wenn sich dann Amsterdam nicht entschuldige, würde Ankara weitere Sanktionen einleiten.

Der türkische Energieminister Berat Albayrak mit Familienministerin Fatma Betul Sayan Kaya auf einer Pressekonferenz auf dem Ataturk International-Flughafen in Istanbul, 12. März 2017.

Als ersten Schritt nannte er die Weigerung Ankaras, den niederländischen Botschafter zurück ins Land zu lassen. Er befand sich während des Zwischenfalls in Rotterdam außerhalb der Türkei.

Die niederländische Polizei hatte der türkischen Familienministerin den Zutritt zum türkischen Konsulat verweigert und eskortierten sie später zurück zur deutschen Grenze. Dem Bürgermeister von Rotterdam Ahmed Aboutaleb zufolge kam die Ministerin unangekündigt aus Deutschland und versuchte zudem, die niederländischen Behörden zu täuschen.

Daraufhin randalierten protestierende AKP-Anhänger mehrere Stunden durch Rotterdam. Auch vor den niederländischen Vertretungen in Berlin und Istanbul kam es zu spontanen Protesten seitens Erdoğan-Unterstützer. 

Die Beziehungen zwischen den EU-Staaten und der Türkei sind derzeit wegen den umstrittenen Wahlkampfauftritten türkischer Minister in europäischen Städten auf dem Tiefpunkt. In der Türkei wird Mitte April ein Verfassungsreferendum über die Einführung eines Präsidialsystems durchgeführt. Kritiker und Oppositionelle befürchten, das Erdoğan dadurch die türkische Demokratie weiter aushöhlen möchte. AKP-Anhänger dagegen argumentieren, dass ein solches System dem Land Stabilität und Wohlstand bescheren wird.