Task Force gibt grünes Licht: Kanada nimmt Kurs auf Legalisierung von Cannabis

Task Force gibt grünes Licht: Kanada nimmt Kurs auf Legalisierung von Cannabis
Große Veränderungen bahnen sich an: Kanada möchte Cannabis legalisieren.
Als Justin Trudeau im November 2015 die Wahlen in Kanada gewann, kündigte er an, eines seiner Wahlversprechen umgehend umzusetzen: die Legalisierung von Cannabis. Es hat zwar etwas länger gedauert, doch jetzt soll es bald soweit sein.

Der kanadische Präsident Justin Trudeau könnte Geschichte schreiben. Der 45-jährige Politiker könnte das erste G7-Land anführen, das den Konsum von Cannabis gestattet. Der junge Präsident hatte während seines Wahlkampfs im Jahr 2015 zugegeben, dass er selbst schon "fünf oder sechs Mal" einen Joint genossen hat. Darunter auch einmal im Jahr 2010, als er schon im Parlament saß.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Kanada der Versuch unternommen wird, Cannabis zu legalisieren. Eine liberale Vorgängerregierung unter Premierminister Paul Martin hatte schon 2004 einen derartigen Vorstoß unternommen, scheiterte jedoch vor allem am Druck des Nachbarn USA. Mittlerweile gibt es selbst in den USA vier Bundesstaaten, in denen der Konsum von Cannabis legal ist.

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Um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, hatte die kanadische Regierung Mitte 2016 eine Task Force gebildet. Diese sollte einen Bericht erstellen, um eine Grundlage für ein Gesetz zu schaffen. Die Task Force präsentierte am 13. Dezember 2016 ihre Ergebnisse. In ihrem Bericht gibt die Task Force insgesamt 80 Empfehlungen, wie die Legalisierung gestaltet werden soll.

Die Qualität des in Kanada produzierten Cannabis soll sich an dem heute schon für medizinische Zwecke genutzten Cannabis orientieren. Auch die bis jetzt illegal produzierenden Händler sollen die Möglichkeit bekommen, eine Lizenz zu erwerben. So will der Staat die Qualität und den Vertrieb des Cannabis einem klaren Regelwerk unterwerfen.

Weitere Empfehlungen der Task Force sind unter anderem:

Die Verpackung soll nur die nötigsten Informationen zeigen, darunter den Preis, den Namen des Herstellers, die Sorte und den Anteil an Tetrahydrocannabinol (THC).

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Der Cannabis darf zudem nicht an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden.

Da einige Provinzen unterschiedliche Regelungen in Bezug auf Alkohol und Zigaretten haben, können diese das Alter für den Cannabis-Konsum auch erhöhen.

Werbung und Marketing sind den Empfehlungen nach möglich, werden aber entsprechend den Regelungen für Tabak, Alkohol und Medikamente gestaltet.

Der Erwerb in einem Geschäft und auch per Post sollen möglich sein. Die Dichte der Geschäfte in Ortschaften soll begrenzt werden. Zudem dürfen sich die künftigen Geschäfte nicht in der Nähe von Schulen, Gemeindesälen und öffentlichen Parks befinden.

Über die Empfehlungen der Task Force soll in diesem Frühjahr beraten werden. Bis das Gesetz endgültig verabschiedet ist, kann es unter Umständen noch ein Jahr dauern. Bis dahin werden sich US-Bundesstaaten wie Colorado noch über die Cannabis-Touristen aus dem hohen Norden freuen können.

Colorado vermeldete bereits Ende 2015 etwa 60 Millionen US-Dollar zusätzliche Steuereinnahmen durch den Verkauf von Cannabis.

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