Lawrow: Kurdenfrage ist "Schlüsselfaktor" um Syrien-Konflikt zu lösen

Lawrow: Kurdenfrage ist "Schlüsselfaktor" um Syrien-Konflikt zu lösen
Russlands Außenminister Sergei Lawrow bekräftigte, dass Syriens Kurden eine wichtige Rolle spielen können, um den Konflikt zu beendigen.
Der russische Außenminister hat in einem Interview erklärt, dass Moskau zwischen Damaskus und den syrischen Kurden vermittelt. Russlands Ziel dabei sei, Syriens Souveränität und Eigenstaatlichkeit zu bewahren. Die Gespräche würden positiv verlaufen.

Russlands Spitzendiplomat Sergei Lawrow bestätigte den diplomatischen Einsatz Moskaus in einem Interview mit der russischen Zeitung „Iswestija“. Die syrische Regierung und „Vertreter der politischen und öffentlichen Strukturen der syrischen Kurden“ hätten sich zwischen Juni und Dezember letzten Jahres insgesamt zu vier Gesprächsrunden getroffen. Dabei habe es direkte Kontakte zwischen beiden Seiten gegeben, im Gegensatz zu der Konferenz in der kasachischen Hauptstadt Astana. Dort verhandelten Damaskus und die syrische Opposition nicht direkt, sondern über Vermittler.

Russland „macht um Syriens Einheit Willen Versuche, eine gemeinsame Verständigung zwischen der syrischen Regierung und den syrischen Kurden zu begründen.“

Lawrow bestätigte zudem, dass Damaskus Gespräche mit den Volksverteidigungseinheiten (YPG) aufgenommen hat. Die YPG ist die bewaffnete Miliz der syrischen Kurden.

PYD-Vertreter Xalid Isa (rechts) vor dem Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow.

Wir glauben, dass solch ein inner-syrischen Dialog nützlich ist“, sagte Lawrow. Er glaube, es bestehe zwischen der syrischen Regierung und den Kurden „erhebliches Potential, um zu Einigungen zu kommen.“

Beide Seiten hätten viele gemeinsame Interessen ausgearbeitet. Die Verhandlungen verlaufen dem russischen Außenminister zufolge positiv.

Lawrow betonte, dass die „kurdische Frage“ ein „Schlüsselfaktor“ ist, um Syriens Eigenstaatlichkeit zu bewahren und den Nahen Osten insgesamt zu stabilisieren. Russland bemühe sich weiterhin darum, Kompromisse zwischen Syriens unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen herzustellen. Moskau sei daran interessiert, den Frieden und die Stabilität im Land zu sichern sowie internationale Terrororganisation, die sich in einigen Gebieten festgesetzt hätten, zu bekämpfen.

Er äußerte sich nicht zu der Frage, ob mögliche Föderalisierungspläne bei den Gesprächen zwischen Damaskus und den syrischen Kurden besprochen wurden.

In seinem Interview betonte Lawrow auch, dass Russland „keine direkte Bedrohung für die NATO darstellt“ und ein „friedliches Land“ ist. Moskau strebe eine „sofortige Deeskalation der militärischen und politischen Lage in Europa“ an, sei aber auch bereit, Russlands Grenzen zu verteidigen.

Derweil erklärte der Ständige Vertreter Russlands bei der UNO in Genf, Aleksei Borodawkin, gegenüber der Nachrichtenplattform Sputnik, dass die syrischen Kurden an der für diesen Monat geplanten Syrienkonferenz unter UN-Schirmherrschaft in Genf teilnehmen müssen.

Wir glauben, dass die Gespräche unvermittelt stattfinden und, einschließlich der Kurden, alle politischen Kräfte, die für eine friedliche Lösung sind, umfassen müssen,“ sagte Borodawkin.

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