PWC-Studie stimmt Moskau zuversichtlich: Russland könnte stärkste Wirtschaftsmacht in Europa werden

PWC-Studie stimmt Moskau zuversichtlich: Russland könnte stärkste Wirtschaftsmacht in Europa werden
Hat laut PricewaterhouseCoopers gute Gründe, optimistisch in die Zukunft zu blicken: der russische Präsident Wladimir Putin.
Eine Studie der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PWC) kommt zu dem Ergebnis, dass Russland bis 2030 stärkste Wirtschaftsmacht in Europa sein wird. Was noch dafür spricht: Trotz Sanktionen investierten deutsche Firmen 170 Millionen Euro mehr in Russland.

Die Studie von PricewaterhouseCoopers (PWC) mit dem Titel "The Long View – How will the global economic order change by 2050?" ("Der langfristige Ausblick – wie wird sich die globale Wirtschaftsordnung bis 2050 verändern?") ist eine Langzeitprognose für die 32 größten Volkswirtschaften der Welt. Die jüngst veröffentlichte Studie kommt zu einigen überraschenden Resultaten.

 EU-Kommissar für Digitalisierung Günther Oettinger auf dem Wirtschaftstag der Innovationen.

Bis zum Jahr 2050 wird es wirtschaftlich gesehen zu großen Umwälzungen kommen. So soll Russland schon ab 2030 die stärkste Wirtschaftsmacht in Europa sein. Die alteingesessenen Industrienationen, wie zum Beispiel auch Deutschland, werden abgehängt. Die wirtschaftliche Dynamik soll sich laut der Studie deutlich hin zu den Schwellenländern verschieben, dazu zählen unter anderem Russland, China und Indien.

Grundsätzlich wird sich die Wirtschaftskraft - gemessen anhand des BIP - der Welt bis 2050 verdoppeln. Die Studie geht davon aus, dass von allen führenden G7-Industrienationen nur die USA ihre Spitzenposition werden halten können. Länder wie Deutschland werden hingegen zu den Absteigern gezählt.

Im Jahr 2050 soll die Volksrepublik China mit großem Abstand die Nummer eins unter den Volkswirtschaften sein. Das dortige Inlandsprodukt soll auf 58,5 Billionen US-Dollar steigen. Danach folgt Indien mit 44,4 Billionen. Die USA kämen der Studie zufolge auf 34,1 Billionen US-Dollar. Auf Platz vier folgt anschließend Indonesien, auf Platz fünf Brasilien.

Russland soll sich auf der sechsten Position wiederfinden. Das BIP werde sich auf bis zu 7,1 Billionen US-Dollar steigern. Das wäre ein Zuwachs von 91 Prozent bis 2050. Dazu passt auch eine Meldung der Deutsch-Russischen-Außenhandelskammer (AHK) vom letzten Freitag.

Obwohl die EU-Sanktionen gegenüber Russland weiterbestehen, steigen die Investitionen der deutschen Wirtschaft in Russland wieder an. Laut der AHK stieg die Investitionssumme deutscher Unternehmen 2016 auf 1,95 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 1,78 Milliarden Euro.

Die Außenhandelskammer beruft sich dabei auf Zahlen der Bundesbank. Von Januar bis September dieses Jahres sollen deutsche Firmen sogar über zwei Milliarden in Russland investiert haben. Eine zuvor durchgeführte Umfrage der AHK hatte ergeben, dass die meisten Unternehmen wieder mit steigenden Umsätzen rechnen.

Das mag vor allem daran liegen, dass sich die russische Wirtschaft wieder stabilisiert hat. Nach einem Einbruch von mehr als drei Prozent im Jahr 2015 schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Vorjahr nur noch um 0,2 Prozent. Für 2017 rechnet das russische Wirtschaftsministerium mit einem Wachstum von zwei Prozent.