Konservative gegen Reformer: Das 38. Jubiläum der islamischen Revolution im Iran

Konservative gegen Reformer: Das 38. Jubiläum der islamischen Revolution im Iran
Eine junge Iranerin während der Feierlichkeiten in Erinnerung an die islamische Revolution, 11. Februar 2016, Teheran.
Sogar der gemäßigte Präsident Hassan Rouhani rief seine Wähler in diesem Jahr dazu auf, anlässlich der Feierlichkeiten zur islamischen Revolution, für ihr Land auf die Straße zu gehen. Es zeigt sich wie geteilt das Land zwischen Konservativen und Reformern ist.

Die Islamische Revolution markierte das Ende der Monarchie und für viele einen neuen selbstbestimmten Beginn abseits der amerikanischen Doktrin. Die Rufe “Tod Amerikas“ und “Tod Israels“, die man dieser Tage auf den Straßen Teherans vernimmt sind aber nur ein Teil der iranischen Wirklichkeit, die die Bilder der ausländischen Presse prägen sollen. Der Großteil der Bevölkerung des Iran ist jung, man orientiert sich an westlicher Mode und Idolen. Über offiziell verbotene Satelliten werden unislamische Fernsehkanäle empfangen, hinter dicken Häusermauern Poolparties gefeiert und die strengen Kleidervorschriften immer ein Stück weiter herausgefordert. Das kurzfristige Reiseverbot Trumps gegen die Iraner hatte Einzelschicksale publik gemacht, die der Welt zeigten, wie viele der Iraner im Ausland lebende Verwandte haben. 

Kampagne des konservativen Lagers vor den Parlamentswahlen, 24. Februar 2016, Teheran.

Und so machen auch zum 38. Jubiläum die üblichen Bilder von brennenden israelischen und amerikanischen Flaggen die Runde. Aber durch die Politik Trumps gegenüber dem Iran wird das Jubiläum zum Politikum von dem niemand weiß, wie es ausgehen wird. Denn es ist auch ein Wettlauf zwischen Rouhani und seinen konservativen Kontrahenten. Bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen im Mai wird sich herausstellen, ob der Reformer Rouhani wiedergewählt wird, oder seinen Amtssitz an einen anti-amerikanischen Konservativen abgegeben muss. Das geistige Oberhaupt des Iran Ayatollah Khamenei beflügelte mit seinem Ausruf, dass die USA mit Trump nun sein wahres Gesicht gezeigt habe die Proteste. Plakate, inspiriert von Trumps Reiseverbot für Iraner und Khameneis Aussage fanden sich bei den Demonstranten wieder. 

Unter dem Hashtag “#LoveBeyondFlags“ rufen Iraner dazu auf, keine Flaggen mehr zu verbrennen und damit den Hass noch weiter zu schüren. Die jungen Iraner wollen ein anderes Gesicht gegenüber der Presse zeigen. Trump hatte den Iran als den Herd des globalen Terrorismus bezeichnet. Angesichts der amerikanisch-iranischen Spannungen plant der russische Präsident Wladimir Putin baldmöglichst ein Treffen mit Hassan Rouhani zu vereinbaren. Russland hatte Trumps Ansichten gegenüber dem Iran gekontert. Der russische Außenminister Lavrov wies auf die Unterstützung der Iraner im Kampf gegen den IS hin.

Die US-Flagge mit Steinen übersät während einer Kriegsausstellung der iranischen Revolutionsgarde in Gedenken des Iran-Irak Kriegs (1980-88), Teheran 2011.

Der stellvertretende russische Außenminister Sergey Ryabkov hatte einen wohlgemeinten Ratschlag an Trump im Bezug auf die Behandlung des Iran und die Aufkündigung des Nuklearabkommens:

Ich will den amerikanischen Kollegen einen wohl gemeinten Rat geben: versuchen sie nicht zu reparieren, was nicht defekt ist. Falls jemand versucht das Abkommen (Nuklearabkommen) abzuändern, so wird derjenige die Büchse der Pandora öffnen.

In einem Gedankenspiel zeigt RT auf, wie gefährlich ein Krieg gegen den Iran wäre. 

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