Skandal um Nacktfotos: US-Marinesoldaten machten heimlich Aufnahmen ihrer Kolleginnen

Skandal um Nacktfotos: US-Marinesoldaten machten heimlich Aufnahmen ihrer Kolleginnen
Eine US-Soldatin trinkt das Blut einer Kobra während internationaler Militärübungen, Chon Buri Provinz, Thailand, 20. Februar 2013.
Soldatinnen der US-Marines wurden unwissentlich zur Schau gestellt. Ihre Nacktbilder wurden in den sozialen Netzwerken von Armeekollegen geteilt. Der Skandal gilt angesichts der Nachrichten über unmoralisches Verhalten unter US-Soldaten als wenig überraschend.

“Marines United“ hieß die Facebook-Seite, auf denen die US-Soldatinnen zu unfreiwilligen Stars wurden. Auch eine Google Drive Seite mit selbigen Ansichten hatte 30.000 Mitglieder. Die Fans stammten aus den Reihen aktiver und ehemaliger US-Soldaten sogar bis hin zu den Angestellten der Britischen Krone. Die Fotos, die teilweise mit obszönen Kommentaren versehen waren, wurden inzwischen gelöscht. Der Fall beschäftigt derweil die Strafverfolgungsbehörde der US-Marine. Der Marines-Veteran Thomas Brennan, der die gemeinnützige Organisation “The War Horse“ leitet, machte die Behörden auf den Skandal aufmerksam. 

Auf der Webseite von “The War Horse“ findet sich unter anderem der Bericht einer mit unsichtbaren Narben gekennzeichneten Kriegsveteranin, die erfahren musste, wie es ist, für den amerikanischen Staat als Frau zu dienen. Ihr Dienst an der Waffe war gespickt von sexuellen Übergriffen durch Armeekollegen. Was bleibt sind psychische Narben, für die es keinerlei Auszeichnungen gibt. Aus einem Bericht aus dem Jahr 2011 ging hervor, dass Frauen in der Armee eher vergewaltigt, als in Kriegsgebieten getötet werden.

Sieben Werten soll sich der ideale US-Soldat unterwerfen: Loyalität, Pflicht, Respekt, Selbstloser Dienst, Ehre, Integrität und Mut. Aber der letzte gewonnene Krieg liegt weit zurück und die Sinnlosigkeit der Schlachtfelder lässt den Optimismus und die Moral schwinden. Im Jahr 2015 wurde von der amerikanischen Regierung ein Programm ins Leben gerufen, welches über sechs Jahre hinweg mit einem Budget von 287 Millionen US-Dollar den Optimismus und die Ehre der US-Soldaten zurückbringen soll.

Auch die japanische Zeitung “Japan Times“ hatte das Thema aufgegriffen. In Japan sind die Verhältnisse zwischen Einheimischen und US-Streitkräften auf japanischem Boden seit längerer Zeit angespannt. Insbesondere im südlichen Okinawa, einem tropischen Paradies, wo die Mehrheit der US-Soldaten stationiert ist, haben sich diese für zahlreiche sexuelle Übergriffe in der Bevölkerung bis hin zu Mord zu verantworten.