Über eine Million Unterschriften: Briten wollen Einreiseverbot für Donald Trump

Über eine Million Unterschriften: Briten wollen Einreiseverbot für Donald Trump
Es gab nicht wenige, die meinten Trump werde nach der Wahl die Maske ablegen, und sich verändern. Doch Trump bleibt sich bis jetzt treu. Zur Freude seiner Anhänger, zum Unmut der anderen.
Es begann mit einer Einladung und könnte mit einem diplomatischen Krisenfall enden: Queen Elizabeth II. hatte den frischgebackenen US-Präsidenten Donald Trump zum Staatsbesuch eingeladen. Doch über eine Million Menschen möchten das verhindern.

Er soll kommen dürfen, aber es soll kein Staatsbesuch sein. Mehr als eine Million Menschen haben eine Onlinepetition gegen den Staatsbesuch von Donald Trump in Großbritannien unterzeichnet. In der Petition wird verlangt, dass man dem neuen US-Präsidenten zwar die Einreise gestattet, aber nicht im Rahmen eines Staatsbesuches. Vermutlich möchte man mit der etwas komplizierten Regelung verhindern, dass die Queen nicht in Verlegenheit gerät.

Die Initiatoren der Petition bringt vor allem Trumps Frauenfeindlichkeit und sein grundsätzliches Benehmen auf die Palme. Offiziell läuft die Petition noch bis Mai dieses Jahres. Doch da schon jetzt mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet haben, muss sich nach britischem Recht nun das Parlament mit der Petition befassen.

Das gilt auch für eine zweite Petition, die genau das Gegenteil fordert, nämlich das Donald Trump als Staatschef der USA einreisen dürfen soll. Auch diese Petition kommt auf über 100.000 Unterschriften und muss demzufolge im Parlament behandelt werden.

Vandalismus an Donald Trumps Stern am Walk of Fame: Die Traumfabrik lässt keinen Zweifel daran, was sie vom neuen US-Präsidenten hält.

Die Einladung im Namen der Queen wurde von der britischen Premierministerin Theresa May während ihres Staatsbesuchs in den USA ausgesprochen. Donald Trump hat die Einladung angenommen. Die Petition wurde schon vor der Unterzeichnung des umstrittenen Dekrets zur Einreiseregelung in den USA gestartet. Die Zahl der Unterzeichner stieg jedoch nach dem Dekret noch einmal stark an.

Zu den prominententen Unterstützern der Petition zählt auch der Führer der Opposition, Labour-Chef Jeremy Corbyn. Auf seinem Twitter-Account rief er seine Follower dazu auf, die Petition zu unterschreiben:

Trump sollte nicht in Großbritannien begrüßt werden, weil er mit dem beschämenden Muslim-Bann und Attacken gegen Frauen und Flüchtlinge unsere Werte missbraucht,

twitterte Corbyn. Auch die Premierministerin geriet in sein Visier:

Theresa May muss sich Trumps Hass entgegenstellen,

schrieb Corbyn ebenfalls auf Twitter. Auch in Deutschland regt sich Widerstand gegen die Einreisepolitik von Donald Trump. Nachdem der Grünen-Abgeordnete und Vizechef der deutsch-amerikanischen Parlamentariergruppe, Omid Nouripour, von den neuen Regelungen betroffen ist, forderte Parteikollege Dieter Janecek gegenüber dem „Handelsblatt“ verärgert ein Einreiseverbot für Trump:

Wenn die USA nicht umgehend diesen irrsinnigen Einreisestopp für den Abgeordneten Omid Nouripour und weitere deutsche Staatsbürger aufheben, sollte man Donald Trump die Einreise zum G20-Gipfel in Hamburg verweigern. Auf dieser Grundlage sind keine seriösen Gespräche möglich.

Doch damit nicht genug. Menschen aus der ganzen Welt unterschreiben gerade im Sekundentakt einen offenen Brief im Internet, der an den US-Präsidenten gerichtet ist. In dem Brief wird in drastischen Worten die Politik des neuen Präsidenten verurteilt. Mittlerweile wurde der Brief schon über vier Millionen Mal unterzeichnet.