Sex zwischen 13-Jährigen und Erwachsenen: Breitbart-Star Milo Yiannopoulos vergaloppiert sich

Sex zwischen 13-Jährigen und Erwachsenen: Breitbart-Star Milo Yiannopoulos vergaloppiert sich
Diesmal eine Schippe zu viel? Der provokative Popstar der Rechten in den USA, Milo Yiannopoulos.
Er liebt das Rampenlicht und provoziert gerne: Milo Yiannopoulos, das Enfant terrible der konservativen Alt-Right-Bewegung in den USA ist für seine polarisierende Art bekannt. In einem Interview aus dem Jahr 2016 ist Yiannopoulos nun offenbar etwas zu weit gegangen.

Wie weit darf man im Kampf gegen „Political Correctness“ gehen? Die konservative Medienplattform „The Reagan Bataillon“ leakte auf Twitter ein Video-Interview mit dem „Breitbart“-Journalisten Milo Yiannopoulos, das den Paradiesvogel der Konservativen in schwere Rechtfertigungsnöte bringt. Yiannopoulos, 32 Jahre alt, Brite mit griechischen Wurzeln, ist Journalist beim umstrittenen Portal Breitbart und schwul. Und er teilt gerne aus: gegen Migranten, Liberale, Feministen und Transgender.

Der bizarre Kulturkampf, der zurzeit in den USA zwischen Konservativen des Trump Lagers und sogenannten Liberalen tobt, ist Treibstoff für Figuren wie Yiannopoulos. Die Tatsache, dass er bekennender Homosexueller ist und selbst einen Migrantionshintergrund hat, verlieh dem Berufsprovokateur bis jetzt den Status der Unangreifbarkeit, wenn er über Minoritäten vom Leder zog.

Vor allem seine Abscheu gegen „Political Correctness“ machte den Grenzüberschreiter bei bestimmten Kreisen der US-amerikanischen Rechten, die sich vom „liberalen Establishment in Washington und Hollywood“ geknebelt fühlen, berühmt. Dass Yiannopoulos ein Unterstützer von US-Präsident Donald Trump ist, muss nicht extra betont werden.

Der 32-Jährige, der auch schon mal in Schweineblut badete, um auf „die Opfer von illegalen Einwanderern und Terroristen“ aufmerksam zu machen, kennt in der Regel keinen Rückwärtsgang und bezeichnet sich gern als „Amerikas gefährlichste Schwuchtel“.

In der Universität Berkeley kam es Anfang Februar zu massiven Ausschreitungen inklusive eingeschlagenen Fensterscheiben und Bränden, als Demonstranten einen Auftritt von Yiannopoulos in der Universität verhindern wollten. Yiannopoulos musste in Sicherheit gebracht werden. Der Vorfall nötigte den US-Präsidenten Donald Trump dazu, der Universität mit dem Entzug staatlicher Mittel zu drohen, falls die freie Meinungsäußerung nicht mehr gewährleistet sei.

Doch jetzt präsentiert sich der Posterboy der neuen Rechten das erste Mal ungewohnt kleinlaut. Der Grund dafür sind Äußerungen, die er in einem Interview Anfang 2016 bei dem Podcast "Drunken Peasants" gemacht hatte. Am Sonntag hatte die konservative Webseite „The Reagan Battalion“ via Twitter ein Video mit Ausschnitten des Interviews veröffentlicht, in denen sich Yiannopoulos explizit zu Sex zwischen Erwachsenen und Kindern äußert.

In seinem üblich schnellen Plauderton entschlüpfen Yiannopoulos während des Gesprächs einige verfängliche Äußerungen. So sagt er über verbotene Beziehungen zwischen Lehrerinnen und Schülern: "Der Junge ist das Raubtier in dieser Situation." An anderer Stelle betont er, dass sexuelle Beziehungen zwischen 13-jährigen Jungen und älteren Männern "vollkommen einvernehmlich" sein könnten.

In einer homosexuellen Welt würden die älteren Männer den Jungen helfen, sich selbst zu finden. Die "willkürliche und unterdrückende Idee von Einvernehmlichkeit" sei das eigentliche Problem, so Yiannopoulos. "Wir sind besessen von Missbrauch, wir sind besessen von diesem Kindesmissbrauchs-Zeug."

Am Ende des Interviews ist eine Nachfrage des Moderators zu hören. Das klinge doch sehr nach katholischen Priestern, die ihre Schutzbefohlenen missbrauchen, so der Moderator. Die Replik von Yiannopoulos lässt nicht lange auf sich warten.

„Weißt Du was“, so Yiannopoulos, „Ich bin dankbar für Pater Michael. Ich wäre heute nie so gut beim Oralsex, wenn es ihn nicht gegeben hätte.“ Es ist nicht klar ersichtlich, ob Yiannopoulos hier versucht einen „dirty joke“ zu machen, oder ob er ernst meint, was er da gerade von sich gibt.

Nichtsdestotrotz schlagen die Äußerungen nun hohe Wellen. Am Montag strich die „Conservative Political Action Conference“, ein nicht unwichtiges Meinungsforum für junge US-amerikanische Konservative, Yiannopoulos von seiner Rednerliste. Er war ursprünglich eingeladen worden, um über das Thema „Meinungszensur auf dem College-Campus“ zu sprechen.

Zudem kündigte der Verlag Simon & Schuster ein geplantes Buchprojekt mit dem umstrittenen Journalisten. Das Buch „Dangerous“ sollte ein Kommentar zur Bedeutung der freien Meinungsäußerung werden. Yiannopoulos soll Gerüchten zufolge schon 250.000 US-Dollar Vorschuss für das Projekt bekommen haben.

Auch sein Arbeitgeber „Breitbart“, wo Yiannopoulos als leitender Redakteur tätig ist, denkt offenbar über Konsequenzen nach. Laut New York Times und Washington Post ist man sich in der Redaktion des rechtskonservativen Newsportals nicht sicher, ob es allein mit einer öffentlichen Entschuldigung von Yiannopoulos getan ist.

Noch in der Nacht zu Montag versuchte Yiannopoulos zurückzurudern: "Ich möchte einmal mehr meine absolute Abscheu für Erwachsene zum Ausdruck bringen, die Minderjährige missbrauchen", postete er bei Facebook. Er sei selbst ein Opfer von Kindesmissbrauch und habe große Teile seiner Karriere darauf verwendet, Kinderschänder bloßzustellen, so Yiannopoulos.

Er verstehe jedoch, dass diese Videos ein anderes Bild zeichneten, auch wenn manche absichtlich irreführend geschnitten worden seien. Doch er räumte ein: "Ich trage eine Mitschuld." Ob die für Yiannopoulos typische Verteidigungsstrategie „ich darf so etwas, denn ich bin selber betroffen“ auch diesmal funktioniert, bleibt abzuwarten. Das Tabuthema Pädophilie ist und bleibt ein Griff ins Wespennest.

 

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