Der Kampf Toyotas mit und gegen die USA

Der Kampf Toyotas mit und gegen die USA
Toyota Angestellter in Washington 2010.
Mit der Wahl Trumps und der Absage an TPP versucht der japanische Automobilhersteller Toyota seine Herstellerstrategie zu ändern und seine Produktionsstätten in den USA auszuweiten. Doch dabei steht ihnen ein nachteiliger Vertrag aus 2016 im Weg.

Der japanische Automobilhersteller Toyota hat seine Vormachtstellung als weltweiter Verkaufshit an Volkswagen abgeben müssen. Gründe hierfür sind die amerikanische Handelssituation und die Anhebung chinesischer Einfuhrsteuern. Gerade hatte der amerikanische Präsident Trump dem Freihandelsabkommen 'Transpazifische Partnerschaft' (TPP) eine Absage erteilt. Doch während die Japaner keine Steuern auf den Import amerikanischer Autos erheben, fordern die Amerikaner im Gegenzug 2,5 Prozent Einfuhrsteuer. TPP hätte, wenn auch erst nach 25 Jahren, für die Japaner einen Wegfall der Einfuhrsteuer nach sich gezogen.

Der amerikanische Handelsvorteil entstand durch ein Abkommen aus dem Jahr 2016, welches zeitgleich mit dem Transpazifischen Abkommen verhandelt wurde. Donald Trump zur Kritik am japanischen Automobilmarkt:

Die Situation macht es uns unmöglich, Autos in Japan zu verkaufen.

Mit dieser Aussage bezieht er sich auch auf die japanischen Sicherheitsstandards, die im Vergleich zu den amerikanischen weitaus höher sind und laut Trump Nachteile verschaffen, die unter seiner Präsidentschaft neu verhandelt werden müssen.  

Im vergangenen Jahr konnte Toyota auf eine stolze Verkaufszahl von 10,175 Millionen Fahrzeugen zurückblicken. Volkswagen lag mit 10,3 Millionen verkauften Fahrzeugen knapp darüber. Hiervon wurden 1,38 Millionen Toyota-Fahrzeuge in den USA von 136.000 Mitarbeitern hergestellt. In der vergangenen Woche kündigte Toyota an, dass es sich am wirtschaftlichen Wachstum der USA beteiligen will. Die geplanten Neuinvestitionen, von Seiten des japanischen Herstellers auf amerikanischem Boden, lassen sich auf 600 Millionen US-Dollar beziffern und werden 400 neue Arbeitsplätze in Princeton schaffen. Dies kann als ein Versuch Toyotas gewertet werden, den Amerikanern ihr Entgegenkommen zu signalisieren.

Australischer Premier will TPP retten und schließt Beteiligung Chinas nicht aus

Als Toyota kürzlich bekannt gab, die Produktionsstätten in Mexiko zu expandieren, war dies auf Kritik bei Trump gestoßen. Trump warnte die Japaner, dass der Bau einer mexikanischen Fabrik zu immensen Einfuhrzöllen führen würde. Die mexikanische Fabrik würde Toyota Kosteneinsparungen von 1.300 US-Dollar pro Fahrzeug erwirtschaften.

„America First“ mussten nun auch die Australier zu spüren bekommen. Am Dienstag wurde bekannt, dass sie ab Oktober auf 2.600 Arbeitsplätze in der Toyota Altona-Fabrik verzichten müssen. Denn hier wird die Herstellung von Fahrzeugen vom Typ Camry Hybrid- und Benzin-Fahrzeugen sowie Aurion Fahrzeugen eingestellt. 

Der Erfolg Toyotas im 60. Jubiläumsjahr seiner Automobilherstellung auf amerikanischem Boden ist nun vornehmlich von der amerikanischen Wirtschaft und Politik abhängig. 

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