Abschied von Witali Tschurkin: Politiker und Diplomaten ehren russischen "Maestro der Diplomatie"

Abschied von Witali Tschurkin: Politiker und Diplomaten ehren russischen "Maestro der Diplomatie"
Witali Tschurkin war einer der erfolgreichsten Diplomaten in der Geschichte Russlands
Am Montag starb Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin an seinem Arbeitsplatz in New York kurz vor seinem 65. Geburtstag an einem Herzinfarkt. Neben Weggefährten aus dem eigenen Land nahmen auch ausländische Diplomaten Anteil und kondolierten der Familie.

Am 20. Februar ist der ständige Vertreter Russlands bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin, überraschend in New York verstorben. Er erlag ein Tag vor seinem 65. Geburtstag einem Herzinfarkt. Das russische Außenministerium gab bekannt, dass der Spitzendiplomat an seinem Arbeitsplatz gestorben sei. Viele russische und internationale Politiker sowie Diplomaten haben seiner Familie ihr Beileid ausgedrückt und des Botschafters als Persönlichkeit gedacht.

Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kommentierte den Tod des Diplomaten auf Anfrage von RT:

Er war ein hervorragender Mensch und ein brillanter, aufmerksamer sowie großer Diplomat unserer Zeit.

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Die Vorsitzende des Föderationsrats der Russischen Föderation, Walentina Matwijenko, beschrieb Tschurkin als eine einzigartige Persönlichkeit und einen klassischen Diplomaten der russischen Schule:

Das ist eine Tragödie, vor allem eine Tragödie, wenn man den Menschen persönlich gekannt hat. Er war ein echter, klassischer Diplomat der russischen Schule. Er war ein gescheiter Kopf und ein Mensch, der höchste professionelle Fertigkeiten besaß.

Die Senatorin merkte an, dass der russische Beamte ein Diplomat ohne Gleichen gewesen ist.

Er starb am Arbeitsplatz, denn in letzter Zeit hat eine gereizte Stimmung in der internationalen Politik geherrscht und es fiel ihm somit natürlich besonders schwer, Russlands Interessen im Sicherheitsrat hart zu vertreten. Daher war er ständig im Stress.

Ein Kollege Tschurkins, der ständige Vertreter Großbritanniens bei den Vereinten Nationen, Matthew Rycroft, sprach sein Beileid auf Twitter aus:

"Ich bin absolut erschüttert, zu hören, dass mein Freund und Kollege Witali Tschurkin gestorben ist. Ein diplomatischer Riese und wunderbarer Mensch. Ruhe in Frieden."

Susan Rice, die ehemalige Beraterin des US-Präsidenten Barack Obama in Fragen der nationalen Sicherheit, schrieb auf Twitter:

"Witali war zwar immer ein starker Gegner, aber auch ein Freund. Mein von Herzen kommendes Beileid an seine Frau Irina, seine Familie und die russische UN-Mission."

Samantha Power, eine weitere Kollegin des Gesandten und ehemalige ständige Vertreterin der USA bei der UNO, ging sogar weiter und sprach Tschurkin einen außergewöhnlichen Titel zu:

"Ich bin erschüttert über das Dahinscheiden des russischen UN-Botschafters Witali Tschurkin. Ein Maestro der Diplomatie und tief fürsorglicher Mann, der alles tat, was er konnte, um die Meinungsunterschiede zwischen den USA und Russland zu überbrücken."

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, teilte RIA Nowosti mit, dass er schockiert und traurig gewesen ist, als er von dem Tod des Diplomaten erfuhr.

Abgesehen davon, dass wir recht wenig zusammengearbeitet haben, habe ich die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit ihm sehr geschätzt. Mir werden sein Verständnis der Situation, seine Geschicklichkeit und seine Freundschaft sehr fehlen. Ich würdige seinen Beitrag zur UNO und drücke mein herzlichstes Beileid seiner Familie, der russischen Regierung und den Menschen in Russland aus.

Der Vorgänger Guterres', Ban Ki-moon, hat ebenfalls sein Beileid zum Tod des russischen Beamten zum Ausdruck gebracht. Tschurkin war seinen Worten nach "eine Person mit herausragendem Intellekt". Der Ex-UN-General erklärte zudem:

"Die, die ihn kannten, und die, die sich mit der Geschichte der UNO in jüngster Zeit befassen werden, werden sich lange an seine diplomatischen Eigenschaften, seine Schlagfertigkeit und seinen guten Sinn für Humor erinnern."

Fijodor Lukjanow, Politikwissenschaftler und Chefredakteur der Zeitschrift Global Affairs Russia.

Der Politikwissenschaftler und Chefredakteur der Zeitschrift Global Affairs Russia, Fjodor Lukjanow, hat in einem Interview mit RT unterstrichen, dass Tschurkin einer der prägendsten Vertreter der russischen Diplomatie gewesen ist:

Das ist ein grauenvoller Verlust. Wir haben recht wenige Diplomaten eines solchen Kalibers. Russland hat eine sehr starke Diplomatieschule, die Herausforderungen und Umbrüche im Laufe von Jahrhunderten überstanden hat. […] Es gibt Profis und Stars. Tschurkin gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie. Stars leuchten sehr selten auf. Uns bleibt nichts übrig, als auf die nächsten zu warten.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin hat Tschurkins Familie sein Beileid ausgesprochen und den Verlust des Diplomaten bedauert. Das Staatsoberhaupt bezeichnete ihn als einen der besten Diplomaten des Landes, eine herausragende Persönlichkeit sowie einen echten Patrioten. Dies steht in der Mitteilung Putins, die auf der Webseite des Kreml veröffentlicht wurde und direkt an die Familie des Verstorbenen gerichtet war.

"Bitte nehmen Sie mein aufrichtiges und herzlichstes Beileid im Zusammenhang mit dem Tod Ihres Ehemannes und Vaters Witali Iwanowitsch entgegen. Sein unerwartetes Ableben ist ein schwerer und wahrlich unersetzbarer Verlust für die russische Außenpolitik. Dadurch, dass es so plötzlich passierte, ist der Schmerz des Verlustes umso stärker."

Der russische Präsident merkte an, dass Witali Tschurkin einer der angesehensten Diplomaten und ein Profi von sehr hohem Niveau gewesen ist.

Er war ein Mensch mit einem sehr hohen Intellekt sowie einer ungewöhnlichen Energie, einem seltenen Charme und Sinn für Humor, der den aufrichtigen Respekt seiner Kollegen und eine riesige Autorität bei den ausländischen Partnern genossen hat. Die Verdienste von Witali Iwanowitsch sind schwer zu überschätzen. Ihm wurden verantwortungsvolle Posten im zentralen Apparat des Außenministeriums sowie im Ausland anvertraut. Besonders prägend hat er seine Fähigkeiten als Gesandter Russlands bei der UNO einsetzen können.

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