Nach Kims Atom-Drohungen: USA und Südkorea wollen militärische Schlagkraft gegen Pjöngjang erhöhen

Nach Kims Atom-Drohungen: USA und Südkorea wollen militärische Schlagkraft gegen Pjöngjang erhöhen
U.S. Army Panzer vom Typ M1A2 überqueren eine Pontonbrücke im Rahmen eines gemeinsamen Manövers mit südkoreanischen Soldaten in der Nähe des demilitarisierten Grenzgebietes Yeoncheon.
Eine neue Harmonie zwischen Südkorea und den USA? Nach einem Telefonat zwischen dem Übergangspräsidenten Südkoreas und Präsident Trump scheint Einigkeit im Kampf gegen einen militärisch erstarkenden Norden zu herrschen.

Nach politischen Skandalen in Seoul und einem Machtwechsel im Weißen Haus bereiteten sich die Südkoreaner auf unsichere Zeiten vor. Doch immerhin scheinen sich US-Präsident Donald Trump und der Übergangspräsident und Premier Hwang Kyo-ahn darin einig zu sein, ihre militärische Schlagkraft ausbauen zu wollen. Dies vor allem mit Blick auf den Norden.

Der Übereinkunft ging eine Warnung der Südkoreaner voraus, wonach Nordkorea in einem bedrohlichen Tempo auf dem Weg zu Nuklearwaffen sei. Diese Aussage stützte sich auf Auswertungen neuester Satellitenbilder, die bislang ungekannte Aktivitäten in dem nordkoreanischen Reaktor Yongbyong aufzeigen. 

Während seines Wahlkampfes hatte Trump noch damit gedroht, amerikanische Soldaten aus Südkorea abzuziehen. In seiner Neujahrsbotschaft verkündete der nordkoreanische Führer Kim Jong-Un aber mit Stolz, dass sein Land sich in der letzten Entwicklungsphase zum Bau von Langstreckenraketen befände. Denn das erklärte Ziel Nordkoreas sei es, eine Schlagkraft zu erlangen, die bis in die USA reicht.

Angesichts dieser jüngsten Entwicklungen sollen nun weitere der umstrittenen amerikanischen THAAD-Raketenabwehrsysteme auf südkoreanischer Seite stationiert werden. Dies ist jedoch ein Schritt, der für China eine Provokation darstellt und entsprechend zu diplomatischen und wirtschaftlichen Nachteilen für Südkorea geführt hat.

Südkorea hatte es zuvor immer wieder hinausgezögert, die Stationierung zu genehmigen. Für Februar plant der neue US-Verteidigungsminister James Mattis eine Auslandsreise nach Südkorea und Japan. Auch dies ist ein weiteres Zeichen für eine Abkehr von Trumps Wahlkampfansagen, die bei den asiatischen Verbündeten teils Besorgnis hervorgerufen hatten. 

James Mattis ist pensionierter Marine-General und ist nicht nur für seine Spitznamen "Mad-Dog" oder "Warrior Monk", sondern auch für seine harsche Rhetorik bekannt: 

Zeige der Welt, dass es keinen besseren Freund und keinen schlimmeren Feind als einen US-Marinesoldaten gibt.

Mattis zählte zu den erklärten Kritikern des Nuklearabkommens mit dem Iran unter Präsident Obama. Vor zwei Jahren merkte Mattis während des Think-Tank-Kongresses der konservativen Heritage Foundation an, dass die USA keine internationale Strategie mehr hätten. 

Eine nordkoreanische Soldatin bewacht einen Armeestützpunkt an den Ufern des Yalu-Flusses unweit der chinesischen Grenze.

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