Die fünf größten Clashs zwischen der Türkei und der EU vor der Eskalation mit den Niederlanden

Die fünf größten Clashs zwischen der Türkei und der EU vor der Eskalation mit den Niederlanden
Die Spannungen zwischen den Niederlanden und der Türkei nehmen weiter zu.
Nach den dramatischen Entwicklungen der letzten Nacht, nehmen die diplomatischen Spannungen zwischen der Niederlande und der Türkei weiter zu. Deeskalation ist noch nicht in Sicht. RT blickt zurück auf bisherige Zusammenstöße zwischen der Türkei und Europa.

1. Wut und Ärger in Wien, als Außenminister Cavusoglu Österreich als "Zentrum des radikalen Rassismus" bezeichnet

Der österreichische Kanzler Kern hatte mit seiner ablehnenden Haltung eine europaweite Debatte über die EU-Mitgliedschaft der Türkei losgetreten. Für seine Forderung nach einem Abbruch der Beitrittsgespräche erntete Kern scharfe Kritik aus Ankara, aber Zuspruch unter anderem aus Deutschland. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker meinte jedoch, es wäre ein "schwerer Fehler", Ankara die Tür zuzuschlagen. Der türkische Außenminister äußerte sich erzürnt. Von den Aussagen von Österreichs Bundeskanzler Kern sei "eine hässlicher als die andere, so Cavusoglu. Und allgemein in Richtung Österreichs Regierung erklärte er: "Was noch hässlicher ist, sie nennen unser Volk, das türkische Volk, das in Österreich lebt, radikal. Vor allem lügen sie. Ich sage es offen." Er wies sämtliche Aussagen Kerns zurück und bezeichnete Österreich als "Zentrum des radikalen Rassismus".

Der türkische Energieminister Berat Albayrak mit Familienministerin Fatma Betul Sayan Kaya auf einer Pressekonferenz auf dem Ataturk International-Flughafen in Istanbul, 12. März 2017.

2. Niederlande bestellen türkischen Botschafter ein, nachdem das türkische Konsulat eine Liste mit Anhängern von Fethullah Gülen in den Niederlanden erstellt

Die türkisch-holländischen Beziehungen erlitten im Dezember 2016 einen weiteren Rückschlag, als ein türkischer Botschaftsbeamter zugab eine Liste mit Namen niederländischer Einwohner zu erstellen, die vermeintliche Verbindungen zu der Bewegung von Fethulla Güllen haben. Die türkische Regierung macht Güllen für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich. Der niederländische Außenminister Bert Koenders bestellte den türkische Botschafter ein und äußerte große "Sorgen." Koenders versprach den "langen Arm" Ankaras in den Niederlanden zu unterdrücken. Andere niederländische Politiker bezeichneten die Aktionen des türkischen Konsulats als "bizarr und inakzeptabel."

3. Deutschland empört, als Erdogan von "Nazi-Methoden" spricht

Auch die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei haben in den vergangenen Jahren oft gelitten. Die jüngsten Äußerungen des türkischen Staatspräsidenten stellen jedoch eine weitere Eskalationsstufe dar. Erdogan hatte aus Verärgerung über von deutschen Behörden abgesagte Veranstaltungen mit türkischen Politikern von "Nazi-Methoden" gesprochen. "Gleichsetzungen der Politik des demokratischen Deutschlands mit der des Nationalsozialismus weisen wir entschieden zurück", sagte daraufhin Regierungssprecher Steffen Seibert. Ohnehin seien NS-Vergleiche "immer absurd und deplatziert, denn sie führen nur zu einem, nämlich dazu, die Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus zu verharmlosen. Das disqualifiziert sich von selbst". Bundeskanzlerin Merkel hatte die Vorwürfe Erdogans als etwas, dass man "eigentlich gar nicht kommentieren kann" bezeichnet.

Protestler hissen türkische Staatsfahne über niederländischem Konsulat in Istanbul

4. Niederlande verlangen Erklärungen, nachdem türkische Bürger in den Niederlanden bespitzelt werden sollten

Im April des vergangenen Jahres geriet das türkische Generalkonsulat in Rotterdam in die Schlagzeilen. Die türkische Vertretung hatte Mitglieder der in den Niederlanden lebenden türkischen Gemeinde gebeten, über Mitbürger zu berichten, die "unseren Präsidenten, die türkischen Staatsangehörigen oder die Türkei im Allgemeinen beleidigen." Zwar entschuldigte sich das Konsulat in einem Brief für die "unglückliche Wortwahl", doch der niederländische Ministerpräsident Mark Rutten, verlangte dennoch eine Erklärung und schickte seinen niederländischen Botschafter in Ankara zu offiziellen türkischen Regierungskreisen.

5. Erdogan bezeichnet die Niederland als "faschistisch" nach Landeverbot für türkischen Minister

Am Samstag haben die Niederlande dem Flug des türkischen Außenministers Mevlut Cavusoglu keine Landeerlaubnis erteilt. Der türkische Außenminister hatte damit gedroht, dass die Türkei Sanktionen gegen Holland verhängen würde, wenn er bei einer Veranstaltung in Rotterdam nicht sprechen dürfe. Die verweigerte Landeerlaubnis in letzter Minute verärgerte Erdogan dermaßen, dass er von einer "faschistischen Niederlande" sprach. Er versprach zudem ein "ähnliches Willkommen" gegenüber niederländischen Diplomaten in der Türkei. Der niederländische Premierminister Rutte, sagte, die ginge "deutlich zu weit."

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