Diplomatie auf dem Rasen mit absehbarem Ausgang – "Make America Great Again“ auf Japanisch

Diplomatie auf dem Rasen mit absehbarem Ausgang – "Make America Great Again“ auf Japanisch
Japanischer Premierminister Shinzo Abe beim Golfspiel in der japanischen Präfektur Yamanashi, 16. August 2015.
Der japanische Präsident bereitet sich auf die Golf-Diplomatie mit Trump vor und will dem neuen Präsidenten ein Paket unterbreiten, welches dabei hilft Amerika wieder zu Größe zu verhelfen. Dabei gehen die Japaner sogar an ihre monetären Reserven.

Am heutigen 10. Februar wird Abe auf Trump treffen. Eine Gemeinsamkeit ist den beiden Staatsoberhäuptern sicher: die Liebe zum Golf. Und so zieht Trump die Golfpartie einem formellen Mittagessen vor, um seinen Gegen- oder Mitspieler besser kennenzulernen. Am Samstag soll sich Abe auf dem „Trump International Golf Club“ beweisen, ein Heimspiel für Trump, der die Regeln dieses Spiels bestimmt. Abe ist im Golfen geübt und als höflicher Spieler bekannt. 

Toyota Angestellter in Washington 2010.

Rund um die Partie will Japan Trump ein Paket unterbreiten, um die amerikanische Wirtschaft zu stärken. Rund 700.000 Jobs will Abe mit Hilfe von Industrie und Regierung schaffen und 450 Milliarden US-Dollar investieren. Der japanische Autohersteller Toyota hatte bereits angekündigt die amerikanische Produktion auszuweiten.

Eine Fabrik in Australien soll für diese Pläne schließen. Nun zieht die japanische Firma SHARP nach und plant 7 Milliarden US-Dollar zu investieren. Nach der Absage Trumps gegen das TPP Abkommen ist es das Ziel Japans seine Position zu stärken und ein bilaterales Abkommen mit den USA zu erreichen. Mit einem Erstarken Chinas versucht Japan alles, um den amerikanischen Handelspartner günstig zu stimmen. 

Aber ein Streifzug durch Tokio zeigt die ungelösten wirtschaftlichen Probleme im eigenen Land. Unter Brücken und in Parks hausieren einst stolze „Salary Man“ (japanischer Ausdruck für Büroangestellte), die sich tagtäglich in zerschlissenen Anzügen um eine neue Arbeitsstelle bemühen und die Eingangshallen großer Firmen füllen. Die jüngste Meldung eines Selbstmordes an einem Ort, den es offiziell nicht gibt, scheint Licht auf die Mängel in der japanischen Wirtschaft.

Merlion auf der singapurianischen Insel Sentosa

Im Slum Osakas „Kamagaski“ hausen Tagelöhner und Arbeitslose am Rande der japanischen Gesellschaft. Reuters berichtete, dass die japanische Regierung für die Investitionen in den USA auf ihre monetären Reserven zurückgreifen wollen. Ein Schritt, der nicht allen Japanern gefallen dürfte.

Zu den geplanten Investitionen zählt der Bau Hochgeschwindigkeitszügen sowie Investitionen im Bereich künstlicher Intelligenz, Roboter und IT. Der Besuch Abes ist der zweite Begegnung eines Staatsoberhauptes mit Trump. Trotz der drastischen Worte im Wahlkampf gegen Staaten wie Japan und Korea, die die Präsenz amerikanischer Soldaten genössen ohne dafür zu bezahlen, hat Trump bisher Milde gegenüber Japan gezeigt. Von der Partie erhofft sich Abe eine "Win-win-Situation". Aber es kann nur einen Gewinner geben. 

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