Fracking: Die neue Goldgrube der USA unter Trump und die Rolle der Energie hungrigen Japaner hierbei

Fracking: Die neue Goldgrube der USA unter Trump und die Rolle der Energie hungrigen Japaner hierbei
Fracking Maschinen in Texas, 4. Juni 2015.
Das Treffen zwischen Trump und Abe führte zu Unmut in der japanischen Bevölkerung. Abe versprach alles ihm Mögliche, um die amerikanische Wirtschaft anzukurbeln. Ein unbeachtetes Thema aber war die künftige Zusammenarbeit im Energiesektor.

Während der Pressekonferenz zwischen Abe und Trump verzichtete Präsident Trump auf eine Simultanübersetzung der Worte Abes. Entsprechend der Gepflogenheit seines Gastlandes schüttelte Abe die Hand Trumps, der aber daraufhin Abes Hand in einen festen Griff nahm und in für den japanischen Premierminister schmerzhaft langen Sekunden nicht los ließ. Dies, und die Versprechungen Abes, führten zu großem Missmut in der japanischen Bevölkerung, die ihre Stimmung über die sozialen Medien laut machten. Zwar versprach Trump gegenüber den Japanern einen hundertprozentigen Rückhalt im Inselstreit mit den Chinesen und gegen die nordkoreanische Bedrohung, aber der Preis hierfür war vielen seiner Landsleute zu hoch. In den USA will Abe 700.000 Jobs schaffen und 450 Milliarden sollen investiert werden. Um all dies zu stemmen müssen sogar japanische Reserven angezapft werden. 

Japanischer Premierminister Shinzo Abe beim Golfspiel in der japanischen Präfektur Yamanashi, 16. August 2015.

Ein in der internationalen Presse aber weitestgehend unbeachtetes Thema waren die neuen Energieprojekte der USA und die Involvierung der Japaner hierin. Wer an Japan denkt, dem kommen Bilder von Leuchtreklamen und Großbildschirmen in den Sinn, die die Stadtbilder Tokios prägen. Japan ist energiehungrig und auf der Suche nach neuen Quellen. Nach dem Unfall in Fukushima und der Abschaltung von Kernkraftwerken ist Japans Interesse an Ressourcen in Übersee gestiegen. Im vergangenen Jahr stand Japan als viertgrößter Petroleumkonsument da und drittgrößter Petroleumimporteur. Die Ölreserven des Landes sind begrenzt. Die eigene Förderung von Ölvorkommen wird durch die Konflikte im Inselstreit der Senkaku-Inseln erschwert. Ein Abkommen aus dem Jahr 2008 zwischen China und Japan sollte die gemeinsame Förderung der Länder ermöglichen, doch durch den wachsenden Streit, in den die Amerikaner involviert sind, kamen die Projekte ins Stocken. Um den Energiebedarf Japans zu decken sollen unter Trump nun gemeinsame Projekte im Energiesektor stattfinden. Bisher bezog Japan Öl vornehmlich aus dem Mittleren Osten, Südostasien und Australien. Nun sollen Fracking-Projekte in den USA hinzukommen. Trump will die USA unabhängig von ausländischen Erdölkonzernen machen. Und die Lösung Trumps hierfür lautet: Fracking. 

Als Energieminister erhoffte sich Donald Trump den Fracking-Mogul Harold Hamm in seinem Kabinett. Dieser erteilte dem Gesuch Trumps eine Absage. Trump aber machte hierdurch deutlich, dass er Fracking für die neue Goldmine der USA hält. Umweltschützern ist das Fracking ein Dorn im Auge. Durch eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemie  (Kaliumchlorid, Isopropanol, Zitronensäure, Boratsalze, Dimethylformamid (Amid der Ameisensäure) und Glutardialdehyd) werden Öl und Gas aus Gesteinsschichten freigesetzt. Doch besteht hier die Sorge, dass es zu Trinkwasserverunreinigungen kommt. Der hohe Wasserbedarf zum Fracking ist in Zeiten von Wassermangel ein weiteres Umweltthema. 

Wie sich die Schäden auf Mensch und Umwelt auswirken, zeigt ein Dokumentarfilm von RT:

Obama versprach 150 Milliarden Dollar in die alternativen und erneuerbaren Energien zu investieren. Doch bereitete Obama den Weg für das Fracking, indem Öl- und Gaskonzerne sich nicht an Umweltauflagen halten mussten und machte hiermit das „Horizontal Drilling“ erst möglich - eine Technik des Frackings, die zu großen Umweltschäden führt. 

Am vergangenen Freitag traf die erste Ladung durch amerikanisches Fracking gewonnene Energie auf japanischem Boden ein. Ein Tanker, der 70.000 Tonnen LNG (Liquefied Natural Gas) an Bord hatte. Ingesamt soll Japan 700.000 Tonnen aus den USA importieren. Die Lieferungen nach Asien, speziell Japan und China, sollen die üblichen Lieferungen an westliche Länder im Jahr 2017 überbieten. 

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