Blumen und Selfies mit dem Erzfeind: Herzlicher Empfang für US-Sportler im Iran

Blumen und Selfies mit dem Erzfeind: Herzlicher Empfang für US-Sportler im Iran
Jordan Burroughs (blau) USA gegen Peyman Yarahmadi Iran im Freestyle Wettkampf der Männer am Times Square, New York, 19.05.2016.
Kein Einreiseverbot für Amerikaner in den Iran: Dem amerikanischen Ringer-Team bereiteten die Iraner anlässlich des “Freestyle Wrestling World Cups“ im Iran einen herzlichen Empfang. Ein Sieg der Sport-Diplomatie über die Politik.

Bei strömendem Regen landeten die US-Sportler im iranischen Kermanshah, um sich in den anstehenden Wettkämpfen im Ringen gegen den politischen Feind zu behaupten. Trotz des kurzfristigen Einreiseverbots für Iraner, welches US-Präsident Donald Trump erlassen hatte, bis es von amerikanischen Richtern wieder rückgängig gemacht wurde, gab es für die amerikanischen Staatsbürger keinerlei Schwierigkeiten bei der Einreise. Nach dem Erlass des Einreiseverbots wollten die Iraner keine US-Amerikaner zu den Spielen ins Land lassen. Aber nun ruderten die Iraner mit der richterlichen Entscheidung in den USA zurück. 

Der amerikanische Trainer der US-Mannschaft Bill Zadick gegenüber der Presse: 

Als ich hörte, dass wir abgelehnt werden, war ich enttäuscht. Aber die Diplomatie der iranischen Wrestling Organisation, die in unserem Namen mit der iranischen Regierung verhandelt hat, hat letztendlich funktioniert. Ich denke, dass die iranische Regierung die Bedeutung für unseren Sport und unsere Kultur versteht. Also glaube ich, dass sie uns hier haben wollen. Wir haben eine Partnerschaft, die über die Politik hinausragt.

Der kleine Flughafen in Kermanshah wurde kurz zur Weltbühne, auf der die Iraner ihre Gastfreundschaft bewiesen. Es wurden Blumen an die Spieler verteilt und Iraner machten Selfies mit ihnen, die sich im Netz verbreiteten. Kermanshah ist die größte kurdisch sprechende Gemeinde des Iran und liegt 525 km westlich der iranischen Hauptstadt Teheran. 

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Ringen gilt im Iran als ein Nationalsport mit Tradition und wird oft als der erste Sport im Iran bezeichnet. Im Iran wird Ringen nicht als aggressiver Sport propagiert, sondern als ein Sport, der mit einer buddhistischen Philosophie vergleichbar ist. Der ideale Ringer soll human und bescheiden sein. Es geht um die innere Stärke. Auch Gewichtheben und Taekwondo lassen sich gemeinsam mit dem Ringen auf "Varzesh-e-Bastani“, was übersetzt als antiker Sport verstanden werden kann, zurückführen. Für das westliche Auge mag das Training als seltsam anmuten. Es erscheint wie eine Mischung aus Yoga, Meditation und Sport. Der antike Sport mit seiner Philosophie hat die Regime der Monarchen und der Mullahs überdauert.

Die Wettkämpfe der Männer werden vom 16. bis 17. Februar im Iran stattfinden. Ein Live-Stream wird über die Seite des United World Wrestling Verbands abrufbar sein.