Cyber-Krieg gegen Trump in den USA - und es sind nicht einmal die Russen schuld

Cyber-Krieg gegen Trump in den USA - und es sind nicht einmal die Russen schuld
Eine Frau posiert mit einer Wachsfigur Donald Trumps bei Madame Tussauds in London, Januar 2017.
Nein, diesmal sind nicht die Russen schuld. Staatsbedienstete und staatliche Organisationen in den USA formieren sich mithilfe falscher Mailadressen und verschlüsselter Apps zum Cyber-Krieg gegen ihren neuen Präsidenten.

Das amerikanische Heiligtum des jährlichen Super Bowls ist gerade zu Ende gegangen, Lady Gaga erholt sich von einem viel beachteten Auftritt, in dem sie "God Bless America" besang, und es wurde einmal mehr deutlich, wie gespalten das Land ist. Medial scheinen in diesem Jahr die Trump-Gegner den Super Bowl erfolgreich zur Agitationsplattform in eigener Sache umgewandelt zu haben.

Vandalismus an Donald Trumps Stern am Walk of Fame: Die Traumfabrik lässt keinen Zweifel daran, was sie vom neuen US-Präsidenten hält.

Nun nimmt auch der Kampf tiefer Strukturen innerhalb des Staatswesens neue Dimensionen an, und diese beschränken sich nicht nur auf Geheimdienste. Staatsbedienstete und Organisationen, die Kürzungen von der Trump-Administration befürchten, vereinigen sich im digitalen Krieg gegen Trump. Sie führen Diskussionen über verschlüsselte Apps und bedienen sich anonymer Email-Adressen. Der US-amerikanische Sender Fox News berief sich in seiner Nachricht auf die Recherchen von Politico, einer amerikanischen Agentur, die sich als globale Schnittstelle zwischen Politik und Strategie versteht.

Unmittelbar nach dem Amtseid Präsident Trumps verbreiteten Mitarbeiter der Nationalparks Vergleichsbilder zwischen der Amtseinführung Obamas und jener Trumps, die deutlich machen sollten, wie wenig Menschen den Trump-Feierlichkeiten beigewohnt hätten. Die Bilder wurden schnell als Fake News entlarvt, da sie bereits mehrere Stunden vor Beginn der Veranstaltung aufgenommen worden waren.

Die Agentur löschte den Eintrag letztendlich, aber die Bilder hatten sich bereits im Netz verbreitet. Nicht offizielle Anti-Trump-Teams führen ihren Propagandafeldzug unterdessen fort. Politico zitierte einen Tweet von ihnen:

Wir können es nicht erwarten, dass Trump uns als Falschnachrichten abtut. Sie können unser offizielles Twitter-Konto löschen, aber niemals unsere Freizeit.

Die Kommunikation abseits der beruflich erlaubten Kommunikationskanäle muss laut amerikanischem Gesetz außerhalb der Arbeitszeiten und über private Geräte geführt werden. Die Beamten scheinen jedoch über ausreichend Freizeit zu verfügen.

Trumps Kommunikationskanäle hingegen sind weitaus weniger sicher. Gegenüber der New York Times schwärmte Trump von den Telefonen im Weißen Haus, die einen Lauschangriff durch modernste Technologie nahezu unmöglich machen. Trump bedient sich aber lieber seines veralteten Smartphones, von dem aus er seine Tweets versendet, was zu Sicherheitsbedenken führte. Es wird vermutet, dass er ein Samsung Galaxy S3 besitzt. Dieses könnte Trump schnell zum Verhängnis werden.  Ein Häcker namens "WauchulaGhost“ - Wauchula ist eine Stadt in Florida - nahm bereits Trumps Twitter-Konto ins Visier.  

Während des Wahlkampfs formierte sich im Netz allerdings auch eine Pro-Trump-Bewegung, die sich als Lion Guard bezeichnete und ihren Teil zu Trumps Kampagne "Make America Great Again“ beitragen wollte. Sie verstand sich auch als Sicherheitspolizei für Trump-Fans und deren Idol. Die Lion Guard machte es sich zur Aufgabe, Fake Accounts, Provokationen und Infiltrationsversuche zu entlarven und unschädlich zu machen.